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Wolken vor hellblauem Hintergrund in den Arm mit Smartphone ragt.

Vier Tipps, um die Multi-Cloud-Welt zu überleben

Für Unternehmen ist es nicht einfach, den Überblick im Dschungel der Multi-Cloud-Anbieter zu behalten

10. Juni 2020Martin Holzinger

Herrscher über die Cloud

Vor zehn Jahren war derjenige ein Cloud-Experte, der eine Web-Applikation auf AWS betreiben konnte. Zehn Jahre, allzumal in der Ära der Digitalisierung, sind eine lange Zeit. Heute, in der beginnenden Multi-Cloud-Ära, braucht es mehr als das manuelle Aufsetzen eines virtuellen Servers, um „die Cloud“ zu beherrschen.

Multi Cloud ist real: Cloud-Provider en masse

Helle durchsichtige Pilze, die auf dunklem Boden wachsen

Dafür sind zwei Gründe ausschlaggebend. Erstens: „Die Cloud“ gibt es schon lange nicht mehr. Sie hat sich verwandelt in eine Landschaft (manche sagen: einen Zoo) verschiedener Angebote und Technologien. Zweitens: Go Cloud-only – auch das ist mittlerweile in den Köpfen angekommen – ist eine Utopie, die an der Unternehmensrealität vorbeigeht.

Wie Pilze nach einem warmen Herbstregen sind die Cloud-Provider auch in Deutschland aus dem Boden geschossen. Laut Cloud Computing Insider analysierte Crisp Research in seinem Vendor Universe 2019 über 100 Cloud-Service-Provider, ISG in seiner Provider Lens über 140 Anbieter. Schwierig, da den Überblick zu behalten. Auf der anderen Seite belegt die Menge der Angebote, dass die Multi Cloud mehr als nur ein (Alb)traum ist. 

Wie auf einem Marktplatz bietet die Multi-Cloud-Ära natürlich reichlich Optionen für die Unternehmen, die bereit sind, sich aktiv mit ihr auseinander zu setzen. Doch welche Fähigkeiten braucht es, um als Unternehmen den optimalen Nutzen aus der Multi-Cloud-Welt zu ziehen? In Multi-Cloud-Projekten mit unseren Kunden kommen immer wieder folgende vier Punkte auf die Agenda:

1. Kennen Sie „Ihre“ Clouds

Eine Multi-Cloud-Strategie lebt unter anderem davon, dass Sie die passenden Infrastrukturen zu den jeweiligen Use Cases (und Applikationen, siehe nächster Punkt) finden. Diejenigen, die von der technischen und administrativen Seite optimal einen Businessprozess oder Teilprozess unterstützen. Dafür ist die Kenntnis der Schwächen und Stärken (auch hinsichtlich Performanz der jeweiligen Cloud) unerlässlich. Die dauernde Weiterentwicklung der Public Clouds (aber auch der Private Clouds) in puncto Features, Services und Performanz verändert das Spielfeld dauernd. „Agil“ ist hier nicht nur ein Claim. „Ihre“ Clouds sollten nicht nur diejenigen sein, die Sie im Einsatz haben. Pflegen Sie eine „Watchlist“ weiterer Kandidaten.

2. Denken Sie jenseits der Cloud

Bleiben Sie nicht bei Infrastrukturen und Plattformen stehen. Diese sind nur Mittel zum Zweck einer optimierten Prozessunterstützung, die Sie mit Applikationen erreichen. Entwickeln Sie daher Ihre Applikationsstrategie gemeinsam mit den verfügbaren oder gelisteten Infrastrukturen. Vergessen Sie nicht Ihre Legacy-Welt und planen Sie Triggerevents (oder Parameter), an denen für Sie eine Cloud-Migration betriebswirtschaftlich oder technisch Sinn ergibt. Bis dahin müssen Sie dafür sorgen, dass ihre Legacy-Welt und die Cloud-Welt reibungslos kooperieren. Behalten Sie die Portierbarkeit Ihrer eigenentwickelten Anwendungen im Blick. Die Plattformunabhängigkeit (beispielsweise durch den Einsatz von Containern) verschafft Ihnen hohe Flexibilität und ist eine wichtige Voraussetzung, um die Mehrwerte einer Multi-Cloud-Strategie zu realisieren.

3. Multi Clouds brauchen ein „Multi“-Management

Ausschnitt von Werkzeug, das an Wand hängt

Eine Multi-Cloud-Landschaft zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie eben „multi“, also vielseitig, ist. Sie brauchen nicht nur Skills, um die verschiedenen Clouds optimal einzusetzen, sondern auch Tools, die Ihnen beim Management der Landschaft helfen. Diese Tools sollen nicht nur das technische Management der Multi-Clouds ermöglichen, sondern Ihnen auch Transparenz über die Nutzung und die damit verbundenen Kosten der einzelnen Clouds geben sowie Compliance- und Sicherheitsanforderungen im Griff haben. Im Idealfall erlauben die Tools auch eine Kostenallokation auf verschiedene Verbraucher, sprich: Kostenstellen. Langfristiges Ziel Ihres Toolsets sollte sein, Workloads automatisch auf verschiedene Clouds zu verteilen – dabei werden Automatismen oder KIs langfristig unerlässlich sein.

4. Integrationskompetenz für Hybrid Clouds

Hybrid Clouds als Subthema repräsentieren sozusagen die hohe Schule der Multi Cloud. Für Hybrid Clouds sollten Sie zusätzlich spezifische Integrationskompetenzen bereithalten. Wenn Sie einen Fokus auf hybride Clouds legen, sollten Sie mittelfristig Standardprozeduren entwickeln, mit denen Sie beispielsweise eine „niedrigschwellige“ Integration von Systemen (teil)automatisiert abwickeln können.

Stellen Sie die Weichen für die Multi Cloud

Die Anforderungen einer Multi-Cloud-Welt sind vielfältig. Die Multi Cloud ist für Anwender eine Schatzkiste, aus der sie wählen können. IT-Abteilungen sind hingegen in nie gekanntem Maß herausgefordert. Deswegen sollten sich IT-Abteilungen frühzeitig auf die Anforderungen der Multi-Cloud-Welt einstellen. Automatisierung, KIs, aber auch Managed Services von erfahrenen Cloud-Management-Providern sind mögliche Ansätze, um auch in der Multi-Cloud-Welt den Kopf über Wasser zu halten. Für den Anfang könnten Sie alternativ auch einen Blick in unser White Paper Future Cloud Infrastructure werfen.

Die Multi-Cloud aktiv gestalten

Die Future Cloud Infrastructure ermöglicht zukunftsorientiertes Multi-Cloud-Management, mit dem Sie Compliance und Kosten im Griff behalten. Wie das genau funktioniert, lesen Sie in unserem Whitepaper.

Zum Autor
IM-Holzinger-Martin

Martin Holzinger

Head of Business Development & International Consulting, T-Systems International

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