Die Telefonie-Infrastruktur europaweit zu zentralisieren, ermöglicht eine gebündelte IP-Anschlussanlage von T-Systems.
CORPORATE SIP INTERNATIONAL

Europa an der Strippe.

Zentralisieren Unternehmen ihre Telefonie-Infrastruktur, sparen sie jede Menge Kosten und Nerven – besonders wenn sie dabei über einzelne Länder hinausdenken. Ein wichtiger Baustein dafür: ein zentrales SIP-Gateway für Europa.
Autor: Yvonne Nestler
Fotos: iStockphoto
Einst war sie der Inbegriff des Fernsprechwesens, die Königin der Telefonie. Heute modert die Telefonzelle in großen, friedhofsähnlichen Lagern vor sich hin. Ihren Thron hat sie erst dem Mobiltelefon, dann dem Smartphone überlassen. Der Fortschritt beglückt aber nicht nur jene, welche die Telefonie nutzen, sondern auch solche, welche die Telefonie betreiben. Zum Beispiel in Unternehmen: Bisher ist deren Telefonie-Infrastruktur meist noch lokal angelegt – ganz im Gegensatz zu E-Mail-Servern und Geschäftsanwendungen, die zentral aus einem Rechenzentrum bereitgestellt werden. Das heißt konkret: Jeder Standort hat einen oder mehrere ISDN-Anschlüsse plus eine Telekommunikationsanlage. Eine teure Angelegenheit – zum Beispiel weil das Unternehmen jede TK-Anlage einzeln warten und Telefonanschlüsse eigens betreiben oder erweitern muss. Ein internationales Unternehmen muss überdies mit vielen lokalen Telefonanbietern verhandeln sowie länderspezifische Anforderungen wie Notruffunktionen oder regulatorische Besonderheiten berücksichtigen.
Dank All-IP lässt sich das jetzt ändern. Denn Sprache erfordert keine spezielle Hardware mehr. Sie läuft – wie E-Mail auch – als Anwendung auf Servern und kommuniziert über Datennetze. Der Name dafür: Voice over IP (VoIP) – und es spielt fast keine Rolle mehr, wo der Server für diese Anwendung steht. Die Folge: Alle Standorte können nun eine zentrale Telekommunikationsanlage und ein zentrales SIP-Gateway – den Telefonanschluss des All-IP-Zeitalters – nutzen, verbunden über das Datennetz des Unternehmens (VPN), das es ja ohnehin schon gibt.

GROSSES SPARPOTENZIAL

Das verspricht verschiedene Vorteile: Unternehmen können die laufenden Kosten für die Telefonie deutlich senken und gleichzeitig Sicherheit, Qualität und Verfügbarkeit erhöhen. Denn einerseits lassen sich weniger TK-Anlagen leichter warten. Andererseits verwaltet die IT-Abteilung alle Kommunikationsdienste und Endgeräte unternehmensweit zentral.
Standorte benötigen zudem nur noch einen Anschluss an das VPN – keinen eigenen mehr ans Telefonnetz. Und in der Summe brauchen Unternehmen deutlich weniger Sprachkanäle ins öffentliche Telefonnetz. Das hat zwei Gründe: Zum einen laufen interne Gespräche nur über das Firmennetz – ohne Umweg über SIP-Gateway und öffentliches Telefonnetz. Zum anderen teilen sich alle Standorte die Sprachkanäle des zentralen Gateways für externe Telefonate, die IT-Abteilung muss nicht ganz so viel „Puffer“ für Zeiten mit hohem Gesprächsbedarf einplanen.

ZENTRALER SCHUTZWALL

Auch die Sicherheit steigt. Denn um die Sprachkommunikation und die Datennetze zu schützen, erfordert VoIP einen Schutzwall zum öffentlichen Telefonnetz: einen Session Border Controller (SBC). Dieser wehrt zum Beispiel DDoS-Attacken ab, unterstützt die Verschlüsselung von Signalisierungs- und Sprachdaten, übernimmt aber auch wichtige Routing-Aufgaben. Setzt ein Unternehmen nun einen zentralen Telefonanschluss ein, benötigt es auch nur einen zentralen Session Border Controller. Der kostet nicht nur weniger als viele lokale Komponenten, sondern ermöglicht zudem, die VoIP-Sicherheit einfach, einheitlich und hochverfügbar zu gewährleisten.
„Diese Vorteile potenzieren sich insbesondere dann, wenn man Telefonanschlüsse oder SIP-Trunks nicht nur in einem Land, sondern über mehrere Länder hinweg zentralisiert“, sagt Hanno Wirth, Voice Services & Marketability TC. Um das zu ermöglichen, bietet T-Systems mit Corporate SIP International seit August 2017 einen zentralen Telefonanschluss für derzeit 19 europäische Länder an, zentraler netzbasierter Enterprise Session Border Controller inklusive. Die angeschlossenen Standorte können insgesamt bis zu 50.000 externe Telefongespräche gleich zeitig führen. Auch eine zentrale TK-Anlage aus der Private Cloud steht optional bereit.

AUTOMATISIERTE INTERNE ABRECHNUNG

Statt zig Telefonanbietern pro Land haben Unternehmen damit nur noch einen Partner und einen Rahmenvertrag für alle Länder. T-Systems kümmert sich länderübergreifend darum, die Lösung einzuführen und bestehende Anschlüsse zu migrieren. Alle Prozesse sind international einheitlich. Damit wird es für Unternehmen deutlich leichter, ihre Telefonie europaweit zu managen.
Gleichzeitig erfüllt das Angebot aber auch die länderspezifischen Anforderungen. Damit lassen sich zum Beispiel alle vorhandenen lokalen Rufnummern übernehmen, Notrufe weiterhin örtlich einordnen und die jeweiligen Landesgesetze einhalten. Auf Wunsch stellt T-Systems zudem länderspezifische Rechnungen – in einem einheitlichen elektronischen Format, damit sie direkt weiter verarbeitet werden können.

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