Mithilfe der Airport Software von T-Systems kann der Flughafen Köln/Bonn seinen gesamten Betrieb steuern.
Flughafen Köln/Bonn

Hoch hinaus.

Der Flughafen Köln/Bonn möchte sich in einen Smart Airport verwandeln. Cloud-Technologien, Big Data und das Internet der Dinge sollen Passagiere zufriedener und Prozesse effizienter machen.
Autor: Peter Gaide
Fotos: PR (2)
Oliver Reindl
„Die IT muss zum Business-Enabler werden, der technische Möglichkeiten mit betriebswirtschaftlichen Szenarien zusammen denkt.“
Oliver Reindl, CIO Flughafen Köln/Bonn
Nur ein Beispiel dafür ist der onlinegestützte Parkservice. Schon heute bekommen Kunden des Flughafens Köln/Bonn auf Wunsch eine Woche vor Abflug einen Hinweis per E-Mail, auf welchem Parkdeck nahe der Abfluggates es freie Kapazitäten gibt. Nur: In Zeiten von Cloud-Technologien, Big Data und dem Internet der Dinge ist eine Woche eine Ewigkeit. Fünf Minuten sind das Ziel. Und das ist nur einer der Schritte, über die der Flughafen in den kommenden fünf Jahren zu einem Smart Airport werden soll, auf dem dank klug und gezielt eingesetzter Digital- und Cloud-Technologien Passagiere zufriedener und Prozesse im Frachtbereich effizienter sind denn je. Vater und Motor des Projekts ist Flughafen-CIO Oliver Reindl, und er weiß: „Je entspannter ein Reisender ist, umso positiver sieht er den Airport, umso wahrscheinlicher ist seine Wiederkehr und umso eher empfiehlt er uns weiter“. Für Flughäfen steht dabei viel auf dem Spiel. Denn die im Non-Aviation-Bereich generierten Umsätze – inklusive der Mieten der Shopbetreiber – sind neben den Parkgebühren von großer Bedeutung für einen Flughafen. „Zur dafür nötigen Kundenzufriedenheit“, so Reindl. „ist die Digitalisierung ein, wenn nicht sogar der Schlüssel.“

Stressfrei dank Digitalisierung

Nicht nur bei seinen gut elf Millionen Passagieren jährlich könnte der Flughafen Köln/Bonn dank digitaler Helfer punkten. Denn Airport-Software ist eine hochkomplexe Anwendung, in die viele Player eingebunden sind und mit der man den gesamten Flughafenbetrieb steuern kann – vom Anflug bis zum Abflug. „Beim Ein- und Ausstieg der Fluggäste, aber auch dem Be- und Entladen der Flugzeuge nutzen die Mitarbeiter bereits heute Handhelds statt eines Papierformulars, um Informationen einzutragen“, sagt Oliver Reindl. Auch hier ist Zeit Geld: In Zukunft sollen die Mitarbeiter diese Information auch per Sprachbefehl geben können. Sobald sie ein entsprechendes Kommando ins Headset sprechen, setzt die Software im Back-End einen Zeitstempel. Die Zeiterfassung und die Abrechnung werden exakter und schneller und entlasten den Mitarbeiter von manuellen administrativen Aufgaben.
Passenger Experience am Flughafen Köln/Bonn
Ob nach der Gepäckkontrolle oder schon zuvor nach dem Check-in – je entspannter der Passagier, desto aussichtsreicher frequentiert er Shops, Cafés und Restaurants eines Airports.
Ein anderer Nebeneffekt der Digitalisierung werde beim Thema Cloud deutlich. Sie mache den zeit- und kostenintensiven Ausbau eigener Rechenzentren immer weniger sinnvoll und lukrativ. „Der Trend in Richtung Zukauf von externen Rechnerkapazitäten und Basisdienstleistungen ist eindeutig und unumkehrbar“, sagt Oliver Reindl.
Das Airport Management System etwa, mit dem sich ein Flughafen komplett steuern lässt, bietet T-Systems aus der Cloud an. Von den Check-in-Schaltern über die Gepäckabfertigung bis zu den Bildschirmen, Anzeigetafeln, Fluggesellschaften, Flugsicherung, Polizei und Zoll sowie Catering-, Abfertigungs- und Reinigungsunternehmen werden alle Beteiligten eines Flughafens mit den für sie relevanten Informationen in Echtzeit aus der Cloud versorgt. In einigen Monaten soll das Köln-Bonner „Smart Airport“-Projekt Fahrt aufnehmen. Die Digitalisierung wartet nicht.

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