KUO

„Partner machen uns stärker“

KUO CIO Adrián Ramírez und T-Systems Key Account Executive Maricarmen Torres über Innovation, Synergie und die Leidenschaft, gemeinsam Werte zu schaffen.
Autor: Thomas van Zütphen
Fotos: Oliver Krato
Herr Ramírez, im aktuellen KUO-Geschäftsbericht hat Ihr CEO angekündigt: „Das Talent des Unternehmens sollte unsere Geschäftstätigkeit in den kommenden Jahren unterstützen.“ Inwieweit stellt diese Erwartung eine Herausforderung an die IT des Unternehmens dar?
Wie ich meinem Team oft sage, ist es sehr wichtig, dass wir immer direkt hinter dem Geschäft stehen. KUO ist ein überaus vielseitiges und breit aufgestelltes Unternehmen. Daher benötigen wir fundiertes, vielfältiges Wissen. Es geht darum, echte Einblicke in die Branchen, in denen wir tätig sind und in alle damit verbundenen Prozesse zu gewinnen – allein schon, um sicherzugehen, dass wir so viele Synergien wie möglich schaffen können. Das IT-Team ist gefordert, sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zwischen den Unternehmen innerhalb der Gruppe zu verstehen. Zudem müssen wir strategisch ausgerichtet sein und auf die Anforderungen jeder einzelnen Geschäftseinheit reagieren können. Wir sind nur dann in der Lage, die bestmöglichen Lösungen zu liefern, wenn wir über das erforderliche Wissen, Verständnis und die geeigneten Menschen verfügen.
KUO-CIO Adrián Ramírez hat einen Abschluss in Informationstechnologie der La Salle University und ist Mitglied des Singularity Chapter Mexico. 
Ramírez verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich und trat 1989 in die KUO-Gruppe ein. Im Jahr 2004 wurde er CIO und übernahm 2014 den Posten des CIO & Leiter Shared Services. 2010 ernannte ihn die Information Week Mexico zum CIO des Jahres.
Außerdem bin ich fest von der Notwendigkeit überzeugt, für die Zukunft gerüstet zu sein. Es muss gewährleistet werden, dass unser Team die Ausbildung und die Kompetenzen erhält, die es benötigt, um das Unternehmen zu unterstützen und in gewisser Weise voranzutreiben. Deshalb konzentrieren wir uns nicht nur auf die technische Seite der Ausbildung unserer Talente, sondern auch auf Themen mit einer höheren strategischen und innovativen Ausrichtung. So wollen wir sie auf ihrem Weg zur künftigen Führungskraft im Unternehmen unterstützen: durch den Aufbau einer Innovationsmentalität in jeder einzelnen Position des IT-Teams.
KUO erweitert sein Geschäft weltweit. Welche Rolle spielt ITK in dieser Erfolgsgeschichte?
Als das Unternehmen beschloss, außerhalb Mexikos zu expandieren, bestand eine unserer Herausforderungen darin, eine Roadmap zu entwickeln sowie Infrastruktur und Dienstleistungen bereitzustellen, die rund um den Globus gelten. Unabhängig davon, ob sich ein Mitarbeiter aus China, den USA, Spanien oder Mexiko anmeldet, wollten wir harmonisierte Prozesse und eine einheitliche Benutzerführung sicherstellen. Dementsprechend umfasst ein Großteil unserer Arbeit die Prozessdefinition und -konfiguration, insbesondere in unserer SAP-Landschaft, denn dies sind unsere Kernanwendungen, in denen wir alle unsere Geschäfte betreiben. Wir haben eine Konfigurationsvorlage entwickelt, die über mehrere Länder verteilt werden kann.
Natürlich gibt es Unterschiede, zum Beispiel bei Steuern und Buchhaltung, aber im Allgemeinen sind wir bestrebt, den Anwendernutzen in all unseren Branchen und Regionen zu optimieren. Wir haben ein zentrales Betriebsmodell entwickelt, mit dem jemand, der zu einem anderen Unternehmensbereich wechselt, immer noch die gleiche IT nutzen und die Prozesse identifizieren kann. Wechselt beispielsweise ein Mitarbeiter von unserer Antriebstechnik zu unserer Schweinefleischabteilung, bleibt das Wissen in Bezug auf IT-Dienstleistungen und die Nutzung der Anwendungen nahezu identisch. Letztendlich ist es die IT, die ihnen die Möglichkeit gibt, in wirklich allen Bereichen des Unternehmens zu arbeiten. Und deshalb entfacht die IT bei KUO eine besondere Leidenschaft. Natürlich unterscheiden sich die Prozesse – je nachdem, ob Sie in der Versorgungslogistik für verderbliche Lebensmittel tätig oder für die Automobilzulieferung verantwortlich sind – doch seitens der IT ist die Arbeit die gleiche. Auf diese Weise können Sie viel schneller liefern, Wissen teilen und eine ähnliche Erfahrung auch für alle anderen erlebbar machen.
