Der Schlüssel zum Autohaus der Zukunft heißt Customer Experience Management: Smarte Apps liefern Kunden Zusatzinformationen.
Showroom-Praxis

Bei Audi wird schon der Autokauf digital.

Wie sieht das Autohaus der Zukunft eigentlich aus und welche Chancen hat der Handelsbetrieb auf der grünen Wiese heutzutage noch? 
Autor: Guido Reinking
Foto: Audi AG

WIE SIEHT DAS AUTOHAUS DER ZUKUNFT AUS?

Hat der Handelsbetrieb auf der grünen Wiese in Zeiten des Internets überhaupt eine Zukunft? Diese Frage stellen sich die derzeit 7400 selbständigen Autohändler in Deutschland, die rund 38000 Betriebe unterhalten – und deren Zahl ständig schrumpft. Das Audi Zentrum in Stuttgart hat darauf nun eine Antwort gefunden, und die heißt Digitalisierung. „Wenn ein Kunde ins Autohaus kommt, hat er sich bereits im Internet eingehend über das Modell, für das er sich interessiert, informiert“, sagt Aaron C. Arena, Standortleiter des Audi Zentrums Stuttgart in Feuerbach. Als Folge kommt ein Neuwagenkunde heute im Durchschnitt noch 1,4-mal ins Autohaus, bevor er einen Kaufvertrag unterschreibt. Vor einigen Jahren waren es noch fünf Besuche. Der einzelne Kundenkontakt wird für den Handel damit immer wertvoller.
Das Autohaus der Zukunft
Das Stuttgarter Audi Zentrum, das größte in Europa, hat deshalb in ein Modul des Customer Experience Management (CEM) von T-Systems investiert: Showroom Proximity Arena: „Wir beginnen jetzt die Digitalisierung des Autohauses.“ Bereits an der Tür wird dem Kunden angeboten, sich die CEM-App auf das Smartphone zu laden. Diese navigiert ihn dann durch den Showroom. In jedem Ausstellungsfahrzeug sendet eine iBeacon genannte Bluetooth- Einheit Informationen auf das Smartphone des Besuchers. Mit einem Klick lassen sich dann die passenden Fahrzeugdaten, Produktbilder und Videos aus der Cloud auf das Smartphone herunterladen. Damit bekommt der Kunde nicht nur die technischen Daten und Ausstattungsdetails angezeigt. „Auch Zusatzinformationen wie Sonderfinanzierungen und Vertriebsaktionen werden so für den Kunden sichtbar“, sagt Arena. Die Daten können gespeichert und vom Kunden zu Hause in Ruhe verglichen werden. Gleichzeitig weiß der Händler, für welche Modelle sich der Besucher interessiert hat, und kann gezielt weitere Informationen geben, Probefahrten oder ein persönliches Gespräch anbieten, wenn der Kaufinteressent seine Kontaktdaten hinterlassen hat.
Ein weiterer Vorteil: Das System steht auch außerhalb der gesetzlichen Öffnungs- und Beratungszeiten, zum Beispiel an Sonn- und Feiertagen, sowie am Schaufenster zur Verfügung. T-Systems hat die CEM-Lösung gemeinsam mit dem Stuttgarter Audi-Betrieb erarbeitet und dafür unter anderem die Schnittstelle zu den Fahrzeugdaten und die Software entwickelt, um so gezielt auf die Anforderungen des Autohandels eingehen zu können. Jetzt soll im nächsten Schritt das Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft einbezogen werden.

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