Internet of Things
Internet of Things

Die Revolution der Dinge

Zum Auftakt der neuen Internet-of-Things-Reihe von T-Systems liefert Geschäftsführerin Anette Bronder einen Einblick in die Gegenwart und unmittelbare Zukunft der vernetzten Dinge.
Vom Internet of Things (IoT) über Industrie 4.0 bis zum Internet of Everything – mit jedem dieser Begriffe steigt das Bewusstsein für einen gewaltigen Veränderungsprozess: die Digitalisierung des Alltags. Im Gegensatz zu den Meilensteinen der industriellen Revolution, wie dem Auftakt der Fließbandproduktion im Jahr 1914, lässt sich IoT auf kein genaues Datum festlegen. Vielmehr haucht das Internet den Dingen langsam, aber sicher, Intelligenz ein. Es durchdringt alle Branchen, verändert Produktionsprozesse, Alltagsabläufe – und schließlich auch die Kundenbindung und jede Kundenerwartung.
Anette Bronder
Anette Bronder, Geschäftsführerin Digital Division (DD)
Wer vom Internet der Dinge spricht, meint nicht nur die Vernetzung eines Gegenstands mit dem Internet. Es geht um die Kommunikation von Geräten und Maschinen untereinander. Die Sprache dieser Kommunikation sind Daten, der Kommunikationskanal die Netze. Die Cloud ist Heimat und Ziel der Daten, sie steuert Intelligenz durch Data-Analytics-Software bei. Der Mensch ist über Smartphones oder Wearables wie Datenbrillen Teil dieses Netzwerks. Das ist die Magie von IoT – und weltweit wird unter Hochdruck an der Weiterentwicklung gearbeitet. Auch wenn Wearables und das Internet der Dinge schnell mit Fitness und Lifestyle assoziiert werden: Die meisten smarten Geräte finden sich nicht an unseren Handgelenken oder in unseren Haushalten, sondern in Fabrikhallen.
Maschinen produzieren längst nicht mehr nur Objekte, sondern auch Daten wie am Fließband und organisieren sich untereinander. Der unbearbeitete Kotflügel meldet sich rechtzeitig bei der Lackiermaschine, die wiederum prüft, ob sie alle angekündigten Teile abfertigen kann oder zu anderen Maschinen umroutet. Auch die Frage nach Wartungsintervallen gibt es zukünftig nicht mehr; die Maschine gibt selbstständig Bescheid, wenn eine Wartung ansteht oder ein Teil bald gewechselt werden muss.

Städte der Zukunft: Vom intelligenten Bauteil zur smarten Urlaubsmeile

Die schlauen Dinge sind längst aus dem Fabrikraum in die Welt gezogen. IoT erobert und wandelt gerade ganze Städte, denn diese stehen vor der Herausforderung, mit schmalen Budgets die Attraktivität des Standorts zu steigern. Der Schlüssel dazu: IT. In der kroatischen Urlaubsmetropole Dubrovnik beispielsweise hat die Deutsche Telekom kürzlich eine „Smart Street“ eröffnet. Eine Verkehrsmanagementlösung erfasst und meldet Verkehrsverstöße in Echtzeit und dank eines intelligenten Parksystems, das Fahrzeuge automatisch erkennt, können Bürger wie Touristen ihre Parkgebühren aus der Ferne zahlen. Per Smartphone-App bekommen sie Infos über aktuell freie Parkplätze und die Straßenlaternen spendieren schnelles WLAN.
Anette Bronder über das Internet der Dinge
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Interview mit Anette Bronder, Geschäftsführerin Digital Division, zur Gegenwart des IoT, über das Starter-Kit der Telekom für die Digitalisierung und zum Thema Sicherheit im Internet der Dinge.
Sogar Geräuschpegel und CO2- Belastung können Straßenlaternen heute messen und entsprechend reagieren: Wenn die Emissionswerte eine bestimmte Grenze überschreiten, wird der Verkehr umgeleitet. Sie passen sich der Umgebungsbelichtung an oder reagieren auf Bewegungen und sind damit für Energiekosten ein wahrer Lichtblick. Laut McKinsey werden mehr als 30 Prozent des globalen Energieverbrauchs auf die Beleuchtung ungenutzter Flächen und Räume verschwendet. Die Intelligenz von Städten reicht bis zur smarten Mülltonne, die dem Versorgungsunternehmen meldet, wann sie voll ist und dadurch Abfuhrrouten optimiert.
Das besondere am Konzept der Smart City: IoT findet nicht (mehr) in Silos, maßgeschneidert für bestimmte Branchen statt, sondern vernetzt und übergreifend. Die schlaue Straßenlaterne empfängt Informationen vom Parkplatz, gibt sie an das Auto weiter oder lotst es zur Parklücke. Alle Dinge sprechen eine Sprache – so lautet zumindest ist Vision. Der Weg dahin kann nur über gemeinsame Standards, die Einigung auf eine primäre Technologie, die Zusammenarbeit der Branchen untereinander und mithilfe von IT-Unternehmen glücken.

