Co-Innovation auf höchstem Niveau: Gemeinsam realisieren T-Systems und Fujitsu neue Ideen für die Smart Factory.
Interview

Einfach weiterdenken.

Dr. Stephan Verclas, Leiter des Innovation Center von T-Systems, zum gemeinsamen Co-Innovation-Ansatz mit Fujitsu.
Autor: Thomas van Zütphen
Foto: Dominik Pietsch, Michael Löwa

Herr Dr. Verclas: Was steckt hinter dem Gedanken von Co-Innovation?

Nichts anderes als der Ansatz, gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern aus Wirtschaft und Forschung neue Ideen zu realisieren. Gemeinsam heißt in dem Fall auch unter Einbeziehung unseres Innovationsnetzwerks innerhalb des Konzerns Deutsche Telekom sowie der operativen Einheiten der T-Systems. Aus den Anforderungen unserer Kunden entwickeln wir mit innovativen Technologien möglichst wirtschaftliche Lösungen. Das Projekt Head Mounted Display im Logistikbereich von Fujitsu ist dafür ein gutes Beispiel. Im Kern geht es ja bei jedem Digitalisierungsprozess – dem unserer Kunden, aber auch dem von Fujitsu – um die Frage: Laufen zukünftige Applikationen und Dienste on premise auf einem Gerät, oder nutzen sie zum Beispiel die Cloud quasi als Infrastruktur des Servicemanagements? Kann ich Dienste als Micro-Services abbilden, sie damit mehrfach verwenden und gegebenenfalls weitere Mehrwerte erschließen, etwa durch die systemische Verknüpfung mit Smart Analytics? An dem Punkt wollen Kunden kein lang angelegtes Projekt mit ungewissem Ende, sondern kurze, klare Teilprojekte (Sprints), die helfen, den Projektfokus zu adjustieren und Flop-Risiken zu minimieren.

Und da setzen Sie heute an?

Korrekt. Co-Innovation, wie wir sie verstehen, braucht Vertrauen, Mut und Motivation. Denn Kreation endet bei uns nicht im Zusammenfügen von Technologien, für die der eine oder andere Partner die bessere Kompetenz und Expertise hat, und dann ist das Produkt fertig. Es geht darum, einfach weiterzudenken und vom ersten Schritt an um die Balance, das eigentliche und viel werthaltigere Entwicklungsziel immer im Auge zu behalten: künftig gemeinsamen Kunden gemeinsame Lösungen anzubieten. Also fort von punktueller Kooperation, hin zu einem durchgängigen Prozess von der gemeinsamen Entwicklung über Produktion, Consulting bis zu Vertrieb und Integration. Dafür prüfen wir im ersten Schritt: Wer kann in die Co-Innovation welche Mehrwerte einbringen? Beim HMD zum Beispiel liefert Fujitsu heute das Gerät, den Use Case und den Prozessablauf, den es zu unterstützen gilt. Wir haben die Lösung designt, die Applikation entwickelt und erste Micro-Services, zum Beispiel Pick-to-Voice, integriert. Zusätzliche Micro-Services, etwa aus dem Umfeld 5G und Edge Cloud Computing, können im Projektverlauf oder späteren Betrieb von weiteren Partnern ergänzt werden.

Was ist der nächste Schritt?

Wir verproben mit Fujitsu eine Softwarelösung unserer Tochter Multimedia Solutions (MMS), die in der Lage ist, Maschinendaten zu visualisieren und damit ein virtuelles Abbild einer analogen Fabrik zu liefern. Dabei können eine ganze Anlage oder, je nach Zielgruppe, auch einzelne, reale Fabrikationsprozesse visualisiert werden. Dieser sogenannte Digital Twin wird zur Basis eines Dashboards, aus dem heraus jeder Kunde eine bedarfsgerechte Darstellung erhält, beispielsweise auch über Algorithmen für Predictive Maintenance. Im Kern gibt quasi ein Avatar der Fabrik konkrete Empfehlungen für nötige Prozessschritte bis hin zur Integration von Suppliern. Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, wie über weitere Assets aus einem reinen Softwareprodukt eine echte Lösung wird.