Virtuelle Netzwerktechnik für das Firmennetz: Smart SD-WAN sorgt für schnelle und weltweit verfügbare Dienste und Verbindungen.
SMART SD-WAN

Virtuelle Netzwerktechnik? Macht mächtig Laune.

Digitalisierung ohne Netze? Geht nicht! Aber wie sollen die alten Firmennetze das Tempo des digitalen Wandels mitgehen? Zwei innovative Ansätze.
Autor: Yvonne Nestler
Fotos: Reinhard Schmid/Huber Images
Agiles Weltnetz: Smart SD-WAN powered by ngena
Mit Smart SD-WAN bietet T-Systems ein globales IP-VPN, das sich fast auf Knopfdruck anpassen lässt. Neue Dienste oder Verbindungen können deutlich schneller als bisher bereitstehen – dank international standardisierter Produkte und Prozesse sowie einer carrierübergreifenden, hohen Automatisierung.
Blauer Himmel und ausgelassene Stimmung, Schlangen an den Fahrgeschäften und prallvolle Festzelte – das Münchner Oktoberfest ist auch für die Telekommunikationsinfrastruktur ein echter Kraftakt. An vollen Tagen wollen zur Spitze bis zu 300.000 Menschen gleichzeitig mobil telefonieren, Bilder posten oder Filme ins Web hochladen. Gleichzeitig müssen Geldautomaten und Notrufleitungen funktionieren, die 144 Gastronomiebetriebe per Telefon Würstl nachbestellen und EC-Karten-Lesegeräte betreiben. Um die Netze dafür fit zu machen, schalten die Betreiber viele Netzzugänge und installieren Spezialverbindungen für bargeldloses Bezahlen, Telefonie und Webcams. Ein enormer Aufwand, der gut zehn Wochen in Anspruch nimmt. Und das alles für nur zweieinhalb Wochen Gaudi.
Ähnlich wie die mehr als 600 Betriebe auf der Münchner Wiesn einmal im Jahr sind Unternehmen aller Branchen heute immer öfter darauf angewiesen, dass Netzinfrastruktur schnell bereitsteht. Sie wollen Pop Up Stores, neue Standorte, Maschinen und Produkte zeitnah vernetzen oder schnell mal ein eigenes virtuelles Netz für die Videoüberwachung aufbauen. Doch dafür müssen Spezialisten die Netze bislang manuell konfigurieren. Handarbeit, die dauert.
Verwandlungskünstler Netz live erleben
ALTERNATIVTEXT einsetzen (!)
Neue Pop-up-Stores schnell vernetzen, zusätzlich ein virtuelles Netz für die Videoüberwachung oder ein Kunden-WLAN mit wenigen Klicks aufsetzen? Im Innovation Center München können Besucher selbst testen, wie anpassungsfähig das Firmennetz mit Smart SD-WAN powered by ngena ist. Der Showcase ist keine Simulation: „Wir sind direkt an die hoch automatisierte Netzplattform und das Portal von ngena angeschlossen“, sagt Innovation Manager Sascha Steiner. Das Innovation Management betreibt ein reales Netz zwischen dem ngena-Netzknoten in Frankfurt, dem Innovation Center in München und seinem Entwicklungs- und Verwaltungsstandort in Darmstadt.

Keiner ist global genug

Hinzu kommt, dass in der globalisierten Welt Unternehmen heute einen neuen Netzzugang in Brasilien, morgen eine Firewall in China brauchen. Doch selbst die großen Telekommunikationsanbieter haben nicht überall ein flächendeckendes Netz, sondern arbeiten mit lokalen Anbietern zusammen. Die entsprechenden Absprachen kosten weitere Zeit. In Summe kann es schon mal sechs Monate dauern, bis eine neue Leitung steht.
Mit dem Angebot Smart SD-WAN löst T-Systems beide Probleme: die Trägheit bei Netzerweiterungen und -anpassungen sowie das Fehlen einer Infrastruktur, um fast jeden Ort weltweit erreichen zu können. „Unternehmen bekommen ein IP-basiertes, privates Netz, das fast per Knopfdruck gesteuert wird – rund um den Erdball“, sagt Ulrich Welss, Vice President Enterprise Networks bei T-Systems.

Geschäft und Betrieb mal anders

Das Angebot stützt sich auf Services und Prozesse der Netzallianz ngena (Next Generation Enterprise Alliance) und damit auf zwei neuartige Konzepte. Zum einen verknüpft die Allianz die Netze ihrer Partner zu einem Weltnetz und stellt auf dieser Basis einen standardisierten Produktkatalog bereit. Fragt ein Kunde Leistungen an, muss T-Systems nicht mehr individuell und mit verschiedenen lokalen Partnern abklären, zu welchen Kosten sich die gewünschten Services, wenn überhaupt, bereitstellen lassen – dank der ngena-Allianz. Zum anderen automatisiert ngena die Netzplattformen mit virtueller Netzwerktechnik: Als softwaredefiniertes Weitverkehrsnetz (SD-WAN) lässt sich die Plattform zentral steuern, anpassen und überwachen. Somit kann T-Systems neue Dienste und Verbindungen weltweit viel schneller bereitstellen.
„Möchten etwa Handelsunternehmen heute schnell expandieren, stehen jetzt auch die Zugänge zum Corporate Network sofort bereit.“
Ulrich Welss, Vice President Enterprise Networks T-Systems

Hybrider Netzzugang

Unternehmen können für ihre Standorte derzeit schon aus drei Designs für den VPN-Access wählen: XS, S oder M. Je nach Variante bindet Smart SD-WAN die Standorte via Internet oder Ethernet sowie einfach oder redundant an. 
Alle Verbindungen sind per se Ende-zu-Ende verschlüsselt – eine Sicherheitsmaßnahme, die sich bisher nur mit großem Aufwand auch auf kleine Zweigstellen ausdehnen ließ. Seit dem Start im September 2017 sind Standorte in Deutschland, weiteren Teilen Europas, Nordamerika und in Hongkong erreichbar. Erste Mehrwertdienste wie Firewalls, Multi-VPNs und regionale Internet-Gateways stehen zur Verfügung. Deren Konfiguration war bisher aufwendig, erfolgt bei Smart SD-WAN aber automatisch. Schritt für Schritt folgen die zusätzlichen Access-Designs L und XL, weitere Services sowie eine höhere internationale Reichweite. „Möchte zum Beispiel ein Handelsunternehmen expandieren, stehen jetzt nicht mehr nur die IT-Services für die neuen Filialen dank Cloud-Nutzung sofort bereit, sondern auch die Zugänge zum Corporate Network“, sagt Welss. So laufen die Firmennetze nicht Gefahr, den Sprung in die rasante Zukunft zu verschlafen.

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