Tabletnutzung
News & Events

re:publica 2014: Das Internet ist kaputt

16.06.2014

Unter dem Motto “Into the Wild” fand vom 6. bis 8 Mai 2014 Europas größte Internetkonferenz, die re:publica in Berlin statt. Über 6000 Besucher aus 45 Ländern, darunter Netzaktivisten, Blogger, Digital Natives sowie Geeks und Nerds versammelten sich in der Station Berlin, einem ehemaligen Postbahnhof, und besuchten an die 350 Vorträge, Diskussionen und Workshops.
Die Inhalte waren breit aufgestellt und befassten sich mit Onlinejournalismus, Big Data, Mobilität der Zukunft, Start-Ups und Innovation. Aber vor allem ein Thema dominierte die Veranstaltung: Die Überwachung im Netz, und wie man sich davor schützen kann.

Überwachung darf nicht zur Normalität werden

„Wir haben eine Internet Krise, die sich von alleine verschlimmert, wenn wir nichts tun. Auch für kommende Generationen haben wir eine Verantwortung, wir müssen dafür kämpfen, dass Überwachung nicht zur totalen Normalität wird. (…) Ich glaube wir alle sollten noch mehr Selbstkritik üben und herausfinden, was wir alles nicht richtig gemacht haben“, appelliert Lobo.
Das Netz ist eine große, technologiebasierte Infrastruktur, die tief in das Leben der Menschen eingreift. Heute finden neun von zehn Transaktionen im Internet satt. Beim Programmfehler Heartbleed konnte man sehen, dass ein großer Teil der Internetdienste, darunter auch namhafte Websites für Angriffe anfällig waren, da u.a. der Arbeitsspeicher eines Servers sehr leicht ausgelesen werden konnte.
Lobo fordert daher einen sensiblen Umgang mit persönlichen Daten und einen größeren Druck auf die Politik, denn auf dem Spiel steht nicht nur ein freies, offenes und sicheres Internet, sondern auch eine freie, offene und sichere Gesellschaft.
Auch Wikileaks Journalistin Sarah Harrison, die Edward Snowden bei der Flucht aus Hong Kong half, sprach im Interview mit der Enthüllungsjournalistin Alexa O’Brien über die Überwachungspraktiken der Geheimdienste und dass nicht nur Daten Verschlüsselung wichtig sei, sondern auch eine Internationale Konvention zum Schutz von Whistleblower. Regierungen, sollten Mut haben sich gegen die USA zu behaupten, so Harrison: “Dies ist eine globale Angelegenheit. Ich wünschte, Regierungen würden sich diesen Geheimdienst-Aktivitäten entgegenstellen.“

I’ve been looking for (digital) freedom

„96 Prozent des Planeten benutzen Services, die aus vier Prozent der Welt kommen. Warum? Weil sie einfach toll sind“, so Hyppönen. Die US-Unternehmen Facebook, Twitter, Google, Apple oder Amazon kennt jedes Kind, aber bedeutet das auch, dass Europa versagt hat, weil es nicht genug Freiraum für innovative Unternehmen zur Verfügung stellt?
Dass das Telefon von Angela Merkel überwacht wurde, ist für Hasselhoff nachvollziehbar, aber er findet es nicht in Ordnung, wenn Daten von unbescholtenen Privatpersonen in den Händen der Geheimdienste landen. „Die Leute sagen ‘Ich habe nichts zu verbergen’ aber wer immer das behauptet, hat darüber nicht lang genug nachgedacht. Privatsphäre ist ein Menschenrecht, das wir brauchen, auch wenn wir nichts zu verbergen haben“, so Hasselhoff.
Alle weiteren Vorträge gibt es als Videos im re:publica Youtube-Channel.
Wie Sie Ihre Unternehmenssicherheit verbessern können und Cyber-Attacken abwehren, erfahren Sie auf unserer T-Systems Security Seite.