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Cloud Computing

Gelungene Mischung? Hybride IT-Landschaften in Unternehmen

26.08.2019

Die Digitalisierung hat die Unternehmens-IT auf den Kopf gestellt. Schneller, flexibler, beinahe endlos skalierbar und trotzdem kostengünstig sollen Infrastruktur und Services sein. Anforderungen, die unter anderem mittels Cloud Computing besonders effektiv umgesetzt werden können. Die Cloud entwickelte sich damit vom Thema, das nur innerhalb der IT-Abteilung diskutiert wurde, zu einem der wesentlichen Stützpfeiler eines modernen, zukunftsorientierten Unternehmens.
Doch „die Cloud“ ist nicht alleine. Eine komplette Umstellung, ein harter Bruch mit allen bisherigen Systemen findet, speziell in großen Unternehmen, eher selten statt. Stattdessen kommt es zu einem historisch gewachsenen Konglomerat aus Altsystemen, Systemen on premise und outgesourcten IT-Dienstleistungen. Und selbst wenn eine Firma alles in die Cloud verlagert – auch da sorgt der Multicloud-Ansatz für eine hybride IT-Landschaft, die natürlich effizient und mit möglichst geringem Aufwand betrieben werden soll.
Der Vorteil von „Multikulti“ in der IT liegt auf der Hand: gelingt das Vorhaben, profitiert das Unternehmen von den Vorteilen sämtlicher Systeme, kann agiler reagieren und die richtige Balance zwischen Stabilität durch vorhandene Systeme und Innovationen durch die Cloud finden. Kehrseite der Medaille ist jedoch eine gestiegene Komplexität, welche die Firmen vor einige Herausforderungen stellt. Pierre Audoin Consultants (PAC) beleuchtet daher im Auftrag von T-Systems Hintergründe, Entstehung und mögliche Problemfelder hybrider IT, ergänzt um Implementierungsstrategien und Handlungsempfehlungen.
Herausforderungen von hybriden Unternehmenslandschaften
Hybride IT-Landschaften werden zur Norm
Die heutigen hybriden IT-Landschaften sind ein Spiegel der Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Von den Anfängen der Computerisierung in den 1970er Jahren, als die IT rein zur Verwaltung von Produkten, Lagerbeständen oder der Buchhaltung diente, über den Internetboom mit unternehmensübegreifenden Wertschöpfungsketten bis hin zum Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und Industrie 4.0 heute hat sich die Rolle der IT stark gewandelt. Diese Evolution der IT-Systeme hat Spuren hinterlassen, sodass fast alle größeren Betriebe neben einer „herkömmlichen“ Infrastruktur (meist Client Server) heute auch verschiedene Formen von Cloud Infrastrukturen betreiben.
Je nach Reifegrad der Digitalisierung eines Unternehmens verschiebt sich der Anteil der Altsysteme an Budget und Aufwand zugunsten von Software as a Service (SaaS) oder Infrastructure as a Service (IaaS) in der Cloud. Die Investitionen der großen europäischen Unternehmen auf dem IT-Sektor werden dementsprechend 2020 bereits zu 70 Prozent in die Cloud fließen, mehr als 30 Prozent davon machen Public Cloud Services aus.
Dies ist vor allem den geringeren Kosten, dem Bedarf an Skalierbarkeit von Systemen sowie größerer Flexibilität in einer Public Cloud geschuldet. Denn während eine Private Cloud, speziell, wenn diese auch noch inhouse gehostet wird, eine bessere Kontrolle, geringere Latenzzeiten und mehr Möglichkeiten zur Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens bietet, sind Aufwand und Kosten dafür nicht zu unterschätzen. Um diese zu reduzieren, greifen die Firmen wieder auf hybride Modelle zurück. Standardisierte oder weniger sensible Geschäftsprozesse werden in die Public Cloud ausgelagert, die Private Cloud wird von einem externen Anbieter im Rechenzentrum des Unternehmens betrieben (managed Private Cloud) oder es wird gleich ganz auf dessen Cloud Services zurückgegriffen (hosted Private Cloud). Es entsteht ein Multicloud-Modell, abgestimmt auf die Anforderungen des jeweiligen Prozesses.
Ursachen und Treiber hybrider IT-Landschaften
Die Umstellung auf Cloud Services erfolgt freilich nicht in einem einzigen, großen Schritt. Vielmehr werden einzelne Teile der Unternehmens-IT, Geschäftsbereiche oder sogar nur einzelne Prozesse in die Cloud(s) verlagert – hybride IT-Landschaften entstehen. Dies kann sicherlich als der einflussreichste Faktor bei der Entstehung solcher Systeme gelten. Daneben gibt es aber noch einige andere Faktoren, die diese Entwicklung fördern.
