Public, Private oder Hybrid Cloud? OpenStack ermöglicht den Einsatz und die Kombination unterschiedlicher Cloud-Plattformen.
Fachbeitrag Cloud

Klar sieht, wer durchblickt.

Public, Private oder Hybrid Cloud? IaaS, PaaS oder SaaS? Brauchen wir OpenStack für unsere Cloud-Plattform? Welches Cloud-Modell passt am besten zu unseren Anforderungen? – Viele IT-Entscheider kennen die Fragezeichen im Kopf bei der Suche nach dem geeigneten Cloud-Modell. Ein Ratgeber-Pfad durch das Cloud-Chaos.
Autor: Jürgen Mauerer
Fotos: plainpicture/Design Pics
Eines steht fest: Künftig kommt keine Firma mehr an der Cloud vorbei. Doch der „Cloud Way of IT Life“ ist so vielfältig wie die Anforderungen von Unternehmen. Firma A ist eher vorsichtig und möchte nur ihre Groupware und Collaboration-Tools in die Cloud verlagern. Firma B betreibt speziell für die Cloud entwickelte Applikationen, die bei Bedarf zusätzliche Infrastruktur anfordern oder wieder freigeben können; und Unternehmen C benötigt Cloud-Ressourcen an verschiedenen, weltweit verteilten Standorten.
Ein Spezialfall sind Start-ups. Sie setzen häufig auf eine komplette Cloud-Infrastruktur, um hohe Anfangsinvestitionen zu vermeiden und ihre Produkte schnell auf den Markt zu bringen. Die Palette der Cloud-Anwendungen reicht dabei von Back-up as a Service über CRM-Systeme und Collaboration-Tools bis hin zum temporären Bezug von zusätzlicher Rechenleistung für besonders aufwendige Workloads. Es gibt also nicht die eine Cloud, sondern verschiedene Modelle, Services und Anbieter. Vielen Entscheidern fällt es schwer, hier den Überblick zu behalten und die richtige Cloud-Struktur für ihr Unternehmen zu finden.

OpenStack als Bindeglied im Cloud-Mix

Denn in der Praxis neigen die meisten Unternehmen zu einem Sourcing-Mix aus diversen Cloud-Plattformen (auch von verschiedenen Anbietern) und der klassischen IT-Infrastruktur, sprich zu einer Hybrid Cloud. Die Herausforderung besteht darin, diese heterogene Umgebung zu integrieren, Arbeitslasten beispielsweise in die jeweils geeignete Cloud zu übertragen, auf mehrere Public Clouds zu verteilen und bei Bedarf zu skalieren.
Voraussetzung dafür aber sind offene Schnittstellen und Standards, etwa zwischen den Clouds. Doch viele Provider verwenden proprietäre Software, die einen Datenaustausch oder Wechsel eines Anbieters arg verkompliziert. IT-Entscheider und Firmenchefs sind sich daher unsicher, in welche Plattformen und Technologien sie investieren sollen, ohne einen Vendor-Lock-in zu riskieren.
Hier kommt OpenStack ins Spiel. Das freie unabhängige Cloud Management System bietet quelloffene Softwarekomponenten für den weitgehend standardisierten Einsatz von Public Clouds in hybriden Anwendungsszenarien mit der Private Cloud. Über definierte Schnittstellen ist es möglich, neue Module oder Komponenten in das Gesamtsystem zu integrieren und Cloud-Services miteinander zu verknüpfen.
Unternehmen sollten daher bei der Wahl ihres Cloud-Anbieters neben Punkten wie Sicherheit, Preis und Servicequalität darauf achten, dass er herstellerunabhängige Cloud-Technologien und -Architekturen wie OpenStack unterstützt. Dann erhalten sie ganzheitliche und flexibel kombinierbare Cloud-Lösungen, die alle Anforderungen abdecken – von geschäfts kritischen Anwendungen mit höchstmöglichen SLAs bis hin zu unkritischen Test- und Entwicklungsumgebungen, deren Servicelevel sich auf die Verfügbarkeit der Hardware begrenzt.

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