House of Clouds
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Der Siegeszug der Hybrid Cloud

Immer mehr Unternehmen nutzen die Cloud – zunehmend die Hybrid Cloud. Unabdingbare Voraussetzung für viele: eine hohe Messlatte für Sicherheit und Datenschutz.

Immer mehr Unternehmen verlagern ihre IT in die Cloud – am liebsten in die Hybrid Cloud. Must-have für die meisten Unternehmen: hohe Sicherheit und starker Datenschutz.

Im Zuge größtmöglicher Effizienz wollen Mittelständler wie Großkonzerne ihre IT-Infrastruktur so schlank, günstig und agil wie möglich gestalten. Da wirken Cloud-Angebote geradezu verlockend. Einerseits. Andererseits gibt es nach wie vor Bedenken gegen eine Auslagerung dieses sensiblen Unternehmensbereichs – sei es aus Sicherheitsgründen, aus Angst vor Compliance-Schwierigkeiten oder schlicht, weil das Know-how fehlt.
Doch die Skepsis bröckelt. Aktuelle Zahlen belegen: Viele Unternehmen tauschen den eigenen Serverraum gegen eine extern betriebene Daten-Cloud. Oder kombinieren eigene Private Clouds mit der nützlichen Public Cloud und bauen sich dadurch hybride IT-Landschaften auf. Laut dem Verband der Cloud-Computing-Wirtschaft EuroCloud sollen 80 Prozent aller Rechenzentren in 2019 Cloud-Daten verarbeiten. Der Datenverkehr zwischen den Rechenzentren könnte bis dahin auf das Zehnfache ansteigen; mehr als 40 Zettabyte – eine 40 mit 21 Nullen – soll das weltweite Datenvolumen dann pro Monat betragen.

Cloud Computing wird zum Standard

Seit 2015 nutzt laut Cloud-Monitor des Branchenverbands Bitkom erstmals eine Mehrheit der Firmen in Deutschland Cloud Computing – ganze 54 Prozent. Insgesamt hat sich die Cloud-Nutzung bei deutschen Unternehmen in den letzten vier Jahren fast verdoppelt. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern nutzen sogar 70 Prozent die Kapazitäten aus der Wolke. Am beliebtesten sind dabei Office-Anwendungen, Groupware, Kollaborationsdienste und Security-Services. Trotz dieses Aufwärtstrends bilden kleine und mittelständische deutsche Unternehmen laut KMU Barometer 2016 im internationalen Vergleich das Schlusslicht beim Thema Cloud-Nutzung. Spanien und die Niederlande haben hier die Nase vorn. Bisher nutzten Unternehmen vor allem die Private Cloud, weil ihnen das öffentliche Internet zu unsicher ist. Das ändert sich allerdings gerade.
Analysten von Crisp Research gehen davon aus, dass Hybrid Clouds – also der Mix aus Private und Public Cloud – zukünftig 30 Prozent aller Cloud-Modelle ausmachen werden. Der Einsatz von Multi Clouds, die für das Management verschiedener Cloud-Umgebungen mit mindestens einer Public Cloud stehen, soll von aktuell zehn Prozent auf über 30 ansteigen. Hauptgrund für den großen Zuspruch dieser Cloud-Modelle: Kosten. Reine Private Clouds oder eigene Rechenzentren sind teurer als vergleichbare Kapazitäten aus der Public Cloud. Ein weiterer Treiber sind die Kunden, die zunehmend nach Live-Angeboten verlangen, von der Paketverfolgung per App bis hin zu großen Rechenoperationen wie Simulationen, die ideal über eine Public Cloud bedient werden können.
Der Cloud-Markt verändert sich rasant. IT-Anbieter rücken näher an ihre Kunden, und Kunden werden durchaus auch zu Partnern, mit denen man Lösungen für den Drittmarkt entwickelt. Die Offenheit der Cloud gegenüber steigt und ihre Einsatzmöglichkeiten werden im Zeitalter der vernetzten Dinge immer kreativer: von Datenhandschuhen, mit denen sich Produkte schnell scannen und Informationen verarbeiten lassen, bis hin zu schlauen Parkplätzen, die an eine Cloud-Plattform funken, ob sie frei sind und sich vom Nutzer über eine App reservieren lassen. Das Internet der Dinge macht die Cloud endgültig unabdingbar.

Die Frage nach der Datensicherheit bleibt

Die aktuelle Safe-Harbor- und Privacy-Shield-Debatte verunsichert europäische Unternehmen. Erst kürzlich bezeichnete das Freiburger Centrum für Europäische Politik (CEP) das Privacy-Shield-Abkommen als unzureichend: „Die ‚Safe Harbour‘-Nachfolgeregelung der EU Kommission kann die massenhaften Datenerhebungen und -nutzungen durch US-Behörden nicht verhindern“, schrieb die Organisation in einer Stellungnahme. Gerade erst haben die europäischen Datenschützer der Gruppe „Artikel 29“ das Abkommen unter Vorbehalt abgesegnet.
Die größte Sorge der Cloud-Zweifler gilt sensiblen Unternehmensdaten. Fremder Zugriff oder gar Datenverlust sind das Schreckgespenst. Dabei ist Cloud Computing im Grunde sogar sicherer: Denn ein Unternehmen mit gemanagten Systemen aus der Cloud hat einen Anbieter, der rund um die Uhr den Betrieb überwacht. Mitarbeiter der IT-Abteilung in Unternehmen, bei denen nachts niemand die Systeme kontrolliert, bemerken ein Malheur im Zweifel erst am nächsten Tag. Hinzu kommen Kosteneinsparungen, denn der Invest in Hardware und die Betreuung eigener Systeme entfällt.

Standort Deutschland stark gefragt

Doch es gibt auch positive Strömungen, wie das jüngste Microsoft-Urteil zeigt: Im Juli 2016 hat ein US-amerikanisches Gericht dem Software-Giganten in zweiter Instanz Recht gegeben. Microsoft hatte sich geweigert, Kundendaten an amerikanische Behörden herauszugeben, die auf europäischen Servern gespeichert waren – ein wichtiger Präzedenzfall für die Branche, denn damit werden es US-Behörden künftig schwerer haben, auf Daten im Ausland zuzugreifen. Auch andere US-Schwergewichte, wie Google oder Facebook, deren Geschäftsmodelle auf den Daten der Nutzer fußen, stellen sich der US-Regierung in Sachen Datenherausgabe entgegen.
Um rechtlichen Unklarheiten langfristig aus dem Weg zu gehen, bevorzugen vor allem deutsche Unternehmen inländische Datenzentren. Denn hierzulande sind Kundendaten vor dem Zugriff ausländischer Behörden geschützt. Laut Bitkom-Umfrage sehen zwei Drittel ein Rechenzentrum mit Standort Deutschland als unumgänglich an. Nur ein Prozent der Unternehmen empfindet das als komplett unwichtig.
Weil immer mehr Unternehmen auf die Cloud setzen, widmen wir ihr eine mehrteilige Beitragsserie auf der www.t-systems.com, die in den kommenden Monaten verschiedene Schwerpunkte und spannende Einsatzmöglichkeiten der Cloud beleuchten wird. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihre
Anette Bronder

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