Vorteile der Multi Cloud.
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Überblick mit Cloud Management Plattform

Ganz einfach auf mehreren Hochzeiten tanzen: Mit der richtigen Cloud Management Plattform und Multi-Cloud-Strategie klappt das. Worauf Unternehmen dabei achten sollten und von welchen Vorteile sie profitieren können.
Public Cloud Services in der Forschung
Als Professor an der Hochschule für Telekommunikation Leipzig ist Prof. Andreas Hartmann auf eine schnelle Bereitstellung von IT-Ressourcen angewiesen. Damit seine Studenten lernen, Software agil zu entwickeln, benötigen sie oft kurzfristig und für einen begrenzten Zeitraum zusätzliche Webserver, Datenbanken oder virtuelle Maschinen. Genau diese Agilität und Flexibilität bietet lautet Nils Martens, Cloud-Architekt von T-Systems, die Open Telekom Cloud. Mit dieser Public Cloud auf Basis von OpenStack können IT-Ressourcen schnell und hoch standardisiert bereitgestellt werden.
Das Mail-System in der einen Cloud, das Personal-Tool beim nächsten Provider und für Telefonie kommt eine dritte Cloud hinzu: Die Multi-Cloud-Ära ist längst angebrochen. Immer mehr Unternehmen setzen auf verschiedene Cloud-Provider und eine Cloud Management Plattform für verschiedene Applikationen. Laut Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) nutzen bereits deutlich mehr als die Hälfte (60 Prozent) der befragten Unternehmen mehrere Provider – Tendenz steigend. Auf Single Clouds, also einen einzigen Cloud-Anbieter, setzt lediglich ein Drittel (33 Prozent) der Unternehmen. Das geht aus einer aktuellen Crisp-Research-Studie zum Thema Cloud-Orchestrierung hervor.  

Unterschiede: Hybrid Cloud oder Multi Cloud?

Multi Cloud ist aber nicht das Gleiche wie Hybrid Cloud. Häufig werden diese Konzepte verwechselt, dabei besteht dazwischen ein gravierender Unterschied: Hybrid Cloud bezeichnet die Kombination aus Public und Private Cloud. Das ist zum Beispiel für Unternehmen interessant, die aus Compliance-Gründen nicht sämtliche Daten in der Public Cloud verarbeiten möchten. Viele setzen daher zusätzlich auf Ressourcen aus der Private Cloud. Zum Beispiel, wenn es um die Verarbeitung von Daten geht, die Betriebsgeheimnisse enthalten und deshalb aus Sicht der Unternehmen besonders geschützt werden sollten.
Bei der Multi Cloud hingegen kombinieren Unternehmen nicht nur Ressourcen aus der Public und der Private Cloud, sondern nutzen darüber hinaus Angebote unterschiedlicher Cloud-Provider. Zum Beispiel, wenn verschiedene Abteilungen im Unternehmen mit unterschiedlichen Ansprüchen diverse Anwendungen benötigen, vom File Sharing über die Collaboration Plattform bis hin zu rechenintensiven Big-Data-Anwendungen oder Testumgebungen.

Herausforderungen der Multi Cloud

„Multi Cloud Computing ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern mittlerweile Realität“, sagte Kevin Gerrand, CTO Cloud Services bei T-Systems, in einem Interview. „Doch darin liegt meines Erachtens auch die Herausforderung für die kommenden Jahre.“ Das Kombinieren von On-Premises-Lösungen mit Lösungen verschiedener Cloud-Anbieter, die Migration von Anwendungen in die verschiedenen Clouds und auch der Betrieb stellen IT-Abteilungen vor komplexe Herausforderungen. Längst nicht alle Unternehmen verfügen über die nötige Expertise, um komplexe Multi Clouds zu managen. IT-Abteilungen müssen Zugriffsrechte für jede Anwendung verwalten, regelmäßige Updates durchführen und alle Applikationen überwachen – ein hoher Aufwand, der operative Probleme verursachen kann, wenn nicht alles glatt läuft. Denn je mehr Schnittstellen, umso mehr Fehlerquellen – und damit Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Damit der Administrationsaufwand nicht zu viele personelle Ressourcen in Anspruch nimmt und IT-Personal seine Zeit besser nutzen kann, eignet sich für die Orchestrierung verschiedener Provider etwa eine Cloud Management Plattform. Denn damit können Unternehmen in einer einzigen Ansicht alle Cloud-Ressourcen überwachen, verwalten und etwa auf Preisänderungen der Provider schnell reagieren, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Vorteile der Multi Cloud

Den Allrounder unter den Cloud-Providern gibt es nicht – jedes Cloud-Angebot hat eigene Stärken, Tools und Funktionen. Für jede Problemstellung, die es gibt, eine passende Antwort zu bieten, schafft keine Lösung auf der Welt. Deswegen ist es für Unternehmen sinnvoll, sich selbst die beste Mischung zusammenzustellen, um damit auch intern die Kosten unter Kontrolle zu halten. Profis nennen das: „Best-of-Breed“.
Ein weiterer Vorteil ist darüber hinaus das geringere Risiko eines Vendor-Lock-ins – also die Gefahr, sich an einen bestimmten Anbieter zu fesseln, wenn Unternehmen die Anwendungen, die sie aus der Cloud beziehen, auf verschiedene Anbieter verteilen. Außerdem sind Unternehmen damit weniger störungsanfällig. Denn tritt eine Störung bei einem Anbieter auf, sind somit nicht gleich alle Cloud-basierten Anwendungen im Unternehmen betroffen.

Multi-Cloud-Strategie mit Partnern umsetzen

Wer Multi-Cloud-Strukturen nutzt und damit seine Daten redundant auf mehreren Plattformen vorhält, erhöht damit die Ausfallsicherheit. Auch die hohe Flexibilität und Individualisierbarkeit sind ein Vorteil der Multi Cloud. Unternehmen können sich für Rechenleistung, Speicher oder E-Mail-Programm die für sie ideale Lösung aussuchen.
Den Weg dahin bestreiten viele Unternehmen aber in der Regel nicht alleine, sondern setzen auf Managed-Service-Provider und starke Partner auf Augenhöhe, die den hohen Integrations- und Verwaltungsaufwand für sie reduzieren. Laut Crisp Research vertraut knapp ein Drittel der Unternehmen beim Management der Multi Cloud auf externe IT-Dienstleister. Und dass die Vorteile überwiegen und immer mehr Unternehmen auf die Multi Cloud setzen, zeigen die Zahlen von PAC: Künftig werden sich sogar zwei Drittel für diese Cloud-Form entscheiden.

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