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Automatisierte Instandhaltungssysteme zur Inspektion von Gleisen und Zügen für eine effiziente Wartung.

Wie wird Robotik für Bahnen zum Erfolg?

Roboter im Public Transport entlasten Teams. Wie intelligente Plattformen Skalierung ermöglichen

01. Juli 2026Stephan Kaulbach

Robotik im Bahnverkehr: Integration statt Insellösungen

Smarte Robotik krempelt ÖPNV und Bahnlogistik um. Doch solange Roboter nicht sauber in IT und Betriebsabläufe eingebunden sind, bleiben viele Projekte im Pilotstatus stecken. Erst das Zusammenspiel aus autonomen Robotern und sicheren digitalen Plattformen lässt Automatisierung im Public-Transport-Bereich skalieren.

Automatisierung bei Bahn & ÖPNV: Gute Wirkung, geringe Skalierung

Die Verkehrswende verlangt Tempo. Zusätzlich stehen Bahnbetriebe unter einem erhöhten Kostendruck und wollen deshalb verstärkt Automatisierungslösungen einsetzen – wie beispielsweise den Roboterhund Spot, dessen Spürnase hochentwickelten Kameras, Sensoren sowie Künstlicher Intelligenz (KI) zu verdanken ist. Damit kann er Schäden an Güterzügen erkennen – eine automatisierte Inspektion in Echtzeit. In Testläufen kam er bereits zum Einsatz, um Boxenstopps der Züge zu verkürzen, die Reparatur zu beschleunigen und die Mitarbeitenden von Routineaufgaben zu entlasten. In einigen Instandhaltungswerken unterstützen Roboter auch beim Schleifen und Lackieren von ICE-Wagen. Aber noch bewegen sich Spot und die Roboterfamilie bei der Bahn oder im ÖPNV zumeist im Rahmen von Pilotprojekten. Es fehlt derzeit an der nötigen Integration und Skalierbarkeit, um die Automatisierungslösungen unternehmens- oder gar branchenweit auszurollen.
 

Robotik-Weltspitze – bei den Bahnen dominiert noch Handarbeit

Deutschland liegt hinter Korea, den USA, Japan und China auf Platz 5 auf der Liste jener Länder, die Robotik und Automatisierung schon stark nutzen. Das verdanken wir jedoch nicht der Public-Transport-Branche. Während in der Automobilindustrie erste Industrieroboter schon vor Jahrzehnten in die Werkshallen einzogen, sehen wir bei der Instandhaltung und in der Intralogistik der Verkehrsbetriebe noch viel Handarbeit: Benötigt beispielsweise ein Fernverkehrszug Frischwasser, dann rücken Wartungsmitarbeiter wie je und je mit Schläuchen an. Müssen Ersatzteile aus einem Lager geholt werden, dann schwingt sich ein Beschäftigter aufs Lastenrad. Verpasst das Management hier einfach den Anschluss? So einfach ist das nicht.

Hoher Aufwand, kaum Skalierung

Gelber Industrieroboterarm auf Bahnschienen in einer Fabrikumgebung

Selbstverständlich sind Werksleitungen daran interessiert, ihre Ingenieursteams zu entlasten. Schließlich leidet die Branche unter Fachkräftemangel und steht unter einem gehörigen Kostendruck. Aber wenn sich die einzelnen Werke dann tatsächlich für Smart Robotics entscheiden, dann handelt es sich in der Regel um eine Einzellösung, die nicht über das ganze Unternehmen hinweg skaliert – und deren Potenzial damit verpufft. Anders formuliert: Es mangelt nicht an Robotik, es fehlt an der Industrialisierung ihrer Nutzung. Viele Automatisierungslösungen sind nicht in die IT-Infrastruktur und Systeme des Unternehmens integriert. Die Folge: hoher manueller Aufwand, keine Skaleneffekte, wachsende Integrationskomplexität und eine Fülle an Insellösungen.
 

