Zitat
„Ohne ICT ist die moderne Formel 1 auf höchstem Niveau nicht vorstellbar.“

Nick Heidfeld, Rennfahrer

„Speed, Performance, Präzision“

Über 32 Milliarden Byte sammelt das BMW Sauber F1 Team an einem Rennwochenende an Daten: Informationen über Kurvengeschwindigkeit, Reifentemperatur, Öldruck, Balance des Fahrwerks und zahllose weitere Parameter, die nur einem Ziel dienen – schneller als die Konkurrenz zu sein.
Als Technologiepartner unterstützt T-Systems das gesamte Team dabei, auf den Punkt Höchstleistung abzurufen. Best Practice sprach mit Fahrer Nick Heidfeld über das präzise Zusammenspiel von Technik und Geschwindigkeit.
Die Formel 1 ist der Hightech-Sport par excellence. Braucht man heutzutage als Fahrer eine Ingenieursausbildung?
Nein, die braucht man nicht. Es ist vollkommen klar, dass man als Fahrer heutzutage nicht mehr jedes Teil am Fahrzeug kennen und verstehen kann. Wir haben mehrere hundert Mitarbeiter, darunter viele Ingenieure, die unterschiedliche Fachrichtungen studiert haben. Mit diesem Spezialwissen kann man als Fahrer nicht mithalten, aber es ist mit Sicherheit hilfreich, ein gewisses Verständnis und natürlich Interesse mitzubringen.
Sie gelten als Fahrer mit hohem technischen Verständnis. Wie weit greifen Sie in die Weiterentwicklung Ihres Autos ein?
Die wichtigste Aufgabe des Fahrers ist nach wie vor, aussagekräftige Rückmeldungen und Informationen über die Balance des Autos zu liefern. Ich probiere, mich in die Weiterentwicklung des Fahrzeugs einzubringen, aber nur, so weit ich das kann. Wie gesagt: Ich bin kein Ingenieur, ich bringe meine Erfahrung als Rennfahrer ein.
Wo im Rennzirkus ist eine funktionierende ICT besonders wichtig?
Die moderne Formel 1 ist ohne ICT auf höchstem Niveau nicht vorstellbar. Das gilt für die Forschung und Entwicklung ebenso wie für den Einsatz.
Wie nutzen Sie IT und Telekommunikation, um Ihre Rundenzeiten zu verbessern?
Ich arbeite mit meinem Renningenieur Giampaolo Dall’Ara und mit meinem Dateningenieur Wolfgang Kugelmann sehr eng zusammen. Wir erledigen die Auswertung der Daten gemeinsam am Computer. Dabei halten wir auch fest, welche Schritte wir unternehmen, welche Änderungen wir machen, um nachträglich verfolgen zu können, was wozu geführt hat. Außerdem spielt die IT in der Simulation eine entscheidende Rolle und bei der Information und Einflussnahme, wenn ich im Auto sitze. Mein Lenkrad ist ein Computer. Es gibt noch mehr Bereiche … Wie gesagt: Ohne ICT ist die moderne Formel 1 nicht vorstellbar.
Motoren werden heute in Simulationen über die Rennstrecken gejagt. Nutzen auch Sie Rennsimulationen zur Vorbereitung?
Das kommt sehr selten vor. Eigentlich nur, wenn eine Rennstrecke auf dem Programm steht, die ich noch nicht kenne. Sofern es sie schon in einem Spiel für PC oder Konsole gibt, fahre ich ein paar Runden. Die Ingenieure arbeiten in der Rennvorbereitung hingegen durchaus mit sehr komplexen Simulationsprogrammen.
Was kann die Autoindustrie von der Formel 1 lernen?
Ich denke, dass in der Formel 1 wahnsinnig schnell entwickelt wird. Entweder weil etwas das Auto schneller macht, oder weil etwas vom Reglement verlangt wird. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist extrem hoch, davon profitiert auch die Serie. Manches wäre vielleicht nie ausprobiert worden, hätte es den Leistungsdruck in der Formel 1 nicht gegeben.
Welche technische Lösung an Ihrem Rennwagen würden Sie sich auch privat wünschen?
Speed, Performance und Präzision sind die offensichtlichen Dinge, wobei man damit im Straßenverkehr vielleicht nicht allzu viel anfangen kann. Umgekehrt hat mein Straßenauto einen Komfort, der im Formel-1-Wagen auch schön wäre. Zum Beispiel eine Klimaanlage, aber so einen Ballast würde man natürlich niemals mitnehmen.
Sie sind viel unterwegs. Wie organisieren Sie Ihre Termine, Ihr Leben jenseits der Rennstrecke?
Ich besitze natürlich Laptop und Handy, und im Gegensatz zu vielen Leuten empfinde ich das Handy auch nicht als Fluch. Ich finde es klasse, was damit alles geht. Zum Beispiel Videotelefonie – so habe ich die ersten Schritte meiner Tochter miterleben können. Ich habe auch meine ganze Musik auf dem Handy, anstatt einen MP3-Player zu nutzen. Termine synchronisiere ich aus dem Computer aufs Handy und habe sie so auch immer dabei.
Mit T-Systems und der Deutschen Telekom im Rücken haben Sie 240 000 Mitarbeiter als Fans gewonnen. Was können die von Ihnen in der laufenden Saison erwarten?
Wir haben uns 2008 zum Ziel gesetzt, die Lücke zu den beiden Topteams Ferrari und McLaren zu schließen und unseren ersten Sieg zu holen. Bislang haben wir unsere ehrgeizigen Ziele immer Schritt für Schritt erreicht. Ich hoffe, das gelingt uns auch in unserem dritten Jahr.

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