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Fraport Brasilien

Der perfekte Turnaround

In gerade einmal zweieinhalb Monaten von Papierbelegen auf allermodernstes SAP aus der T-Systems-Cloud: Was die Fraport AG mit ihren beiden brasilianischen Flughäfen geschafft hat, kommt einer Punktlandung gleich.
Autor: Sven Hansel
Fotos: iStockphoto
Er ist in der Luftfahrtindustrie die Paradedisziplin der Profis – der Turnaround. Damit bezeichnen Fachleute den Zeitraum zwischen „on-block“ und „off-block“, also diejenige Spanne zwischen dem Stillstand des Flugzeugs an der Fahrgastbrücke und dem Entkoppeln für den nächsten Flug. Ob es gerade mal mehrere Dutzend Passagiere sind, die ein- und aussteigen, oder über 500 – mit anderen Worten hält der Flieger seine „Parking Position“ gerade mal 30 Minuten oder zweieinhalb Stunden. In dieser Zeit werden die Jets betankt, gereinigt, durchgecheckt, entladen, beladen und, und, und.

In Rekordzeit zu SAP

Ein minutiöses Zusammenspiel der Perfektion. Hier muss jeder Handgriff sitzen, alles wie am Schnürchen funktionieren, und das in atemberaubend kurzer Zeit. Ein ähnlich virtuoses Zusammenspiel bewerkstelligten jetzt die Fraport AG, SAP und T-Systems. Sie schafften einen ebenso meisterhaften „Turnaround“ und wechselten in Rekordzeit von überholten Papierprozessen in die moderne Welt der betriebswirtschaftlichen Lösungen.
Der Start: Der Flughafenbetreiber Fraport AG ist nicht nur eine nationale Größe, sondern auch international aktiv. So hält das Frankfurter Unternehmen etwa eine Beteiligung an den Flughäfen Antalya in der Türkei, Lima in Peru sowie an den bulgarischen Flughäfen Burgas und Warna. Vor zwei Jahren übernahm die im MDAX gelistete Fraport zudem mit Porto Alegre und Fortaleza zwei brasilianische Flughäfen komplett – und startete sofort mit deren Modernisierung. Vor allem in der IT-Landschaft stockten die Turbinen.

Manuelle Arbeit, hohe Fehleranfälligkeit

„SAP S/4HANA verschafft uns mehr Agilität und Mobilität und verringert die Fehleranfälligkeit.“
Rafaelo Augusto da Silva, Head of SAP Applications, Fraport Brasilien
Beide Airports – unter den 30 größten Flughäfen des Riesenlandes rangieren Porto Alegre und Fortaleza auf den Plätzen 4 und 10 – hatten bis dato kein eigenes ERP-System. Im Zuge eines Business Process Outsourcings wickelte ein externer Dienstleister die Geschäftsprozesse wie Einkauf, Rechnungsstellung, Lohnbuchhaltung ab und erledigte darüber hinaus die Steuerung externer Dienstleister. Für die Mitarbeiter bedeutete dies viel manuelle Arbeit auf Papier und in der Folge eine hohe Fehleranfälligkeit bei den Steuerprozessen. „Deshalb fokussierten wir auf ein zeitgemäßes System, das in der Hand unserer Mitarbeiter liegt“, erklärt Rafael Augusto da Silva, Head of SAP Applications von Fraport in Brasilien.
Der Reiseflug: Vom Start des Projekts bis zum Abheben des produktiven Systems vergingen gerade einmal zweieinhalb Monate – ein Turnaround, wie er in der Implementierungspraxis selten so flott über die Bühne geht. Und dies, obwohl Fraport mit SAP S/4HANA® auf eines der modernsten ERP-Systeme setzt, das nicht gerade ein hohes Maß an Erfahrungswerten aufweist, und beide Airports jeweils eine eigene legale Entität darstellen sowie gut 3.000 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Schnelle Einführung von SAP S/4HANA

Das Erfolgsrezept dieses Projekts liegt indes in seiner Umsetzung. Zum Einsatz kam SAPs „Activate“. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus SAP Best Practices, das heißt einer Methodik und geführter Konfiguration, die bei der Einführung von SAP S/4HANA zu einer deutlichen Zeitersparnis führt. Darüber hinaus nutzte Fraport das „Accelerator“-Programm von T-Systems. Damit ließen sich beispielsweise 65 Prozent der Finanzprozesse beide Flughäfen in den SAP Best Practices abbilden.
Die T-Systems-Methodik sorgte ihrerseits dafür, dass die Lokalisierung der Software oder die Integration der Fraport-Datenbanken überaus zügig vonstattengingen. Zudem gelang es den Projektbeteiligten, in der kurzen Zeit auch Prozesse aus bereits vorhandenen Softwaresystemen (Lohn- und Rechnungswesen) anderer Hersteller in S/4HANA zu integrieren. Und sie kreierten eine eigene App zur Rechnungsfreigabe für die Flughafenmitarbeiter.

Mehr Agilität und Mobilität

Die Landung: Vom ersten Tag an arbeiteten gleich 70 Nutzer auf dem System aus der sicheren T-Systems-Cloud in einem brasilianischen Rechenzentrum der Telekom-Tochter. Heute sind es bereits 115. „Das SAP-System verschafft uns mehr Agilität und Mobilität. Und es verringert die Fehleranfälligkeit, etwa in den Steuerabrechnungen“, unterstreicht Rafael Augusto da Silva. Quartalsberichte lassen sich nun innerhalb von drei Tagen erstellen. Und neben optimierten Kosten- und Rentabilitätsauswertungen stehen nun auch strukturierte Geschäftsinformationen in Echtzeit zur Verfügung. Dabei deckt S/4HANA nicht nur reine Finanzprozesse ab, sondern auch Supply-Chain- und Einkaufsanwendungen.
Fazit: perfekter Turnaround in Rekordzeit dank moderner Methoden, die „Piloten“ und „Bodencrew“ virtuos nutzten. Eine glatte Punktlandung.
Weitere Informationen: www.t-systems.de/sap-s4hana