Was nutzt Tradition, wenn es keine Zukunft gibt? Bei SycoTec ging es in der jüngsten Vergangenheit turbulent her. T-Systems hat dem Feinmechanik- und Elektromotorenspezialisten aus Leutkirch den Neustart in eine glänzende Zukunft ein Stück weit erleichtert.
Wer sich auf den „Folterstuhl“ setzt, kennt das schlürfende Geräusch nur zu gut. Mit einem Kunststoffrüssel saugt die Helferin alles ab, was den Zahnarzt stören könnte. Für seine Filigranarbeit nutzt er meist auch ein Stück Hightech von SycoTec. Der Spezialist für die Herstellung feinmechanischer Teile und Elektroantriebe produziert seit rund 50 Jahren unter anderem auch Dentalkomponenten. Doch vor zwei Jahren musste SycoTec teilweise von vorn anfangen. Als Teil einer großen Unternehmensgruppe drohte dem Leutkircher Werk mit der beabsichtigten Schließung des Standorts das jähe Ende. Da startete ein Geschäftsführer des Mutterhauses mit SycoTec auf eigenes Risiko durch.
Die Produktion ging reibungslos weiter, die ICT-Infrastruktur jedoch durchlief eine Zäsur. SycoTec hing bis dahin über eine Standleitung am gemeinsamen Datennetz der Unternehmensgruppe. Die mussten die Leutkircher nun schnellstmöglich kappen. Zudem gingen die gesamte Desktoplandschaft sowie der Betrieb und Service verloren.
In nur wenigen Monaten erhielt das Unternehmen ein neues lokales Netzwerk, eine Verbindung zur externen Datenautobahn und eine moderne Rechnerlandschaft. „Aufgrund des enormen Zeitdrucks war es ein anspruchsvolles Projekt“, blickt SycoTec-Chef Dr.-Ing. Martin Rickert auf das zurückliegende Jahr zurück. Das größte Problem war allerdings die besondere finanzielle Situation des Unternehmens. „SycoTec galt als Neugründung. Leasinggeschäfte waren damit im ersten neuen Geschäftsjahr nicht möglich.“ Hilfe kam von der Telekom-Tochter, die nicht nur technisch alles aus einer Hand lieferte. Mit einem Mietmodell für die gesamte ICT-Infrastruktur machte sie SycoTec unabhängig von einem Leasinggeber. Martin Rickert bilanziert: „Selbst die Einmalkosten, den Service und den Betrieb konnten wir so in eine monatliche Miete einbringen.“