ERGO setzt gemeinsam mit den Technologiepartnern Deutsche Telekom und T‑Systems neue Digitalkonzepte um.
Ergo

Sichern statt versichern.

Brände, Wasserschäden, Einbrüche – aus unvorhersehbaren Ereignissen ein kalkuliertes Risiko zu projizieren ist für Versicherungen tägliches Brot. Doch was wäre, wenn man die Schadensmanagementkette buchstäblich auf den Kopf stellte? Wenn die Versicherung bereits einschreitet, bevor ein Schaden entsteht? Entwicklungsgeschichte eines Paradigmenwechsels für die Assekuranzwirtschaft.
Autor: Julia Keller
Fotos: Yagi Studio/Getty Images
Podcast
Ergo
Podcast: ERGO: Schadlos von Anfang an.
Alle 30 Sekunden platzt eine Wasserleitung. Rund 1,1 Millionen Wasserschäden jährlich zählt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in der Bundesrepublik.* Bis jemand bemerkt, dass ein Rohr leckt, ist es meist zu spät und Feuchtigkeit längst in Böden und Wände eingedrungen. Im Smart Home spielt sich das Szenario anders ab: Tritt Wasser aus, schlagen entsprechende Sensoren, beispielsweise im Hauswirtschaftsraum, sofort Alarm und setzen damit eine automatisierte Meldekette in Gang. Sie senden eine Push-Nachricht an den Hausbewohner sowie an das Serviceportal der Versicherung. Diese tritt direkt in Kontakt mit dem Bewohner und klärt die Situation, etwa ob ein Fehlalarm vorliegt. Ist er nicht erreichbar oder gar nicht vor Ort, wird ein anderer Ansprechpartner kontaktiert, beispielsweise der Nachbar. Sind die Umstände geklärt, alarmiert die Versicherung unmittelbar einen Fachmann, der das Problem angeht. Und das nicht erst, wenn der Bewohner aus dem Urlaub kommt, sondern sofort.

TECHNOLOGIE MEETS VERSICHERUNG

So sieht es aus, wenn Technologie und Versicherungsschutz Hand in Hand gehen. Weg von traditionellen Versicherungsprodukten, die Risiken lediglich absichern, hin zu integrierten Lösungen mit einem präventiven Rundum-Service, der sich einschaltet, bevor der Schaden überhaupt entsteht. Mit diesem Konzept setzt die ERGO Group gemeinsam mit ihren Technologiepartnern Deutsche Telekom und T‑Systems für Versicherungskunden neue Maßstäbe. Sie verknüpfen Smart-Home-Sensoren mit Allysca, dem Serviceportal der Versicherung. Das funktioniert nicht nur mit Wassersensoren, sondern auch mit Rauchmeldern oder Warnsystemen an Türen und Fenstern. Egal ob durch Wasser, Feuer oder Einbruch – über 1000 Euro Schaden werden laut GDV im Schnitt pro Fall verursacht. Noch schwerer wiegen oft jedoch die immateriellen Verluste, insbesondere im Brandfall. Im Gegensatz zu Geldwerten kann selbst die beste Versicherung diesen Schaden nicht ausgleichen. Und genau an diesem Punkt setzt die strategische Partnerschaft an.
ERGO GROUP
Mit Standorten in über 30 Ländern weltweit ist die ERGO Group AG eine der grössten europäischen Versicherungsgruppen. Die Tochtergesellschaft der Munich RE beschäftigt rund 44.000 angestellte Mitarbeiter und registrierte Vermittler.
„Die Zukunft liegt in digitalen Innovationen und Services – sei es in der Kommunikation, im Vertrieb oder bei den Produkten selbst“, erklärt Gregor Wiest, Head of Innovation der ERGO Group. „Wichtig ist hier ein starker Technologiepartner. Daher sind wir schon die ersten Schritte des Wegs zusammen mit der Telekom und T‑Systems gegangen.“ Im August dieses Jahres wurde die digitale Partnerschaft zu den Themen Smart Home und Cybersecurity verkündet und der ERGO SmartHome Schutzbrief auf der Internationalen Funkausstellung, der Messe für Consumer Electronics und Home Appliances, vorgestellt. Er basiert auf dem neuen Konzept der automatisierten Meldekette. Den Schutzbrief bietet die Telekom Smart-Home-Kunden als Zusatzservice an, er kann aber auch zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung der ERGO hinzugebucht werden. „Die Bereiche Smart Home und Cybersecurity sind erst der Anfang eines Paradigmenwechsels in der Versicherungswirtschaft, den ERGO, Telekom und T‑Systems hier gemeinsam vorantreiben: vom Abwickler eines Schadensfalls zum Kurator eines Schadensverlaufs. Mit dem Smart-Home-Produkt haben wir den Startschuss für eine Reihe weiterer Entwicklungen gegeben, die erst die Digitalisierung ermöglicht“, betont Stephan de Haas, Head of Digital Consulting bei T‑Systems.

