Sein DMS entwickelt T-Systems gemeinsam mit Dialogpartnern wie Michael Kull, IT-Projektleiter im Autohaus Wolfsburg, weiter.
VAUDISX

Automobilhandel 4.0: Wenn der Kunde mitentwickelt.

Ohne Dealer Management Systeme (DMS) läuft in Autohäusern wenig zusammen. Auch die Händler der VW-Konzernmarken bauen auf eine Software, mit der sie die anfallenden Geschäftsprozesse managen. Die ist allerdings in die Jahre gekommen. Höchste Zeit also für eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung: Und die packt T-Systems gemeinsam mit Entwicklern und Kunden an. Das Ergebnis: VaudisX.
Autor: Thomas Heinen
Fotos: Michael Löwa
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VaudisX
Podcast: VaudisX
Seit Mitte 2017 erlebt das veraltete Dealer Management System namens Vaudis eine Renaissance. Noch vor einem Jahr stand Vaudis vor dem Aus. Die Konkurrenz markengebundener Systeme schien zu übermächtig. Aber viele VW-Händler wollten Vaudis trotzdem nicht missen. „Die Anwender schätzen die Stabilität, Flexibilität und Zuverlässigkeit dieses Systems. Nicht zuletzt deshalb sind Händlerbetriebe aktiv mit der Bitte an uns herangetreten, Vaudis weiterzuentwickeln“, berichtet Katrin Strobel aus dem Bereich Automotive Retail von T-Systems. Bereits im November 2017 ging T-Systems mit dem aktuellen Stand von VaudisX auf Tour. Auf den Roadshows konnten sich die VW-Konzernmarkenhändler von den neu entwickelten Features und Oberflächen des bewährten DMS überzeugen.

Neue Massstäbe in der Produktentwicklung

Gemeinsam mit neun Partnern aus dem VW-Händlerumfeld investiert T-Systems in das Nachfolgesystem von Vaudis und setzt damit gleichzeitig neue Maßstäbe in der Produktentwicklung. Dabei geht es darum, alle Prozesse einer Vertriebs- und Serviceorganisation zu unterstützen, vom Kundenkontakt-, Neu- und Gebrauchtwagenmanagement der Autohäuser über die Bereiche Ersatzteile/Zubehör und Service bis hin zu Garantie- und Kulanzabwicklung,
Fahrzeugdirektannahme
Mit VaudisX kann das Autohaus Wolfsburg seine Serviceprozesse durchgängig abbilden.
​​​​​​​der Zeiterfassung und den Anwendungsfeldern Finanzwesen und Controlling. „Dieses Modell, mit dem Kunden in gemeinsamen Workshops die Entwicklung eines DMS vorantreiben, ist in der Telekom-Welt bislang einmalig“, sagt Katrin Strobel. Die Entwickler wollen VaudisX in Zusammenarbeit mit den Partnern aus dem Handel schrittweise entwickeln und ab 2018 ausrollen. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll das erste Modul Kundendienst und Serviceannahme an den Start gehen. Danach folgen stufenweise bis zum dritten Quartal 2019 die nächsten Module: Stammdaten, Lagerwirtschaft und Neuwagen. „Wir wollen das, was wir haben und was funktioniert, in die Zukunft tragen und anpassen“, sagt Dirk Schröder, IT-Leiter im Autohaus Wolfsburg, mit rund 2000 Mitarbeitern an 26 Standorten eines der größten Autohäuser der Volkswagen-Konzernmarken in Deutschland. „Als Entwicklungspartner stellen wir sicher, dass sich im Dialog möglichst viele relevante Praxisanforderungen umsetzen lassen“, sagt Schröder.

Schlanker Kern plus digitale Lösungen

Die Händler wollen ein durchgängiges DMS mit einer intuitiven Web-Bedienoberfläche und offenen Schnittstellen. „Wir brauchen ein lebendiges System, um flexibel auf Wünsche und Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können“, sagt Schröder. „Wer heute ein Fahrzeug kauft oder sein Auto in die Werkstatt bringt, erwartet von seinem Autohaus eine durchgängige Betreuung, unterstützt durch digitale und mobile Technologien.“
Fahrzeugdirektannahme
Im Zusammenspiel mit den CEM-Modulen wird VaudisX den kompletten Serviceprozess zu 100 Prozent abbilden, von der Terminvereinbarung bis zur Abrechnung.
Der schlanke Kern von VaudisX lässt sich um markt- und markenspezifische Systeme sowie um Digitalisierungsmodule der Customer Experience Management Automotive Platform (CEM Automotive) von T-Systems erweitern.
CEM bietet Autohäusern ein breites Spektrum an Funktionen in Aftersales und Vertrieb. Dazu zählen der digitale Showroom mit Verhaltensanalysen, die Online-Terminbuchung oder eine tabletbasierte Dialogannahme, in der ein Serviceberater dem Kunden den Zustand seines Fahrzeugs gleich an der Hebebühne erklärt und dokumentiert. 
Im Zusammenspiel mit den CEM-Modulen soll VaudisX künftig den kompletten Serviceprozess abbilden – von der Terminvereinbarung über Werkstattplanung, Direktannahme und Auftragsdurchführung bis hin zur Rechnungsstellung. Was die Schnittstellen zu Herstellersystemen angeht, haben die Entwickler in der ersten Stufe zunächst die VW-Konzernmarken im Fokus. Der Händler, der ausschließlich VaudisX nutzt, besitzt auch die Datenhoheit. Die Digitalisierungsmodule von CEM Automotive sind in der deutschen Cloud der Telekom gespeichert. Jeder Händler erhält seinen eigenen Zugriff: „Alle Daten sind nur für den jeweiligen Partner sicht- und nutzbar“, sagt Strobel.

Finaler Leistungsumfang noch offen

„Durchgängige Kundenbetreuung
braucht die Unterstützung durch
digitale und mobile Technologien.“
DIRK SCHRÖDER,
IT-Chef, Autohaus Wolfsburg
Mit VaudisX transferieren Entwickler und Händler das bewährte DMS gemeinsam ins digitale Zeitalter. Beide Seiten entschieden sich bewusst für ein schlankes Kernsystem, das ein Händler nach eigenen Wünschen um digitale Module aus der CEM-Plattform ergänzen kann. Während des Entwicklungsprozesses stehen die Anforderungen der Anwender im Fokus. „Mit Blick auf den finalen Leistungsumfang werden wir vieles davon abhängig machen, was wir am Ende gemeinsam mit unseren Entwicklungspartnern als hilfreich und effizienzsteigernd für die Händler der VW-Konzernmarken identifizieren“, sagt Strobel.

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