Um eine Mobilitätsstrategie zu entwickeln und umzusetzen, müssen Unternehmen bei ihren Geschäftszielen anfangen.
Arbeitsplatz der Zukunft

Mobil, aber kopflos

Viele Unternehmen treiben mobile Arbeit voran – ohne eine ganzheitliche Mobilitätsstrategie. Wie können sie das ändern?

Vielen Unternehmen fehlt eine ganzheitliche Strategie für das mobile Arbeiten. Um diese zu entwickeln, müssen sie bei ihren Geschäftszielen beginnen.

Sie sind Alleinunterhalter in Straßenbahnen, machen Passanten zu Zombies und gehören bei Verabredungen so selbstverständlich zum Tischgedeck wie Messer und Gabel. Aus dem Alltag sind Smartphones nicht mehr wegzudenken, ebenso wie Tablets und Laptops. Für die Arbeitswelt jedoch fehlt oft noch eine professionelle Antwort auf die mobilen Möglichkeiten. Fast die Hälfte aller Unternehmen weltweit treibt nach einer Umfrage von Cisco Mobilitätsinitiativen voran, ohne eine unternehmensweite Mobile-Enterprise-Strategie zu besitzen.    
Das Problem: Ohne Strategie bringen die Mobilitätsaktivitäten das Unternehmen womöglich nicht voran, weil sie nicht auf dessen Geschäftsziele ausgerichtet sind. Dabei kann vor allem das mobile Arbeiten die Business-Strategie unterstützen. Zum Beispiel in puncto Erhöhung der Produktivität: Wenn zum Beispiel der Außendienstler beim Kundenbesuch eine bestimmte Information benötigt, ruft er diese direkt vor Ort ab und spart sich damit den Schritt des späteren Nachreichens. Und der Kunde freut sich über die schnelle Antwort. Diese beiden Vorteile von Mobilität – Mitarbeiterproduktivität und besserer Kundenservice – sehen Unternehmen laut Cisco-Studie als die größten an.

Mobiler Wildwuchs

Eine Folge strategieloser Mobilitätsmaßnahmen sind Silolösungen, die zum einem aufwändig zu managen sind. Zum anderen führen dabei verschiedene Teams ähnliche Entwicklungsschritte parallel durch. Dadurch steigen die Gesamtkosten für Mobilitätsprojekte, die IT-Sicherheit sinkt.
Unternehmen, die eine Mobilitätsstrategie entwickeln möchten, müssen sich also als Erstes fragen: Was sind unsere Geschäftsziele und welche dieser Ziele können wir mit mobilen Prozessen und Technologien am besten unterstützen? Wichtig ist dabei, die Strategie so auszulegen, dass sie langfristig tragfähig ist.

Vom Plan zur Tat

Ist die Mobilitätsstrategie erst einmal gefunden, muss sie auch unternehmensweit umgesetzt werden – und das in drei Bereichen:
  • Mobile Access
    Welcher Mobilfunkanbieter erfüllt meine Anforderungen am besten?  
  • Mobile Productivity
    Wo können mobile Endgeräte Prozesse verbessern und wie müssen diese Prozesse angepasst werden?
  • Enterprise Mobility Management
    Wie verwalte ich meine mobilen Endgeräte, Anwendungen und Dienste und sorge für die nötige IT-Sicherheit?
Für einen reibungslosen Betrieb spielt besonders das Mobility Management eine wichtige Rolle. Denn nur mit einer professionellen Lösung lassen sich die Risiken wie Kostenexplosionen und Security-Probleme niedrig halten. Unumgänglich ist dafür eine zentrale Verwaltungsstelle für mobile Geräte. Diese kann sich zum Beispiel eines Mobile-Device-Management-Systems (MDM) bedienen, über das sich Smartphones und Co. mit einheitlichen Applikationen versehen und konfigurieren lassen. Besonders in internationalen Großunternehmen ist das wichtig, denn deren Anwenderanforderungen sind extrem vielfältig. Während zum Beispiel in einer Ländereinheit die geschäftliche Nutzung privater Geräte (Bring your own device, BYOD) verboten ist, benötigen anderswo viele freie Mitarbeiter und Geschäftspartner mobilen Zugriff auf das Firmennetz.

Cloud reduziert Investitionen

Vor der Auswahl eines geeigneten MDM-Systems sollte sich die IT-Abteilung fragen, ob sie selbst in Hardware und Software investieren und die Lösung betreiben will. Wenn nicht, lohnt sich eine Cloud-Lösung, die MDM skalierbar und über ein Nutzer-Interface bereitstellt. Um die Technik kümmert sich dann der Anbieter.
In jedem Fall sollte das Mobile Device Management folgende Funktionen besitzen:
  • Drahtlose Updates (Over-the-Air, OTA) und Fernwartung
  • Echtzeitinformationen zu Einstellungen von Mobilgeräten und installierten Anwendungen
  • Datenverschlüsselung
  • Sichere Verbindung zum Unternehmensnetz per Virtual Private Networks (VPN)
  • Absicherung der Nutzung von sicheren PINs
  • Gezieltes Löschen von Firmendaten, während private erhalten bleiben
  • Schutz vor unerlaubtem Synchronisieren eines Mobilgeräts mit einem Rechner
  • Schutz vor ungewolltem Datenabflüssen, etwa durch das Überwachen von Datenflüssen im Firmennetz (Data Leak Prevention)

Weniger kann mehr sein

Der Markt für mobile Geräte ist vielfältig – ob Smartphones, Tablets, Laptops oder Datenbrillen. Doch welche Mobilgeräte sollte ein Unternehmen anbieten? Erstens: Geräte, die allesamt mit demselben Betriebssystem arbeiten. Das erleichtert ihr Management. Ob iOS, Android oder Blackberry, hängt dabei stark davon ab, welches der mobilen Betriebssysteme die benötigten Anwendungen bietet. Zweitens: Geräte, die zu den mobilen Szenarien passen. Wer im Außendienst mit Excel-Listen arbeitet, kommt mit einem Smartphone-Display nicht weit. Und Monteure, die beide Hände zum Arbeiten brauchen, würden durch Tablets eingeschränkt, könnten aber über Smartwatches kurze Nachrichten erhalten. 
Eine Mobility-Strategie zu entwickeln und umzusetzen, erleichtert also nicht nur der IT-Abteilung das Leben, weil sich die IT-Sicherheit besser gewährleisten und mobile Geräte einfacher managen lassen. Auch die Produktivität der Mitarbeiter und die Zufriedenheit der Kunden steigen. So zahlt die Mobility-Strategie direkt auf die Geschäftsziele ein.

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