Transformation in die Cloud - welche Cloud darf es sein?
Blickwinkel

Viva la revolución? IoT fordert Umdenken

09.08.2016

Das Internet der Dinge ist die große, transformierende Kraft der nächsten Jahre. Gänzlich neue Geschäftsmodelle sind gefragt, um in diesem Wettbewerb mitzuhalten.
Viva la revolución: Das Internet der Dinge ist die große, transformierende Kraft der nächsten Jahre.
IoT, ein Kürzel mit enormer Sprengkraft. Mit vielen Chancen für findige Unternehmen – aber auch großen Herausforderungen. Technische Möglichkeiten und Kundenansprüche entwickeln sich immer schneller weiter. Junge Unternehmen und mit ihnen frische, digitale Geschäftsmodelle revolutionieren die Geschäftswelt. So prognostiziert beispielsweise eine aktuelle Studie des Global Center for Digital Business Transformation (DBT), dass die digitale Transformation innerhalb der nächsten fünf Jahre vier von zehn der heute etablierten Unternehmen vom Markt verdrängt. Für viele Firmen offenbar kein Grund, zu handeln: 43 Prozent gaben an, darin kein Risiko zu sehen oder sich nicht damit auseinanderzusetzen. Und nur 25 Prozent gehen das Thema Digitalisierung aktiv an.

Stillstand bedeutet das Aus

Ein schwerwiegender Fehler. Denn wer die Augen verschließt vor den Veränderungen, die die digitale Transformation unweigerlich mit sich bringt, verpasst nicht nur die Chance auf Wachstum – er spielt mittelfristig mit seiner Existenz. Denn neue Marktteilnehmer und innovative Traditionsfirmen, die sich bereits mit dem Internet der Dinge beschäftigen, erzeugen großen Druck. Wer bisher erfolgreich war, kann nicht davon ausgehen, dass dies so bleibt. Abwarten ist keine Option; Unternehmen benötigen eine digitale Strategie, um die Chancen zu nutzen, die das Internet der Dinge ihnen eröffnet.

Willkommen im Zeitalter des Kunden

Das gilt nicht nur für die Einführung neuer digitaler Technologien. Noch viel revolutionärer wird sich die Beziehung der Unternehmen zu ihren Kunden verändern. Kunden suchen nicht länger nur nach neuen Produkten. Viel mehr sind sie an einem ganzheitlichen, unkomplizierten Service-Erlebnis interessiert. Die Vernetzung des IoT hilft Nutzern, schnell auf Informationen aller Art in Echtzeit zuzugreifen. Eine Haltung, die sie auch von ihren Dienstleistern einfordern: flexible, situative und individuelle Lösungen rund um die Uhr. Die Loyalität gegenüber etablierten Anbietern oder tradierten Nutzungsmodellen nimmt in gleichem Maße rapide ab.
Um im Zeitalter des IoT erfolgreich zu sein, genügt es also nicht, technisch innovativ zu sein. Ein Kulturwandel ist nötig – weg von den linearen Verkaufsprozessen, wo mit der Übergabe des Wechselgelds die Kundenbeziehung endet. Das Zeitalter des Kunden (oder „Age of the Customer“) wurde ausgerufen, in dem statt Produkt- Serviceorientierung von Unternehmen verlangt wird.
Der Grund? Kunden können besser und schneller vergleichen. Wer jetzt Produkte und Dienstleistungen anbietet, hat gute Chancen, wenn er weitestgehend identische Produkte etwa mittels IoT-Technologie durch webbasierte Services aufwertet. Eine derartige Service-Fokussierung setzt jedoch auch ein großes Wissen über die Zielgruppe voraus. Welche Bedürfnisse hat sie, wie können sie erfüllt werden und wie generiert man als Unternehmen eine kritische Masse in der Marktdurchdringung? Lediglich mithilfe eines übergreifenden, nutzerorientierten Service-Konzepts können Unternehmen die IoT-Revolution gewinnen.

Geschäftsmodelle sinnvoll verändern

Wie die Analysten von Machina Research in einer aktuellen IoT-Studie feststellten, stellen sich die innovativsten Unternehmen mit einer kompletten Transformation auf das Internet der Dinge ein. Weg vom Produktverkäufer, hin zum Dienstleister. Voraussetzung: Etablierung einer Dienstleistungsmentalität über alle Abteilungen hinweg, von Sales übers Marketing bis hin zum Product Development. Denn nur so lassen sich auch im Zeitalter des Internets der Dinge Gewinne realisieren – mit der Technologie als Wegbereiter eines mentalen Wandels.
Auf diese Weise verschieben sich die Strukturen und Grenzen ganzer Branchen. Gab es früher, streng getrennt, den Hersteller, seinen Vertriebspartner und einen Servicedienstleister, kommt nun alles aus einer Hand. Maschinen- und Anlagenbauer verkaufen im IoT vernetzte Produkte inklusive Fern- und präventiver Wartung. Dadurch stehen sie während des gesamten Betriebs ihrer Maschinen kontinuierlich mit ihren Kunden in Kontakt. Das Ergebnis: die Abhängigkeit von Handelspartnern sinkt, die Kundenbindung wird verbessert und der Hersteller erhält zusätzlich noch nützliche Informationen sowohl über seine Kunden als auch über das langfristige Nutzungsverhalten seines Produkts unter realen Einsatzbedingungen.

Herausforderung Big Data

Um aus diesen Informationen sinnvolle Erkenntnisse für Produktjustierung und -entwicklung zu gewinnen, ist die Echtzeitanalyse großer, unstrukturierter Datenmengen (Big Data) nötig. Das Know-how auf diesem Gebiet ist in vielen Unternehmen nicht vorhanden. Zudem müssen die erhobenen Daten gerade in Österreich nach sehr spezifischen und strengen Datenschutz- und Datensicherheitsgesetzen verarbeitet und gespeichert werden. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, wendet sich an professionelle Dienstleister.