Über Netzwerktechnologien der nächsten Generation schreibt Reinhard Clemens, Telekom-Vorstand und CEO von T-Systems.
Editorial

Cyberkriminelle – Stakeholder, die keiner braucht.

Reinhard Clemens, Vorstand T-Systems Deutsche Telekom AG und CEO von T-Systems.
Dass wir zu Beginn dieses Jahres die operative Arbeit mit dem Geschäftsfeld Telekom Security aufgenommen haben, macht zwei Dinge deutlich: Wir als Unternehmen müssen in der Lage sein, uns an neue Entwicklungen schnell anzupassen. Und ohne das Thema Security mitzudenken, werden wir beim Kunden keine Aussicht auf Erfolg haben.
Denn darüber, dass das Internet der Dinge, Big DataCloud & Co. die Sicherheitsanforderungen von Unternehmen grundlegend verändern werden, hat sich wohl kaum jemand Illusionen gemacht. Darüber, wie man sich und sein Unternehmen wirksam schützen kann, aber offenbar schon. Welche Folgen das hat, zeigt der jüngste Sicherheitsreport des Instituts für Demoskopie Allensbach: Danach waren es Ende vergangenen Jahres nur noch sieben Prozent der mittleren und großen Unternehmen in Deutschland, die noch nie von einem IT-Angriff betroffen waren. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen werden mehrmals wöchentlich oder gar täglich attackiert. Dadurch entstand deutschen Unternehmen 2016 ein Schaden von 51 Milliarden Euro.
Leider gibt es gute Gründe anzunehmen, dass sich die Zahlen bis zur Veröffentlichung des nächsten Security-Reports ändern werden. Nur nicht zum Besseren. Denn die Beute, die sich Cyberkriminellen in Aussicht stellt, wird immer attraktiver. Denken wir nur an das autonome Fahren, den Gesundheitsmarkt oder an die intelligente Fabrik. Und an die dahinterliegenden Technologien wie Augmented Reality, künstliche Intelligenz, IoT, Analytics oder Quantum Computing – damit tun sich neue Forschungs- und innovative Geschäftsfelder auf, in die Unternehmen erst mal investieren müssen. Von Sachgütern über Intellectual Property bis zur Kreativität, Erfahrung und Expertise der Mitarbeiter. So werden allein die Security-Investitionen deutscher Unternehmen in diesem Jahr 8,5 Prozent höher ausfallen als 2016. Denn noch bevor sich Unternehmen auch berechtigte Hoffnung auf den ROI machen dürfen, hat ihr Engagement in neue Technologiefelder bei Wirtschaftsspionen längst was ganz anderes ausgelöst: reine Goldgräberstimmung. Suchen, schürfen, abschöpfen. 
Wir wollen, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Bei unseren Kunden nicht und bei uns selbst auch nicht. Mit der Bündelung der Kräfte aus allen Einheiten des Telekom-Konzerns im Geschäftsfeld Telekom Security können wir auf 1200 Experten zurückgreifen und werden damit vorrangig zwei Dinge erreichen, die uns besonders wichtig sind: unseren Kunden die zuverlässigsten und neuesten Security-Lösungen bereitzustellen, die bequem, unkompliziert und leicht zu bedienen sein müssen. Und das alles mit dem Ziel, dass Cyberattacken auf unsere Kunden und ihre Prozesse „Zero Impact“ haben. 
Die zunehmende Vernetzung oder das Management von Sensoren, deren Zahl in Zukunft in die Milliarden gehen wird, sind nur zwei Beispiele für Angriffsvektoren, die sich in jedem Unternehmen auftun. Gleiches gilt auch für die nicht weniger riskanten Nischen einer Security-Architektur, die wir heute mit unseren Fachleuten und deren Services besetzen können. Von unseren erfahrenen IT-Forensikern über die Abwehr von Drohnenangriffen bis zu den BSI-zertifizierten Experten unseres Lauschabwehrteams, dem einzigen übrigens, das es bislang in Deutschland gibt. Das zeigt: Die Verknüpfung unseres Sicherheitsportfolios von Ende-zu-Ende, von skalierbaren Managed Security Services bis zu Speed-up-Einsätzen unserer Incident-Teams, ist der richtige Schritt.
Herzlichst Ihr
Reinhard Clemens