Sichere Robotik-Plattform für sensible Branchen

T-Systems hat deshalb die Plattform „Autonomous Logistics“ für „Automated Guided Vehicles“ (AGV) – d.h. führerlose Transportfahrzeuge – aufgebaut. Diese erlaubt es auch Kunden aus sensiblen Branchen, wie dem öffentlichen Verkehr, agnostisch Roboter in Betrieb zu nehmen. Die Plattform bietet eine herstellerunabhängige, sichere Umgebung für Robotersteuerung und Integration. Einzelne Werke oder Abteilungen können damit eigenständig unterschiedliche Use Cases wie Ersatzteiltransport, Wartungsunterstützung oder Inspektionsaufgaben verwirklichen. Der Vorteil: Sie müssen diese Tätigkeiten nicht aufwendig integrieren - denn diese Aufgabe übernimmt T-Systems mit der Plattform. Damit ermöglichen wir den Übergang von isolierten Robotik-Initiativen hin zur industrialisierten Nutzung mit einem klar definierten Governance-Rahmen für Sicherheit und Betrieb.
 

Souveränität: Wer Roboter steuert, muss Kontrolle haben

Solche Plattformen erlauben den Unternehmen auch unterschiedliche Souveränitätsgrade – bis hin zur höchsten Souveränitätsstufe, wenn sie in der T Cloud Public läuft. Denn eines sollten sich Kunden immer klarmachen: Roboterhersteller arbeiten an Innovationen, sie wollen mit ihren Maschinen den Menschen entlasten; sie sahen es aber bislang nicht als ihren Job, die Software, die für die Steuerung eines Robotikprozesses notwendig ist, souverän aufzusetzen. Erst allmählich ändert sich auch hier die Sichtweise. Aber gerade Unternehmen der kritischen Infrastruktur müssen etwa für jede Anlage wissen, was die Roboter-App nach draußen sendet, oder ob sie Informationen sammelt, die sie nicht bekommen sollte – und wie man beides verhindern kann.
 

Wie 5G Robotik in sensiblen Umfeldern ermöglicht

Mit den hohen Sicherheits- und Souveränitätsanforderungen steht die Public-Transport-Branche nicht allein da. Ähnliche Muster – schrittweise Automatisierung, klar geregelte Governance – finden sich in allen sicherheitskritischen Umfeldern. Beispielsweise in der militärischen Logistik, im Mechatronikzentrum der Bundeswehr in Jülich. Dieses überholt Truppenfahrzeuge, übernimmt deren Wartung, bringt sie auf den neuesten Stand der Technik – und hat sich Roboterhilfe gesichert. Um den Transport der Ersatzteile vom automatisierten Kleinteilelager in die Werkstatt effektiver zu machen und die Mitarbeitenden zu entlasten, unterstützt T-Systems in einem Pilotprojekt mit autonomen Robotern. Damit die Roboter ihren Weg vom Lager in die Werkstatt sicher finden, baut eine 5G-Infrastruktur eine performante Verbindung auf. Der Vorteil: Mit dem 5G-Campus-Netz lassen sich nicht nur sehr schnell sehr viele Daten transportieren, sondern die Informationen verbleiben auch auf dem Campus.
 

Wie bringt man Robotik zum Laufen?

Unternehmen, die ihre isolierten Robotik-Initiativen durch eine industrialisierte Nutzung mit einer skalierbaren Lösung ersetzen wollen, brauchen dazu eine unternehmenskonforme digitale Plattform. Sie muss folgende Leistungen abdecken:

  • Standardisierte IT-/Security-Integration
  • Einheitlicher Betrieb und kontinuierliche Optimierung
  • Zentrales Flotten- und Health-Monitoring
  • Aggregation je Werk sowie konzernweit
  • Hohe Autonomie für die einzelnen Werke und Bereiche
  • Einbettung in den Governance-Rahmen des Unternehmens

Meine Empfehlung: Starten Sie mit klar priorisierten Anwendungsfällen für Smart Robotics, einem einfachen Use Case, bei dem sich die Wirksamkeit gut demonstrieren lässt. Damit Sie möglichst schnell den Anschluss an die Industrialisierung der Robotik erreichen.

Zur Person
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Stephan Kaulbach

Chief Technology Officer im Bereich Public Transport, T-Systems International GmbH

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