DESIGN-THINKING ALS INNOVATIONSZÜNDER

Den Auftakt für das umfassende Innovationsprogramm bildete vor fast einem Jahr ein Management-Meeting. Hier beschlossen ERGO und die Telekom, die Digitalisierung mit rasantem Tempo anzugehen. Mit der Konzerntochter Detecon erarbeiteten Telekom und T‑Systems daraufhin relevante Digitalisierungsthemen. So entstand zunächst ein grobes Big Picture des Projekts. Im folgenden Design-Thinking-Prozess wurden die Fokusthemen geschärft. Acht Wochen Zeit, sechs Themen und jeweils zwei Tage Workshop in den Digital Co-Innovation Labs in Berlin. „T‑Systems und Telekom blicken im Bereich Design-Thinking auf eine fast zehnjährige Expertise zurück, von der wir erheblich profitiert haben“, betont Wiest. Der Ansatz: ein transparenter, interdisziplinärer und offener Kreationsprozess, der zwar einen realistischen Rahmen absteckt, gleichzeitig aber Mut erfordert, sich auf neue Wege einzulassen, bereits entworfene Szenarien zu verwerfen und sie durch neue – mitunter auch abseitige – Einfälle zu ersetzen.
DIGITAL CO-INNOVATION LABS
800 Beratungsexperten, 200 Innovatoren und Wissenschaftler sowie weltweit 10.000 ICT-Spezialisten – in den Digital Co-Innovation Labs bündeln Telekom und T‑Systems seit 2016 alle Innovationskompetenzen unter einem Dach. Neben Technologieexperten setzen die Labs auf agile Prozesse sowie innovative Tools und Methoden wie Design-Thinking und Rapid Prototyping.

IDEEN FÜR DAS BUSINESS

Zu dem Zweck brachten Telekom und T‑Systems Experten aus unterschiedlichsten Bereichen an einen Tisch, um Ideen und Projekte zu diskutieren. Eine der sogenannten Ideation Sessions wurde zum  Erfahrungsaustausch im Bereich künstliche Intelligenz genutzt. „Wir wollen neue digitale Geschäftsmodelle möglichst nah am Markt und am Kunden entwickeln“, erklärt de Haas. „Für diesen nutzerzentrierten Entwicklungsansatz braucht es nicht nur Technologie-Know-how, sondern auch jahrelange Branchen- und Businessexpertise. Mit dem ERGO-Team von Anfang an im Boot war es uns möglich, branchen- und unternehmensspezifische Bedarfe, Treiber und Hürden kennenzulernen und zu verstehen.“ Ansporn war es, „Innovationen mit echtem Mehrwert zu entwickeln, mit denen wir bisher ungenutzte Geschäftspotenziale heben können. Ich bin überzeugt, das macht den Erfolg unseres gemeinsamen Innovationsprogramms aus“, so Gregor Wiest.

ALTE DENKMUSTER AUFBRECHEN

Doch das Potenzial digitaler Versicherungsservices erstreckt sich weit über die Smart-Home- und Cybersecurity-Konzepte hinaus und ist noch lange nicht ausgeschöpft. So soll das Telekom-Produkt Computerhilfe Plus zu Beginn des Jahres neben weiteren Serviceleistungen rund um das Thema Reputationsschutz, Heimnetz- und Datensicherheit um einen umfangreichen Cyberschutzbrief erweitert werden. „Wir brechen traditionelle Grenzen auf und sehen die Versicherung im Kontext digitaler Lebenswelten, etwa im Bereich Connected Car“, sagt de Haas. Mit diesem Ansatz tüftelt das Team in den Digital Co-Innovation Labs weiter an neuen Ansätzen und branchenübergreifenden Szenarien. Doch eines ist schon jetzt klar: Diese Partner lassen die Digitalisierung nicht mehr los.

Weitere Informationen