Vernetzte LED-Straßenleuchten sparen Energie und sind Teil einer Smart City.
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Monheim: Smart City am Rhein

Mit einem Glasfasernetz und öffentlichen Hotspots fing es an. Jetzt hat die Stadt Monheim am Rhein intelligente Straßenleuchten, und bald können die Bürger hier auch smart parken.
Kennen Sie die Bürgermeister von Laatzen, Königswinter oder Schwabach? Wahrscheinlich nur, wenn Sie in diesen Städten mit rund 40.000 Einwohnern wohnen. Mit Monheim am Rhein sieht es anders aus. Hier amtiert ein Bürgermeister, der Schlagzeilen in allen wichtigen Medien Deutschlands macht, weil er anders ist: Daniel Zimmermann ist 34 und seit 2009 Bürgermeister der 43.000-Einwohner-Stadt zwischen Düsseldorf und Köln. Mit seiner 1998 gegründeten Partei Peto – lateinisch „Ich fordere“ – besetzt er im Stadtrat 26 von 40 Sitzen. „Der gefährlich erfolgreiche Magier von Monheim“, titelte Die Welt über den Bürgermeister, der mit dem Fahrrad zur Arbeit und Terminen fährt, und den jeder in der Mittelstadt kennt. „Monheim finanziert Projekte selbst“, schreibt die Westdeutsche Zeitung verwundert, angesichts der klammen Kassen in den Kommunen, und Die Welt: „Der junge Bürgermeister kam, sah und sanierte.“

Mut zum Vorausdenken

Warum? Weil er als Bürgermeister seit seinem Amtsantritt Monheim am Rhein umkrempelt. Seit 2013 ist die Stadt schuldenfrei, hat Kindergartengebühren abgeschafft und investiert Millionen in die städtische Infrastruktur sowie zahlreiche Zukunftsprojekte, obwohl der Rat die Gewerbesteuer drastisch auf den inzwischen die niedrigsten Hebesatz in Nordrhein-Westfalen abgesenkt hat. „Man muss den Mut haben, vorauszudenken, und als Bürgermeister eine gewisse Meinungsführung zu übernehmen“, sagte Zimmermann der Welt.

Flächendeckendes Breitbandnetz

Die intelligenten Straßenlaternen in Monheim am Rhein
Monheim am Rhein wird zur „Smart City“: Im ersten Schritt hat die Stadt im Rheinland die Straßenbeleuchtung in einer Teststraße in der Innenstadt gemeinsam mit der Deutschen Telekom digitalisiert. 
Zimmermann ruht sich nicht aus auf seinem Erfolg. Bis Ende 2018 baut die Stadt ein flächendeckendes Breitbandnetz für schnelles Internet auf und schließt sämtliche Haushalte und Wirtschaftsbetriebe kostenlos an. Dank eines flächendeckenden Highspeed-WLANs im gesamten Stadtgebiet können Bürger und Besucher so mobil kostenfrei im Internet surfen. Auf Basis dieser digitalen Infrastruktur hat die Stadt damit begonnen, Monheim am Rhein zu einer Smart City auszubauen. Tablet-Klassen in den städtischen Schulen, der digitale Mängelmelder, ein inzwischen papierlos arbeitender Stadtrat – die ersten intelligenten Lösungen kommen auch bei den Bürgern bestens an.
„Wir wollen mit unseren Smart-City-Aktivitäten nicht die Besten, Schönsten, oder Schnellsten sein, was Digitalisierung angeht“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. „Wir versprechen uns vor allem inhaltlich viel davon, smarter zu werden. Uns interessiert die Frage, wie wir den Bürgerinnen und Bürgern noch besseren Service anbieten oder als Stadt effizienter sein können.“

Vernetzte LED-Strassenleuchten

Das geht zum Beispiel mit einer intelligenten Straßenbeleuchtung. Die hatte ihre Premiere und Testphase in der letzten Adventszeit. Die neuen LED-Leuchten sind über WLAN miteinander vernetzt, einzeln steuerbar und sparen gegenüber den alten Leuchten bis zu 70 Prozent Energie. Und sie sind schlau, denn sie melden ihren Ausfall selbst. „Manche Bürger stutzen schon, wenn sie hören, dass jede Straßenlaterne zukünftig einen eigenen Internetanschluss hat“, gibt Zimmermann zu. Aber die Akzeptanz von neuen Technologien sei in Monheim am Rhein sehr groß.
Nun nimmt sich der Stadtrat das Parken vor. Grundsätzlich gibt es in Monheim am Rhein auch in der Innenstadt ausreichend Parkplätze. Doch wo gerade freie Parkplätze sind, wissen die Autofahrer nicht, und drehen stattdessen überflüssige Runden. Zimmermann: „Den Besucherinnen und Besuchern unserer Innenstadt genau mitteilen zu können, wo sie den nächsten freien Parkplatz finden, ist ein zusätzlicher Service, den wir als nächstes umsetzen wollen.“

Neue Smart-City-Lösungen entwickeln

Und auch bei diesem Projekt wird T-Systems ihre Smart-City-Kompetenz einbringen. „Als wir entschieden hatten, die Glasfaser- und WLAN-Infrastruktur aufzubauen, wollten wir darauf aufbauend auch mehr Service anbieten. Dafür haben wir längere Zeit nach einem Projektpartner gesucht“, erklärt Bürgermeister Daniel Zimmermann. T-Systems verfüge schon über funktionierende Anwendungen, zum Beispiel die intelligente Straßenbeleuchtung. „Jetzt wollen wir neue Lösungen entwickeln und ich habe große Hoffnung, dass uns das gemeinsam mit T-Systems gelingen wird.“      

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