Maricarmen Torres, Key Account Executive, T-Systems
Als KUO 2016 mit der digitalen Transformation begann, was war Ihre anfängliche Motivation für den Zusammenschluss mit T-Systems, insbesonders im Hinblick auf Ihre Umstellung von einem herkömmlichen Verfahren auf ein Cloud-Modell?
Nach unserer ersten Analyse und der Erstellung einer digitalen Agenda für die Gruppe erkannten wir schnell, dass die Übertragung des Geschäftsbetriebs in die Cloud ein wesentlicher und wertvoller Teil unserer Reise sein würde. Unter Berücksichtigung der Zukunft des Unternehmens und unserer Zielrichtung wollten wir einen flexibleren Ansatz. Manchmal müssen wir die Kapazität in kurzer Zeit von null auf zehn erhöhen und schnell wieder zurückfahren. Deshalb wollten wir eine starke Cloud-Architektur definieren, die dieses Maß an Flexibilität unterstützt, sowie Pay-per-Use-Preise und die integrierte Sicherheit, die wir in diesem Fall erwarten.
Ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium waren die Servicelevel. Wir brauchten einen Partner, der mit den Unterschieden und Auswirkungen vielfältiger Servicelevel wirklich vertraut ist. Einen, der nicht nur 99,99 Prozent Verfügbarkeit zusichert, sondern der tatsächlich das Wissen darüber mitbringt, was eine solche Zusage bedeutet und wie man sie in die Praxis umsetzt. Wir wollten zudem ein flexibles Finanzierungsmodell, das ein Pay-per-Use-Modell und hervorragende Skalierbarkeit bietet. Nachdem wir drei Finalisten ausgewählt hatten, begannen wir, auch andere Faktoren zu berücksichtigen. So war es beispielsweise wichtig, einen Partner zu haben, dem nachweislich die Bedeutung von erfolgskritischen Abläufen bekannt ist. Dies gab letztlich den Ausschlag: T-Systems hat nicht nur eine Lösung geliefert, sondern auch die Relevanz geschäftskritischer Anwendungen erkannt.
Nachdem wir uns für eine Partnerschaft mit T-Systems entschieden hatten, begannen wir, strategisch an unserer Agenda für Innovation und digitale Transformation zu arbeiten. Diese umfasste einen dreitägigen Workshop für Führungskräfte, bei dem wir Branchentrends untersuchten und Gespräche über den modernen Arbeitsplatz und dessen Wandel führten. Wir haben uns auch damit beschäftigt, wie die digitale Transformation unternehmerischen Mehrwert generiert und wie wir diesen für unser Unternehmen nutzen können. Während des gesamten Prozesses gehörte Cybersicherheit zu einer unserer obersten Prioritäten. Die Schulung unserer Führungskräfte war unerlässlich, um sicherzustellen, dass sie in der Lage sind, unsere Kronjuwelen im Hinblick auf unser wertvolles Betriebsvermögen zu schützen.
„Wir haben mit der Verlagerung all unserer Aktivitäten in eine T-Systems-Cloud definitiv die richtige Entscheidung getroffen."
Adrián Ramírez, CIO von KUO
Welche Erfahrungen haben Sie in den letzten zwei bis drei Jahren mit dem Betrieb von Services auf einer zentralen Technologieplattform (DSI) für Ihre SAP- und Nicht-SAP-Anwendungen gemacht? Wie wirkte sich das auf die Sicherheit aus?
Zunächst einmal kann ich bestätigen, dass wir mit der Verlagerung all unserer Aktivitäten in eine T-Systems-Cloud definitiv die richtige Entscheidung getroffen haben. T-Systems verfügt nicht nur über die notwendige Erfahrung, um sowohl unsere SAP- als auch unsere Non-SAP-Umgebung zu hosten, sondern bietet auch Expertise in den Bereichen Betrieb, Prozesse und SAP-Basis. Davon profitieren wir in hohem Maße. 