Der Kunde gibt den Takt vor

IoT macht unser Leben deutlich komfortabler und sicherer, Unternehmen wiederum wesentlich serviceorientierter und effizienter. Allein durch vorausschauende Wartung lassen sich 30 Prozent Kosten einsparen. Doch welche Lösung und Strategie ist nun die richtige? Diese Frage schwirrt gerade durch zahlreiche CIO-Köpfe. Denn IoT-Anbieter gibt es tausende, aber nicht alles, was mit einem Sensor versehen ist, bringt Erfolg. Und kein einzelner Anbieter kann alle IoT-Probleme alleine lösen; die „eine“ Lösung gibt es nicht. Scheuklappendenken war gestern, heute geht es um starke Partnerschaften: Know-how ergänzend auszutauschen und sich zusammentun, um dem Kunden die beste Lösung zu bieten.
Fakt ist: IoT beginnt beim Kunden. Das gilt für das B2B-Geschäft ebenso wie für das Privatkundengeschäft. Verbraucher haben sich längst vom Ende der Produktionskette in den Produktions- und Logistikprozess hineinkatapultiert. Als Endkunde will ich wissen, wo mein Paket gerade ist. Ich will individuellen und schnellen Kundenservice. Und meinem neuen Turnschuh würde ich auch gerne eine individuelle Note geben: selbstgestaltet anstatt 0815. Wer weiß, in ein paar Jahren drucken wir uns unsere Möbel oder Schuhe vielleicht selbst am 3D-Drucker aus und therapieren Ängste per Virtual-Reality-Simulation.
Software ist die neue Geheimwaffe; sie denkt für uns, berät uns, nimmt uns Arbeit ab, eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten der Interaktion. Wir brauchen aber auch den Mut, digitale Produkte auszuprobieren, ihnen zu vertrauen. Um die Möglichkeiten der neuen Technologien voll auszuschöpfen, müssen wir uns aus alten Denkmustern befreien und experimentierfreudiger werden – nur wer wagt, gewinnt und kann zum Pionier werden. Andere Nationen, wie die Amerikaner, sind Innovationen gegenüber offener – aber natürlich ist ihr Markt längst nicht so stark reguliert wie der unsere.

Wird alles smart?

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An der Digitalisierung der Unternehmenswelt führt kein Weg vorbei. Darin sind sich alle Experten einig – egal ob sie aus der IT, der Wirtschaft, der Politik kommen.
Nur darüber, wie schnell es geht, wird noch diskutiert. Die Entwicklung indes ist jedenfalls sehr rasant, denn es wird digitalisiert, was digitalisiert werden kann, und es wird vernetzt, was vernetzt werden kann.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Einsatzmöglichkeiten für intelligente Technik finden sich fast überall. Laut Google gibt es bald keine Geräte mehr, weil alles zum Computer wird. Das prominenteste Beispiel dafür ist wohl das Auto, das sich vom Transportgerät zum rollenden Büro mit Infotainment, Parkplatzsuche und Smart-Home-Verbindung entwickelt hat. Das vernetzte Auto ist ein Erfolgsmodell, weil es beim Problem des Kunden ansetzt. Es macht Autofahren sicherer und angenehmer, verschafft uns mehr Zeit für andere Dinge, mehr Lebensqualität. Laut einer Studie verbringt der Durchschnittsautofahrer mehr als 2.500 Stunden seines Lebens mit der Parkplatzsuche.
Wie konnten Uber oder AirBnB –  kleine Startups – es schaffen, die gesamte Taxi- und Hotelbranche  aufzumischen  und fundamental zu verändern? Weil sie ein Kundenproblem gelöst haben: hohe Reisekosten. Eine erfolgreiche IoT-Strategie setzt also beim Kunden an. Unternehmen müssen lernen, den Blick von sich selbst abwenden und ihre Kunden besser zu beobachten. Auch dabei helfen moderne Technik und die Cloud. Stichwort: CRM – Customer Relationship Management. Doch dazu mehr in der Big-Data-Serie. Nun geht es erst mal um das Internet der Dinge. Alle genannten Themen, und viele mehr, nehmen wir für Sie in den nächsen Monaten für Sie unter die Lupe. Die Beiträge finden hier auf der t-systems.com und über Social Media unter dem Hashtag #wirdechtzeit.
Ich wünsche Ihnen spannende Erkenntnisse bei der Lektüre!
Ihre
Anette Bronder

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