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Mobile Marketing: Die Zukunft ist mobil

19.09.2014

Am 15.09. fand Event #3 der Marketing Natives zum Thema Mobile Marketing statt. Neben vier spannenden Vorträgen rund um das Thema Mobile gab es auch – passend zur Jahreszeit zünftige Musi und Wiesn‘ Feeling.
Da ich u.a. ehrenamtlich für die Marketing Natives – die Jungschmiede des Dialog Marketing Verbands Österreich tätig bin – ist es für mich besonders interessant, die zunehmende Symbiose von IT mit Marketing Themen zu sehen. So auch im Fall von Mobile Marketing.

 Mobiles Surfen hat die breite Masse erreicht

Alexander Oswald
Alexander Oswald
Mobile Marketing Association Austria, präsentierte am Event die Zahlen aus dem aktuellen Mobile Communications Report und betonte, dass mobiles Surfen kein Nischenverhalten mehr ist, sondern die breite Masse erreicht hat und in den Alltag der Menschen übergegangen ist. Wer also seine Website nicht mobil optimiert hat, ist selber schuld, so der Experte.
Bereits 82 Prozent der Österreicher verfügen über ein Smartphone, 25 Prozent der Österreicher nutzen bereits zwei mobile Geräte parallel und 37 Prozent haben sich ein Tablet zugelegt.
Android ist am Vormarsch, denn 2013 gab es in Österreich 47 Prozent Android Phones, 2014 sind es bereits 56 Prozent. Beänstigend ist, dass die Mehrzahl mobiler Apps (75%) einen Zugang zu unseren Daten verlangt, die oft weit über die eigentlichen Funktionen der App hinaus gehen. Oswald empfiehlt hier, sich genauer zu informieren, da die meisten Nutzer keine Ahnung haben was für Daten sie freigeben.

Timing is really important when it comes to Mobile Marketing

Helen Keegan
Helen Keegan
Gründerin der Heroes of Mobile/UK sprach in ihrem Vortrag “Mobile Marketing is your Future” auch über die Chancen, die sich für junge Leute in Österreich ergeben, wenn diese rechtzeitig auf mobile setzen. Aus ihrer 14-jähigen Erfahrung im Mobile Marketing heraus, stellte sie fest, dass das richtige Timing bei Mobile Marketing entscheidend ist. Es gibt viel Raum für Wachstum in Österreich, das ein wenig hinter Deutschland und Großbritannien liegt, meint Keegan. Nachholbedarf sieht sie in Punkto Innovationen. Hier würde es derzeit noch zu sehr ein Kopieren von alten Strukturen geben: “We have the opportunity to completely reinvent mobile and yet we get concerned over small banner ads.” Einfache Spiele wären viel effektiver als Banner. Als Beispiel zeigte sie Avocarrot. Das Londoner Start-up hat eine Mobile Advertising Plattform, die Belohnungen für Spiele auf mobilen Anwendungen bietet.

The future is mobile

Die Zukunft ist mobil, meint Keegan. Jedoch liegen viele Universitäten nicht am Puls der Zeit, da sie schlichtweg Mobile Marketing vernachlässigen. Daher ist Selbststudium angesagt, so die Expertin: “The future of mobile marketing is in your hands, so teach yourself and access more content on your mobile.”
Mehr Tipps von Keegan:
  • Be aware of your own mobile usage and that of your friends and family. Learn from it!
  • Think about mobile apps and services you use and why
  • Access more content on your mobile. Critique the experts
  • Consider mobile first
  • Teach yourself, your teachers cannot teach you this stuff.
Mobile Marketing Experten: (v.l.n.r.) Daniel Kalbeck, Alexander Oswald, Helen Keegan, George Nimeh
Daniel Kalbeck
Der nächste Speaker, Daniel Kalbeck, Geschäftsführer von kalbeck.media hielt seinen Vortrag über “Mobile Marketing trifft auf Internet of Things.” Zuerst erklärte er, um was es sich bei Internet of Things handelt
1) Es geht immer um digitale Sensorik und Aktorik, also z.B. um einen Sensor der etwas misst.
2) Web-Anbindung – Hier spielt die Cloud eine wichtige Rolle, damit man zu einem Server kommt.
3) Wir brauchen Web/App/Desktop User Interfaces, vor allem beim Mobile Marketing, um mit dem User zu interagieren.
Internet of Things hat viele Kommunikationspotentiale, da es sehr nah an den Menschen kommt, so Kalbeck. Dabei gibt es jedoch auf technischer, als auch auf inhaltlicher Ebene einige Herausforderungen, wie nicht kompatible Plattformen, zu wenige Schnittstellen, Privacy und Security Issues, die Entwicklung und Integration massentauglicher Use-Cases, sowie die Etablierung von Revenue Modellen. Laut Kalbeck sind Wettbewerbe und Gamification Mobile Marketing Zutaten.
George Nimeh
George Nimeh, Chief digital Officer beim Kurier sprach über die Zukunft von Mobile Marketing und lernte den Zuhörern ein neues Buzzwort aus den Staaten – usie (selfie + us = usie), was er auch gleich live demonstrierte.
Die zwei wichtigsten Dinge, die wir realisieren sollten sind laut Nimeh:
  • “We are too slow.” Wir leben in einer Welt, die sich schneller und schneller dreht. Selbst, wenn man in einem Raum mit 3000 Developern sitzt und Google heißt, hat man Aufholbedarf.
  • “Mobile is huge.” Junge Menschen sind heute confident (selbstsicher), connected und changing. Sie sind süchtig nach ihren Mobiltelefonen und können nicht genug davon kriegen. 91% der Generation C schlafen neben ihren Telefonen. Sie würden eher auf ihre Zahnbürste verzichten, als auf ihr Smartphone.
60 Prozent des Datenverkehrs in den Staaten ist mobil. Daher setzen viele Unternehmen wenn es ums Web geht auf Mobile, so auch die Coffeeshop-Kette Starbucks, die bereits  6 Millionen mobile Transaktionen in den USA pro Monat verzeichnet. (Das sind 15 Prozent des Umsatzes)
Laut Nimeh braucht es ca 5 Jahre bis Trends nach Österreich kommen. Damit haben wir eine Art Kristallkugel, mit der wir nach Asien und in die USA blicken können, was uns die Möglichkeit gibt, Innovationen in unseren Unternehmen voranzutreiben. “Getting faster is part of the deal, because our customers are getting faster. Ignoring the future is not a solution.”

You cannot invent the future by investing in the past

Warum sind einige Unternehmen so erfolgreich und andere nicht? Als Beispiel aus der Medienwelt nennt Nimeth die New York Times und deren Innovation Report, der ein “Must Read” ist, zeigt er doch, dass das digitale Vorzeigeunternehmen es nicht schafft, seine strukturellen Probleme zu überwinden. Den ganzen Report finden Sie hier.
Buzzfeed und Vice Media sind laut Nimeh gute Beispiele von Medienunternehmen, die auf Video-Content und Mobile setzen und so auch den Leser an sich binden.
Auch für den Kurier gilt: “We can only try to keep up”.