Mit der herstellerunabhängigen Telekom-Smart-Home-Plattform QIVICON werden Car-Net und Smart Home miteinander verbunden.
Volkswagen

Wenn das Haus mit dem Auto spricht.

Connected-Car-Ideen gibt es viele. Doch richtig zum Tragen kommt die Technologie erst, wenn auch ein tatsächlicher Austausch stattfindet und die Maschinen miteinander interagieren.
Autor: Sven Hansel
Fotos: Haus E, Chemnitz; [2011] Bigstock.com, Volkswagen AG

Die innovative Telekom-Smart-Home-Plattform

Bahn frei, Gang rein, laufen lassen. Manchmal kann Auto fahren so angenehm sein – bis einem plötzlich wie ein Blitz durch den Kopf schießt: „Habe ich die Terrassentür tatsächlich geschlossen?“, „Ist der Herd ausgeschaltet, oder brennt die Küche bereits?“ Und natürlich beunruhigen diese Fragen, wenn man sich und sein Kurzzeitgedächtnis bereits 100 Kilometer weit von zu Hause entfernt hat.
Nicht nur vor diesem Dilemma können sich schon bald zumindest die Besitzer eines Volkswagens schützen: Noch im Laufe dieses Jahres werden die Car-Net-Dienste des Autobauers im ersten Schritt über die Technologie Mirror-Link mit der herstellerunabhängigen Telekom-Smart-Home-Plattform QIVICON verbunden. Analog zu Mirror-Link werden dann im späteren Verlauf weitere Anbindungstechnologien folgen. Damit lassen sich Funktionen wie Licht, Heizung oder Innen- und Außenkamera komfortabel aus dem Auto heraus abrufen und steuern. Dafür benötigt der Fahrer kein Smartphone, sondern greift auf alle Funktionen über das Autodisplay zu – ganz einfach so wie auf sein Navi.
Der Clou an dem neuen Modul sind jedoch nicht allein dessen Funktionen, sondern deren Integration. Denn das vernetzte Haus und das smarte Auto agieren keinesfalls autonom, sondern gemeinsam. „Wenn Sensoren im Haus beispielsweise einen Wasserschaden oder Rauchentwicklung erkennen, bekommt der Fahrer diese Informationen proaktiv auch während der Fahrt angezeigt. Er kann dann sofort über die Kamera einen Blick in sein Zuhause werfen und, wenn nötig, umgehend telefonisch Hilfe organisieren“, erläutert Rainer Feldkamp, Leiter Strategische und Innovative Projekte bei T-Systems. Dieses Miteinander gilt nicht nur für den Ernstfall, sondern auch im Alltag. Anhand der Entfernung des Fahrzeugs erkennt die Steuerung im Haus die wahrscheinliche Ankunftszeit und kann daraufhin die Heizung entsprechend regeln. Das ist komfortabel und spart zugleich Heizenergie. Ebenfalls lassen sich die Rollläden öffnen, die Alarmanlage aktivieren oder das Licht einschalten. Das geht auch während der Fahrt, denn das System ist jederzeit StVO-konform.
„Wir als Mobilitätsdienstleister und T-Systems als Kommunikations- und IT-Experte bringen das Beste aus beiden Welten zusammen“, fasst Dr. Marcus Heitmann, Geschäftsführer des Volkswagen-Geschäftsbereichs Car-Net, die Stärke des neuen Angebots zusammen. Wie richtig die beiden Partner damit offenbar liegen, zeigt eine repräsentative Forsa-Studie im Auftrag des Versicherers Cosmos Direkt. So kennen mittlerweile bereits 86 Prozent der Bundesbürger Smart-Home-Systeme, und mehr als jeder zweite erhofft sich davon etwa höhere Sicherheit. Denn bei einem Einbruch übernehmen inzwischen einige Hausratversicherungen die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände, wenn ein Smart-Home-Alarmsystem installiert ist. Zudem erstatten sie die Kosten für aufgebrochene Fenster, Türen – alles dank der Tatsache, dass das Haus mit dem Auto spricht.

Drei gute Gründe für das vernetzte Auto