Etwa die Big Data Analytics, die einerseits eine Menge Rechenleistung benötigt, die am kostengünstigsten in einer Public Cloud verfügbar ist. Gleichzeitig befinden sich aber nicht alle Daten in der Cloud, sondern sind im Rechenzentrum oder ERP-System des Unternehmens gespeichert, sodass hier beide Komponenten Hand in Hand arbeiten müssen. Ein weiterer Treiber für hybride IT ist mit Sicherheit das IoT. Hier treffen die cloudbasierten IoT-Plattformen der großen Anbieter auf oft als strategisch wichtig betrachtete Daten, die daher in den on premise Systemen oder zumindest im Rechenzentrum des Unternehmens verbleiben.
Dazu kommt, dass eine Migration in die Cloud nicht immer die beste Lösung ist, so zukunftsträchtig sie auch scheinen mag. Für Anwendungen, die keinen Nutzen aus der Cloudtechnologie ziehen, kann ein „traditioneller“ Ansatz sogar die bessere Lösung sein. Ähnliches gilt, wenn eine Anwendung als solche nicht bereit für die Cloud ist. Eine Modernisierung der Applikationen mag technologisch sinnvoll sein, die Unternehmen verzichten jedoch aufgrund der zu erwartenden Komplexität und der damit verbundenen Kosten darauf und heben nur solche Services in die Cloud, die dafür geeignet sind. Im Endeffekt sind es daher meist wirtschaftliche Überlegungen, die den Weiterbetrieb von Altsystemen bei gleichzeitiger Implementierung von Cloudtechnologie und damit die Bildung hybrider IT-Landschaften vorantreiben.
Problemfelder hybrider Systeme
Die offensichtlichste Herausforderung bei Verwaltung und Betrieb hybrider IT-Systeme ist mit Sicherheit die Komplexität dahinter. Die Interoperabilität der einzelnen Komponenten muss ebenso sichergestellt werden wie die Kompatibilität der Datenformate, Benutzeroberflächen, Schnittstellen oder Funktionen. Dies gilt unabhängig davon, ob ein Multicloud-Ansatz oder eine Mischung aus Cloud und Altsystemen gewählt wurde. Handelt es sich bei letzteren um ältere Software ohne die nötigen APIs (Programmierschnittstellen), gestaltet sich die Integration neuer und alter IT-Systeme noch komplizierter. Die PAC Studie gibt Ihnen hierzu einige Lösungsansätze und Vorschläge.
Abseits technischer und wirtschaftlicher Herausforderungen sehen sich Unternehmen bei hybriden IT-Landschaften mit weiteren, nicht weniger wichtigen Problemfeldern konfrontiert: jenen von Transparenz, Datensicherheit und Compliance. Weil Regulierungsbehörden immer strengere Vorschriften bezüglich Datensicherheit (Stichwort DSGVO) erlassen und Datenlecks für Schlagzeilen sorgen, müssen Firmen ihre Prozesse End-to-End und quer über alle Systeme sicher, transparent und entsprechend aller Vorgaben gestalten. IT und Daten stehen immer stärker im Fokus von Öffentlichkeit und Auditoren, sodass dieser Punkt zunehmend zu einem Schlüsselfaktor werden wird. Wie Sie diese Aspekte bewältigen können, erfahren Sie in unserer PAC Studie.
Fehlendes Knowhow im Unternehmen selbst verkompliziert eine Implementierung hybrider Systeme noch zusätzlich. Um Abhilfe zu schaffen, können Firmen entweder in Form von hosted Cloud Services auf externe Anbieter zurückgreifen oder sich Unterstützung, projektbezogen oder im laufenden Betrieb, durch externe IT-Consultants sichern. Längerfristig setzen allerdings viele Betriebe auf Wissensaufbau innerhalb der IT, um keine Abhängigkeiten von einem oder mehreren Anbietern entstehen zu lassen. Welche Vorgehensweise hier die richtige ist, bleibt individuell höchst unterschiedlich und von den Unternehmen selbst im Einzelfall entsprechend der strategischen Ausrichtung in Business und IT zu entscheiden.
Fazit
Durch die digitale Transformation kommt der IT eines Unternehmens immer mehr an Bedeutung zu. Ihre Aufgabe ist es, die Geschäftsprozesse der Fachbereiche bestmöglich zu unterstützen und deren Anforderungen zu erfüllen, ohne dabei gesetzliche oder Compliance Vorschriften zu verletzen. Das Hauptaugenmerk der IT liegt daher auf den Geschäftszielen und weniger auf der verwendeten Technologie. Genutzt wird, was funktionell und effizient ist, was unter anderem bedeutet, nicht alle Anwendungen und Altsysteme durch neue Technologien zu ersetzen und in die Cloud zu transferieren. Hybride Systeme werden daher auch in Zukunft die IT-Landschaft der Unternehmen bestimmen. Ihre Wartung und Betreuung bleibt komplex und individuell, eine allgemeingültige Lösung für die damit verbundenen Problemstellungen wird sich so schnell nicht finden lassen. Hier gelangen Sie zur vollständigen Studie