Beim Umzug vom Shell-Rechenzentrum zogen der Energiekonzern und die Partner T-Systems, HP und AT&T an einem Strang.
Shell

Der grosse Umzug: Mission erfolgreich abgeschlossen.

Für den Energiekonzern Shell stellt T-Systems seit 2008 Rechen- und Speicherleistungen für alle Standorte weltweit zur Verfügung. Dazu betreibt die Telekom-Tochter vier globale Rechenzentren in den Niederlanden, Malaysia, den USA und Deutschland.
Autor: Thorsten Rack
Foto: Artefaqs.com, F1online, JRobbins Photography
Doch das US-Rechenzentrum von Shell, das Houston Information Center, war bereits vor mehr als 40 Jahren errichtet worden. Ein guter Grund für Shell, den Data-Center-Dino in Rente zu schicken und im März 2014 mit dem „Houston Information Center Accelerated Exit Migration Program“ den größten Rechenzentrumsumzug in der Geschichte des Unternehmens anzugehen.
„Das Houston-Datacenterumzugsprojekt war sehr erfolgreich, besonders hinsichtlich eines verlässlichen Geschäftsbetriebs.“
Doutie Nadema, Managerin Partner-Services-Plattformen und ITSO-Beauftragte für ERP bei Shell

Über 100 geschäftskritische Services – eine Destination

Neben dem eigentlichen Umzug aller Rechenzentrumsleistungen betraf der T-Systems-Auftrag auch die Abwicklung des alten Gebäudes. Dies umfasste nicht weniger als 69 geschäftskritische IT-Applikationslandschaften und über 7000 IT-Infrastruktur-Komponenten (z. B.  Server, Speicher- und Netzwerkgeräte oder IT-Schränke) auf 3500 Quadratmetern reiner IT-Fläche. Für dieses Mammutprojekt stellte John Kiest, Programm-Manager bei T-Systems USA, ein internationales Team zusammen, das, über die gesamte Projektzeit betrachtet, aus 220 T-Systems-Mitarbeitern bestand.
„Unser Erfolgsrezept war eine sorgfältige Planung sowie eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation aller beteiligten Teams – inklusive Shell und unserer Technikpartner HP und AT&T“, so Kiest. Bis ins Detail wurde jeder Prozessschritt definiert, abgestimmt, vorbereitet, umgesetzt – im Fokus dabei immer die Frage „Who’s in charge? – Who’s on duty?“ Zum Beispiel an den Wochenenden, wenn alle Beteiligten für die Migrationen ausreichende Kapazitäten vorhalten mussten, schon um 24/7 im Fall von Komplikationen mit den richtigen Fachleuten eingreifen zu können.

Neue Virtualisierungs-Technologie

Nicht weniger anspruchsvoll gestaltete sich Phase 2 des Umzugs: Die geschäftskritischen IT-Landschaften waren erfolgreich migriert. Doch nun musste das Team alle restlichen Systeme in Angriff nehmen sowie das nicht mehr benötigte Rechenzentrums-Inventar stilllegen und veräußern, damit Shell das Gebäude verkaufen konnte. Mit Hilfe der Overlay Transport Virtualization von Cisco konnte T-Systems 550 virtuelle Server, über die eine riesige Anzahl dynamischer Applikationen und Services aus der Cloud laufen, migrieren, ohne deren IP-Adressen ändern zu müssen.
Der Umzug war eine Punktlandung, doch die Mission noch nicht ganz beendet. Jetzt ging es für das T-Systems-Team daran, die nicht mehr benötigte Hardware – 7200 Server, Speichergeräte, Band-Bibliotheken, Serverschränke und andere IT-Komponenten – stillzulegen oder gleich zu veräußern. Ende Juni 2016 war auch diese Aufgabe erfüllt und das alte Rechenzentrum konnte fristgerecht an die Immobilienverwaltung von Shell übergeben werden.

Checkliste

Sie wollen in ein anderes Rechenzentrum umziehen? Die folgende Checkliste zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Vorbereitung achten sollten
1.Definieren Sie alle Hard- und Softwarekomponenten, die in das neue Rechenzentrum umziehen sollen.
2.Definieren Sie die Architektur und die Designvorgaben für das neue Rechenzentrum.
3.Lassen Sie die Investitionskosten für neue benötigte Geräte freigeben.
4.Stellen Sie die notwendigen Bedarfsanforderungen.
5.Vervollständigen Sie das High-Level-Design der Migrationsarchitektur und -prozesse, basierend auf dem neuen Gebäude.
6.Beginnen Sie mit der Migrationsplanung auf Basis des High-Level-Designs und der vereinbarten Migrationspfade.
7.Stellen Sie die notwendigen Personalressourcen für die Migrationen zusammen.
8.Schließen Sie die Migrationsplanung ab, und fixieren Sie diese schriftlich.
9.Starten Sie – der Planung entsprechend – mit der Umsetzung der einzelnen Migrationsphasen.
10.Nehmen Sie nach Abschluss der Migrationsphasen das alte Rechenzentrum ordnungsgemäß außer Betrieb.

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