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Public-Cloud-Dienste: Worauf kommt es an?

Worauf es ankommt, welche Dienste die richtigen im Unternehmenseinsatz sind und warum die Multi-Cloud so gefragt ist.

Die optimale Strategie für Public-Cloud-Dienste in Unternehmen – ein Interview mit Analyst und Cloud-Experte René Büst von Crisp Research.

Public-Cloud-Dienste sind die Chartstürmer der ohnehin erfolgreichen Cloud-Welle. Laut Cloud-Monitor von Bitkom und KPMG hat das Interesse am Markt nochmals deutlich zugenommen. Bereits jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) gab in der Befragung an, Public-Cloud-Dienste bereits zu nutzen. Im Jahr zuvor waren es erst 16 Prozent, ein Anstieg also um rund zehn Prozentpunkte. Darüber hinaus plant knapp jedes fünfte Unternehmen den Einsatz von Public-Cloud-Diensten oder denkt zumindest darüber nach. 2014 lag dieser Anteil noch bei acht Prozent.

Public-Cloud-Dienste: Längst nicht alles ist geeignet

Allerdings dürfen sich Unternehmen von diesen Zahlen allein nicht täuschen lassen, denn: Public Cloud ist nicht gleich Public Cloud. Nahezu ungeschützte Collaboration-Plattformen in beispielsweise Asien gehören nämlich ebenso dazu wie Public-Cloud-Dienste, die in Hochsicherheits-Rechenzentren in Deutschland betrieben werden und so unter deutschem Datenschutz und deutscher Datensicherheit stehen.
Ein ähnliches Bild zeichnen der Verband der Internetwirtschaft e.V. (eco) und die Unternehmensberatung Arthur D. Little in einer gemeinsamen Studie zur deutschen Internetwirtschaft. Sie prognostizieren zwar, dass Public-Cloud-Dienste bis 2019 um bis zu 40 Prozent pro Jahr wachsen werden und bezeichnen sie gar als „Turbosegmente“. Sie sehen aber ebenfalls eine damit einhergehende Nachfrage nach IT-Integrationsleistungen, Vor-Ort-Service, Rechtssicherheit und einem besseren Datenschutz – wobei besonders die rechtlichen Aspekte europäische und deutsche Unternehmen auf dem Markt für Public-Cloud-Dienste beflügeln werden.

Worauf es bei Public-Cloud-Diensten tatsächlich ankommt

Ganz klar: Für deutsche Unternehmen müssen Public-Cloud-Dienste besonders vielfältig sein. Das heißt, sie müssen einerseits hochperformant, andererseits aber auch maximal sicher sein. Sie müssen sowohl schnell und einfach skalieren, als sich auch reibungslos in bestehende Architekturen einbinden lassen. Und sie müssen letztlich mit den übrigen Cloud-Strukturen eines Unternehmens virtuos zusammenspielen, wie Experte René Büst vom Analystenhaus Crisp Research weiß (siehe Interview: Public-Cloud-Dienste: Auf der Suche nach dem weißen Ritter).
Fachleute wie er sehen deshalb auch weiterhin eher gemischte Umgebungen bei Unternehmen als gesetzt an. „Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien stehen weit oben auf der Agenda von IT-Entscheidern. Diese haben verstanden, dass eine moderne, Cloud-basierte IT-Welt nicht nur schwarz oder weiß gezeichnet werden sollte. Stattdessen ist Vielfalt gefragt, um Services und Innovationskraft über eine größere Anzahl von Cloud-Anbietern einzukaufen. Private Clouds stoßen hierbei schnell an ihre Grenzen und haben nicht die Vorteile einer Public Cloud“, so René Büst.
Fazit: Public-Cloud-Dienste sind zu Recht gesetzt in Organisationen. Sie dürfen dabei aber keine Sonderrolle spielen, sondern müssen sich in die Gesamt-IT reibungslos integrieren lassen. Dann steht dem weiteren Siegeszug nichts mehr im Wege.

Public-Cloud-Dienste: Auf der Suche nach dem weissen Ritter. René Büst, Analyst von Crisp Research, im Interview.

René Büst, Analyst von Crisp Research

Herr Büst, Public, Private, Hybrid: Wann wird denn welches Cloud-Angebot für Unternehmen relevant?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es gibt mittlerweile eine steigende Anzahl von Unternehmen, die sich intensiv mit der Public Cloud beschäftigen und den „All-in“-Weg beschreiten. Das bedeutet, dass sie keine eigene lokale IT-Infrastruktur oder gar ein Rechenzentrum mehr besitzen und stattdessen alles auf Public-Cloud-Infrastrukturen beziehungsweise -Plattformen ausgelagert haben oder per Software-as-a-Service beziehen. Jedoch handelt es sich dabei derzeit noch um eine Minderheit.

…das heisst?

Dass die meisten Unternehmen aktuell bevorzugt noch auf Private-Cloud-Umgebungen setzen. Das ist eine logische Konsequenz aus der vorhandenen Legacy, welche die Unternehmen in ihrer IT noch mit sich führen. Allerdings sehen wir den Großteil der deutschen Unternehmen zukünftig in hybriden beziehungsweise Multi-Cloud-Architekturen, um darüber sämtliche Facetten abzudecken, die sie für ihre digitale Transformation benötigen.

Und wie können Unternehmen diese unterschiedlichen Lösungen im Verbund steuern?

Hierfür bieten sich Cloud-Management-Lösungen an, die über Schnittstellen zu den gängigsten Public-Cloud-Angeboten als auch Private-Cloud-Lösungen verfügen. Damit stehen mächtige Werkzeuge bereit, mit denen sich Workloads auf den unterschiedlichen Umgebungen verwalten und virtuelle Maschinen, Daten und Applikationen verschieben lassen. Eine weitere Möglichkeit für das nahtlose Management bieten iPaaS: Bei einem Integration Platform-as-a-Service (iPaaS) handelt es sich um Cloud-basierte Integrationslösungen. Diese wurden vor der Cloud-Ära auch als „Middleware“ bezeichnet. Sie unterstützen bei der Interaktion zwischen unterschiedlichen Cloud-Services.

Worauf müssen Unternehmen beim Einsatz dieser Cloud-Dienste grundsätzlich achten?

Sowohl das fehlende Verständnis für die Public Cloud als auch die Herausforderungen, die mit dem Aufbau und Betrieb von Multi-Cloud-Umgebungen einhergehen, dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Der Vorteil, der von der Nutzung multipler Cloud-Infrastrukturen, -Plattformen und -Services ausgeht, ist oft teuer bezahlt: Es entstehen Kosten hinsichtlich Komplexität, Integration, Management und dem notwendigen Betrieb. Sowohl das Multi-Cloud-Management als auch eine grundsätzlich mangelnde Cloud-Erfahrung sind derzeit in vielen Unternehmen zentrale Herausforderungen.

Was ist die Lösung?

Als sozusagen weiße Ritter oder Helfer in der Not bringen sich hierfür Managed Public Cloud Provider (MPCP) in Position. Diese entwickeln und betreiben die Systeme, Applikationen und virtuellen Umgebungen ihrer Kunden – und das sowohl auf den Public-Cloud-Infrastrukturen als auch in Multi-Cloud-Umgebungen in einem Managed-Cloud-Service-Modell.

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