Mann zeigt auf virtuelles GPS im Auto

Von Hybrid WAN zu SD-WAN

...oder von der Straßenkarte zum Navi

08. April 2020

Für viele Familien ist es noch eine bekannte Szene aus vergangenen Tagen. Der Sommerurlaub kündigt sich an, die Koffer werden gepackt und das Auto beladen. Bevor es tatsächlich los geht, wirft der Familienvater noch einen gewissenhaften Blick auf die Straßenkarte, um sich den Weg zum Urlaubsdomizil genauestens einzuprägen und so die optimalste Ankunftszeit zu garantieren. An der Vorbereitung sollte ein erholsamer Urlaub im Kreis von Kind und Kegel somit nicht scheitern.

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Doch was folgte, wich nicht allzu selten etwas von den Erwartungen ab. Aufgrund einer nicht bekannten Baustelle und der dadurch notwendigen Suche einer Alternative auf der Straßenkarte, erreichte man den Grenzübergang zu einer Zeit, wo man eigentlich schon die Luftmatratzen aufblasen wollte.

Der anfängliche Vorsprung, durch zeitiges Aufbrechen von Zuhause gegenüber anderen Urlaubswilligen erreicht, war somit auch verpufft und so teilte man sich die Autobahn mit diesen Leidensgenossen im Staumodus.

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Ein Navigationssystem schützt zwar auch heute nicht komplett vor Stau und Verspätung, aber es kombiniert aktuelle Straßenkarten, Sperren und Echtzeitdaten zum Verkehrsaufkommen, prognostiziert damit unsere voraussichtliche Ankunftszeit und zeigt uns Alternativrouten. Die Entwicklung von der Straßenkarte zum Navi erspart uns nicht nur so manchen stressbedingten Zwist in der Familie, sondern ist auch ein plakativer Vergleich, wenn es um die Vorteile von Software Defined WAN (SD-WAN) gegenüber vielfach gängigen Hybrid WAN-Architekturen in Unternehmensnetzwerken geht.

Hybrid WAN, dieses Konzept basiert auf zumindest zwei WAN-Leitungen je Standort. Sowohl Primär- als auch Backupleitung befinden sich im aktiven Modus. Für die Applikationen wie ERP-Systeme, IP-Telefonie oder Web Services werden bei diesen Konzept vordefinierte Routen durch das WAN festgelegt. Somit sind wir wieder beim gewissenhaften Sondieren der Straßenkarte. Ist die Primärleitung überlastet kann zwar eine Alternativroute über die Backupleitung hinterlegt werden, die dann auch automatisch genutzt wird - mit dem Nachteil, dass sich businessrelevante Applikationen (wie ERP) und Sekundäranwendungen (wie Videos Streaming) nun die Backupleitung teilen müssen. Und so sind wir nun wieder beim Stau.

Whitepaper SD-WAN

WAN Konzepte können oft mit der dynamischen Anforderung moderner Unternehmen nicht mehr mithalten.
Eine praktische Abhilfe schafft SD-WAN.

Was macht SD-WAN nun so viel besser, damit es dem Vergleich mit einem Navigationssystem standhält?

Auch hier sind wieder zumindest zwei WAN-Leitungen je Standort notwendig und beide befinden sich wieder im aktiven Modus. Im Gegensatz zum Hybrid WAN erfolgt die Routenanpassung allerdings dynamisch, das heißt aufgrund von Echtzeitdaten zur Datenautobahn. Diese Echtzeitdaten sind üblicherweise die Latenz, der Zeitraum zwischen Versand und Ankunft eines Pakets, oder Jitter, die Varianz bei den gemessenen Latenzen. Genügen die Echtzeitdaten nicht mehr den Anforderungen, so werden wichtige Anwendungen auf die  Backup-Leitung gelegt. Dies geschieht meist vom Nutzer unbemerkt. Die momentan schwächere Primärleitung wird im Gegensatz zu Hybrid WAN aber weiterhin genutzt, nämlich für die weniger kritischen Applikationen. Dadurch wird Stau vermieden. Sollte auch die Backup-Leitung unter einer schlechten Performance leiden, kann auch noch eine Rettungsgasse gebildet werden, in der priorisierte Anwendungen Vorrang haben. So ist der fließende Verkehr auch noch in diesem Fall zumindest teilweise gesichert.

Diese Argumente überzeugen immer mehr Unternehmen von Software Defined WAN-Lösungen. Denn gerade das exponentielle Wachstum an Daten und Endgeräten erfordert zukunftsweisende Ansätze. SD-WAN gibt Fachabteilungen die Möglichkeit zur Entwicklung neuer, digitalisierter Produkte und Services. Somit kann auch der IT-Leiter entspannt in den nächsten Urlaub aufbrechen ;-)

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