Erfolgreich modernisiert und betrieben von T-Systems ist das Landesverwaltungsnetz NRW nun für die digitale Zukunft gewappnet.
Verwaltungsnetz NRW

EIN LAND HÄLT WORT.

„Eine digitale Gesellschaft verlangt auch eine digitale Verwaltung“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger, als er das neue E-Government-Gesetz ankündigte, das am 16. Juli 2016 in Kraft getreten ist. In Zukunft könnten sich die Nordrhein-Westfalen viele Behördengänge sparen. Vom Antrag bis zum Bescheid – vieles läuft elektronisch.
Autor: Roger Homrich
Foto: Getty Images/Westend61, Land NRW - Jedermann-Zeichen
Was Bürgern und Verwaltung Alltag und Arbeit erleichtert, bedeutet für das bevölkerungsreichste Bundesland langfristige Planung. Denn der Transport von immer mehr Daten, die selbst im kleinsten Behördenstandort irgendwo im ländlichen Hochsauerland anfallen, setzt ein flexibles, flächendeckendes Übertragungsnetz voraus. Ansonsten droht Datenstau – und damit Datenfrust. „Eine gewaltige Herausforderung für das Landesverwaltungsnetz – sowohl für das Datenvolumen als auch für die Sicherheit“, sagt Hartmut Beuß, CIO des Landes NRW.

BREITBAND BIS ZUR FÖRSTEREI

Daher haben die Netzplaner des Landes NRW schon vor gut einem Jahrzehnt das Landesverwaltungsnetz NRW frühzeitig auf die breitbandige Zukunft vorbereitet. Was heute Vertreter aller Parteien fordern, war damals allerdings keineswegs Konsens. Warum sollten selbst kleinere Standorte der rund 4000 Behördenlokationen der Landesverwaltung mit mehreren Megabit an das Weitverkehrsnetz der Landesbehörden angeschlossen werden? Diese Frage stellt heute niemand mehr. Im Zuge der Digitalisierung gehört der Ruf nach immer mehr Bandbreite zum Standardsatz jeder Politikerrede, die sich mit der Zukunft des Landes beschäftigt. „Wir wollten es jetzt aber noch zukunftsfähiger gestalten und setzen daher auf maximale Flexibilität“, sagt Beuß. Ende August erteilte er nach einer Ausschreibung T-Systems den Auftrag für die weitere Modernisierung und den Betrieb des Landesverwaltungsnetzes NRW. Die Lokationen sind zukünftig mit Geschwindigkeiten von 10 Megabit bis 10 Gigabit pro Sekunde ans Landesverwaltungsnetz angeschlossen. Wer damit nicht auskommt, erhält bei Bedarf mehr. Die Bandbreiten lassen sich in kurzer Zeit auf die nächsthöhere Stufe aufbohren. Dadurch muss das Land den Standorten keine überflüssigen und teuren Kapazitäten auf Vorrat zur Verfügung stellen.
„Eine gewaltige Herausforderung für das Landesverwaltungsnetz – sowohl für das Datenvolumen als auch für die Sicherheit.“
Hartmut Beuss, CIO des Landes NRW

DAS ZAUBERWORT HEISST IP

Dank einem einheitlichen IP-Übertragungsstandard für Telefonie und Daten lässt sich das Netz schneller anpassen und kostengünstiger betreiben. Für Dr. Jörg Flüs, bei IT.NRW verantwortlich für IT-Planung und IT-Steuerung, bietet das IP-Netz zwei wesentliche Vorteile: „Wir müssen nicht mehr zwei unterschiedliche Technologiewelten betreiben und nutzen nun nur noch eine Technologie, mit der wir schon über mehrere Jahre gute Erfahrungen gemacht haben.“ Nordrhein-Westfalen ist damit auch gewappnet für die weiter steigenden Datenraten durch die E-Akte und die Umstellung auf VoIP. Bis 2022 werden alle Behörden ihre elektronischen Akten über das Netz austauschen, in den Akten recherchieren und Dokumente runterladen. Und darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Telefone von rund 120 000 Arbeitsplätzen der 700 Behörden und Einrichtungen der Landesverwaltung in rund 4000 Lokationen per VoIP in das IP-Netz zu integrieren.

SICHERHEIT DURCH VERSCHLÜSSELUNG

Dabei fließen allein etwa 20 Prozent der Investitionskosten in Sicherheitstechnik und Datenschutz. Flüs: „Wir haben ein geschlossenes Benutzernetz mit dedizierten Übergängen, die wir mit entsprechender Technologie absichern.“ Zusammen mit CIO Beuß wird IT. NRW weitere Absicherungsmöglichkeiten prüfen. Das Land NRW sei mit dem neuen Landesverwaltungsnetz für die nahe und mittelfristige Zukunft gut gerüstet, resümiert CIO Beuß: „Den Landesbehörden können wir sagen: Macht euch über Netzkapazitäten keine Gedanken mehr, die Infrastruktur steht.“
Die Anforderungen an das Landesverwaltungsnetz für NRW
Hartmut Beuß, CIO des Landes NRW, verkündet auf dem ÖV-Symposium 2016, dass T-Systems den Zuschlag für das Landesverwaltungsnetz erhält. 

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