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Automotive

Digitales Parken in Hamburg

01.02.2018

Die Suche nach einem freien Parkplatz in jeder Stadt kostet Autofahrern Nerven, Zeit und Sprit und belastet die Städte beim Verkehr und auch mit zusätzlichen Abgasen und Staus. Im Rahmen ihrer Entwicklung zur Digitalen Stadt geht Hamburg dieses Problem jetzt mit dem digitalen Parkplatzmanagement „Park and Joy“ von T-Systems International an. Hamburg profitiert als erste Stadt von diesem Konzept.

Das neue Parkkonzept der Hansestadt

Hamburg begegnet dem Problem mit moderner Technik: Im Jahr 2018 werden bis zu 11.000 Parkplätze im öffentlichen Raum und in den Parkhäusern der Hansestadt mit Sensoren ausgestattet, die in Echtzeit melden, ob Parkplätze frei oder belegt sind. Über die Smartphone-App können sich Autofahrer dann über Parkoptionen in Hamburg informieren, sich dorthin navigieren lassen, Parkplätze minutengenau in Parkhäusern buchen und sie direkt bezahlen – mit dem Bezahlservice ihrer Wahl. Die relevanten Parkstände in Hamburg werden systematisch und sehr umfangreich erfasst. Diese Daten werden mit den wesentlichen beschreibenden Elementen, so auch den Verkehrsschildern, in eine Verkehrsdatenbank der Stadt abgelegt. Dadurch wird die Voraussetzung dafür geschaffen, Parkraum digital zu erfassen – von freien Parkflächen längs der Straße und auch in P&R-Parkhäusern der Hamburger Hochbahn AG. Die verschiedenen Systeme werden dann schrittweise so vernetzt, dass man auch die Möglichkeit erhalten wird, auf öffentliche Verkehrsmittel, auf Bus & Bahn umzusteigen, ohne zu viele weitere Klicks und Apps.

Sicherheit und Datenschutz

Sicherheit ist das A und O bei allen Digitalisierungsprojekten, und dazu gehört besonders der Datenschutz. Mehrere Faktoren spielen zusammen um möglichst hohe Qualität beim Datenschutz zu erreichen. So sind zum Beispiel Sensor-Belegungsinformationen keine personenbezogenen Daten. Die Zahlungsdaten der Kunden wiederum werden auf einem besonders geschützten Server in einem deutschen Rechenzentrum gespeichert und verarbeitet – der Datenschutz nach lokalem Recht ist also gewährleistet. Für bestimmte Prozessschritte werden auch Positionsdaten erhoben: Diese werden aber nicht mit Personendaten angereichert und nach Verarbeitung des Prozessschrittes gelöscht oder anonymisiert.

Bereit für die Smarte Stadt

Die Etablierung in einer großen Stadt mir einem sehr flächengroßen Wirkungsfeld erfordert entsprechende Vorbereitung, auch in der Politik und der Verwaltung. Schon die Stromversorgung für die Datensammlung und die Weitergabe der Daten stellten die Stadt und das Unternehmen vor komplizierte Herausforderungen. Aber auch das Datenmanagement ist komplex. Nachdem diese Bedingungen geklärt waren und der erste Bürgermeister auch sein „Go“ gegeben hatte, gab es grünes Licht für das Projekt.

Wie geht es weiter?

Auch zentral gelegene Hotels oder Supermärkte könnten über die Plattform die Nachnutzung ihrer Parkflächen außerhalb der Öffnungszeiten anbieten und selbst zum Parkhaus werden. Quartiersparken in Wohngebieten oder Event-bezogenes Parken an Stadien oder Konzerthallen sind weitere Optionen. Das System hat großes Potenzial. Auch die Übertragung auf das Baustellen-Management ist vorstellbar, mit Integration der Sensoren mit NB-IoT Technik an den Baustellenbarken und Hinweisschildern. Das neue Parkkonzept ist ein wesentliches Projekt mit einer  Leuchtturmfunktion bei den Intelligenten Transport-System-Projekten (ITS) und wird Hamburg viele Vorteile bringen, auch bei der Bewerbung für den ITS-Weltkongress im Jahr 2021. Schluss mit zeitraubender Parkplatzsuche, einer nicht smarten Verkehrssteuerung, dem unnötigen und ungesteuerten Parkplatzsuchen, dem Falschparken und damit unnötiger Lärm- und Abgasbelastung sowie zusätzlichen Staus. Hamburg wird für Bewohner, Beschäftigte, Besucher und Touristen noch attraktiver.