Eines der Hauptanliegen unserer Führungskräfte war die Sicherheit. Früher haben wir alles von unseren Rechenzentren aus gesteuert und hatten entsprechend eine direktere Kontrolle. Wenn Sie zu einer Multi-Cloud-Umgebung wechseln, erhöht das zugleich die Sicherheitsrisiken, da alles von einem Cyberangriff betroffen sein kann. Doch seit dem Zusammenschluss mit T-Systems hat sich uns ein völlig neuer Sicherheitsstandard eröffnet – unsere IT-Landschaft ist weit besser geschützt als zuvor, wodurch wir mögliche Bedenken seitens unseres Topmanagements ausräumen konnten.
Wie weit ist die digitale Transformation von KUO fortgeschritten? Was kommt als Nächstes?
Seit Mai 2018 arbeiten wir unsere digitale Agenda ab. Und haben festgestellt, dass T-Systems eine Menge zu bieten hat und zu unseren Erfolgsgeschichten beitragen kann. Dieser globale Konzern verfügt über das Wissen, die Fähigkeiten und die Erfahrung in einer Vielzahl von Branchen und Technologien. Zum Beispiel erforschen wir das Internet der Dinge (IoT), Industrie 4.0, wir prüfen neue Ansätze zur Verwaltung von Lagerbeständen und 3-D-Druck und diskutieren, wie diese neuen Technologien uns dabei unterstützen können, die Herausforderungen von heute und morgen zu bewältigen. Wenn sich das Geschäft weiterentwickelt, müssen wir mit neuen Lösungen und Innovationen reagieren, die uns helfen, an der Spitze zu bleiben.
Der 1978 gegründete Mischkonzern KUO zählt heute zu einer der wichtigsten Industriegruppen Mexikos. Mit Tochtergesellschaften und Exportmärkten in mehr als 70 Ländern ist KUO führend in den Bereichen Automotive, Chemie, Konsumgüter und Lebensmittel. Die rund 23.000 Mitarbeiter der KUO-Gruppe erzielten 2018 einen Umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar.
Stichwort SPS in Ihren Produktionsanlagen: Welche Rolle spielen prädiktive Technologien und IoT in Ihren Prozessen in Bezug auf die Zuverlässigkeit Ihrer Infrastrukturen?
In den letzten Jahren haben wir Anwendungen eingeführt, die die Entscheidungsfindung und Datenerfassung erleichtern. Jetzt gilt es Wege zu finden, um diese Informationen in Erkenntnisse umzusetzen. Wir haben zwar Zugang zu den Daten, allerdings stehen wir erst am Anfang der Erforschung ihres wahren Potenzials und Nutzens für das Unternehmen.
So gewinnt beispielsweise das Thema Rückverfolgbarkeit in vielen unserer Industrien – etwa in der Automobil-, der Chemie- und der Lebensmittelindustrie – zunehmend an Bedeutung. Solche Entwicklungen setzen die IT unter Druck und stellen sie vor Herausforderungen. Aber sobald neue Technologien und Lösungen verfügbar werden, können wir sie ausschöpfen, um auf Trends zu reagieren und Mehrwert zu schaffen. Und hier brauchen wir den Input und die Expertise unserer Partner. Unser IT-Team mit 70 Kollegen mag verhältnismäßig klein sein. Doch unsere Partnerschaften machen uns stärker.
Was erwarten Sie von einem IT-Anbieter, um Sie bei der Veränderung und Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen?
Da wir in so vielen Branchen, Ländern und Kulturen arbeiten, müssen unsere Partner die Unterschiede zwischen unseren Geschäftseinheiten kennen und respektieren. Wir brauchen einen Anbieter, der wirklich zuhört und versucht, unsere Bedürfnisse und unsere bemerkenswerte Vielfalt zu verstehen, der wirklich etwas über unser Geschäft erfahren will. Da wir nicht alle verfügbaren Lösungen kennen und verstehen können, verlassen wir uns bei der Unterstützung auf T-Systems. Sie sind die Experten in ihrem Geschäft, aber wir sind die Experten in unserem. Gemeinsam können wir Synergien und einen messbaren Mehrwert schaffen.
Ihr Ansprechpartner: Elizabeth.Peniche@t-systems.com ​​​​​​​
Mehr Informationen: www.kuo.com.mx (Englisch)
Mehr Informationen: www.t-systems.com/mx/es (Spanisch)