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Digitalisierung

Was Data Scientists tun, wenn Ihnen langweilig ist.

24.01.2018


Über Data Scientists wird viel geschrieben, was sie tun, was sie nicht tun. Die Harvard Business Review hat sogar Data Scientist als den „sexiest job of the 21st century“ deklariert. Ich habe ja das Vergnügen, mit einigen Data Scientists, sei es innerhalb der T-Systems, bei Kunden oder auch in der Community zusammenzuarbeiten und mittlerweile sind sie schon fast so etwas wie mein Studienobjekt. Aber zu dem nicht ganz ernst gemeinten Einstieg ins Jahr 2018 habe ich mich gefragt: „Was machen Data Scientists eigentlich, wenn ihnen langweilig ist?“ Wobei ich hier einräume, dass das wahrscheinlich nicht sehr oft vorkommt.
 
Aber keine Sorge, auch wenn den Data Scientists langweilig ist, für uns wird es da in Wahrheit hochinteressant. Denn ich gebe Ihnen im Anschluss einige Antworten zu zentralen Themen des Lebens, die von Data Scientists gefunden wurden. Wahrscheinlich auf Fragen, die Sie sich auch schon gestellt haben, aber zu denen wohl noch kaum Fakten in dieser Form präsentiert wurden.
 
Stellen wir uns vor, frei nach Otto Waalkes: Wir befinden uns nun im Körper von Michaela P.*, Data Scientist bei einem großen IT-Provider, die, nachdem sie den ganzen Tag über Korrelationen zwischen dem Auftreten von Fehlermeldungen in Maschinendaten und dem tatsächlichen Maschinenausfall in einem Predictive Maintenance Projekt analysiert hat, nun vor dem Fernseher sitzt und sich ihre Lieblingsserie „Game of Thrones“ reinzieht. (Ich gestehe, ich bin der Serie auch verfallen). Mitten in der 6. Staffel meldet sich das Ohr.
 
Ohr an Großhirn – Ohr an Großhirn: „Da ist was faul – Da ist was faul – Da ist was faul!“.
Großhirn an Ohr: „Was Denn?“
Ohr an Großhirn: „Seh ich so aus, als ob ich rechnen könnte? Schalt mal deinen Computer ein…“ 
 
Das Ohr hört nicht auf sich zu melden, bis Michaela nichts mehr auf dem Sofa hält und sie ihren Rechner anwirft. Online findet sie die Sprechtexte der Game of Thrones Staffeln und beginnt damit, die Satzlänge zu analysieren. Dabei stellt sich tatsächlich heraus, dass die Satzlängen in der vorletzten Staffel kürzer waren als in der ersten Staffel. Ob hier wohl der Autor unter Zeitdruck gestanden hat? Die Visualisierung dazu finden Sie hier.  

Sie lachen jetzt vielleicht, aber genau so entstehen Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen unseres Lebens! Reden wir genau über diese Fragen.
 
Für die Singles unter Ihnen – oder generell für jemanden der auf Partnersuche ist, stellt sich die Frage: „Wie viele Versuche muss man in der modernen Zeit auf Partner Portalen, wie z.B. Parship oder Tinder, anstellen um zumindest einen Erfolg zu landen? Interessanterweise findet man im Netz in letzter Zeit einige selbst veröffentlichte Auswertungen zu den Bestrebungen auf solchen Portalen. Ich enthalte mich einer Interpretation und sage nur: „Schauen Sie sich das an!“. 
 
Sollte nunmehr das ganze zum Erfolg führen, und eine Partnerschaft dann mit Kindern gesegnet sein erlaube ich mir folgende Scherzfrage: „Und was macht der Data Scientist, wenn er vor der Sockenlade seiner Kinder sitzt?“
Klar: er sucht nach Mustern! Und einer hat das auch visualisiert. 
 
Haben sie sich schon mal gefragt, an welchem Ort der Welt sie auf keinen Fall leben möchten? Zu dieser Frage gibt es Hilfestellung durch Twitter Emojis. Die Auswertung von rund 6 Milliarden Tweets der letzten beiden Jahre und der darin verwendeten Emojis war für Viele sehr aufschlussreich. Man konnte nach Ländern und Städten kategorisieren. In Europa waren den Emojis nach die „grantigsten“ Länder die Briten, Griechen und Isländer. Österreich liegt gesamt im Durchschnitt, so wie Deutschland auch. Berlin hatte z.B. den schlechtesten Wert in Deutschland mit rund 18% Negativ-Emojis. Dabei aber interessanterweise weniger Negativ-Meldungen als Florenz. Und mit den Oscar – Worten gesprochen: the winner in the category „grantigste“ Stadt is:  Patterson/New Jersey, US. Die wirklich spannenden Details dazu lesen sich hier.
 
Zum Abschluss etwas ganz Praktisches: Tempolimits! Jeder kennt sie, niemand mag sie wirklich, auch wenn sie im Prinzip sinnvoll sind. Wenn Sie es jetzt aber eilig haben, haben Sie sicher schon mal darüber nachgedacht ein bisserl schneller zu fahren, oder? Gibt es jetzt eine Empirie, die einem sagt um wieviel schneller man fahren dürfte um die Wahrscheinlichkeit einen Strafzettel zu bekommen möglichst gering zu halte? Ja, die gibt es. Fährt man um 20 zu schnell, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Strafe sprunghaft und steil an. Abhängig von der tatsächlichen Geschwindigkeitsbegrenzung werden 15 zu schnell noch toleriert, mit Ausnahme der Überschreitung der Spitzengeschwindigkeit. Da herrscht wenig Toleranz. Wobei ich zugebe, dass es sich leider um Daten aus Virginia und um Miles per Hour als Einheit handelt, womit diese Erkenntnisse nicht zwingend für Österreich anwendbar sind. Überhaupt möchte ich niemanden dazu verleiten, zu schnell zu fahren. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2018, mit viel Glück, Gesundheit und
DATA IS BEAUTIFUL.
 
Dieser Blog ist das Transkript einer humoristisch gedachten Key Note zum Neujahrsempfang 2018.
 
*Name frei erfunden – jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig