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Bild zeigt Techniker mit Messgerät und Laptop auf einem Gebäude, im Hintergrund das Meer; Bild mit Verlauf

Mit Daten präzise punkten

Wasserrohrbruch, Überschwemmung, Brand: Solche Schäden erfordern rasches Handeln. 

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Vom kleinen feuchten Punkt in der Ecke über den quadratmetergroßen nassen Fleck an der Decke bis zu dem stetigen Tropfen und ersten Pfützen auf dem Boden: Ein Rohrbruch kann in kurzer Zeit enormen Schaden anrichten. Ein Albtraum für Mieter, Eigenheimbesitzer oder Gewerbetreibende – und Alltag für die Mitarbeiter von POLYGONVATRO. Der Mittelständler aus dem sauerländischen Olpe ist auf Leckageortung und die Sanierung nach Brand- und Wasserschäden spezialisiert. 

Die Firma erfreut sich einer guten Auftragslage. Nicht nur, weil sie mit ihren Standorten in ganz Deutschland, 1.750 Beschäftigten und einem Maschinenpark von 47.000 Geräten sowohl für kleinere Einsätze in Privatimmobilien als auch für die umfassende Hilfe im Katastrophenfall gerüstet ist. Sondern auch, weil die Zahl der Schadenfälle steigt. Gründe unter anderem: „In Deutschland gibt es viele Eigenheime aus den 50ern und 60ern, deren Rohre und Leitungen inzwischen in die Jahre gekommen sind“, erklärt Cornelia Czenkusch, Leiterin Qualitätsmanagement bei POLYGONVATRO. Hinzu kommt: „Aufgrund des Klimawandels nehmen Elementarschäden, etwa durch Starkregen und Überschwemmungen, zu. Auch starke Temperaturschwankungen gelten als eine Belastung für Rohre und Leitungen.“  

Probleme der Vergangenheit

Bild zeigt Frau Cornelia Czenkusch, Leiterin des Qualitätsmanagements von POLYGONVATRO GmbH, gestikulierend am Tisch sitzend

Digitalisierung mit Bedacht – Cornelia Czenkusch, Leiterin des Qualitätsmanagements von POLYGONVATRO.

Doch volle Auftragsbücher bedeuten für das Unternehmen neben Umsatz und Wachstum auch Herausforderung. So ist es für POLYGONVATRO aufgrund des Fachkräftemangels schwierig, neue qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Auch im Innendienst der Firma gibt es immer mehr zu tun. Ein besonders arbeitsintensiver Prozess in der Vergangenheit: das Ausstellen von Energieverbrauchsnachweisen. Denn die leistungsstarken Raumtrockner, die POLYGONVATRO nach Wasserschäden aufstellt, um Böden, Decken und Wänden die Feuchtigkeit zu entziehen, laufen Tag und Nacht über den Hausanschluss. Der damit einhergehende Stromverbrauch schlägt sich deutlich in der Stromrechnung des Geschädigten nieder.  „Diese Kosten kann der Kunde bei einem versicherten Schadenereignis bei seiner Versicherung geltend machen“, sagt Czenkusch. Außerdem kann der Betroffene seinem Stromanbieter nachweisen, dass es sich um einen einmaligen Verbrauch handelt, damit dieser den Abschlag nicht erhöht. Der tatsächliche Verbrauch der Maschinen aber ließ sich angesichts des großen Maschinenparks bisher nirgends in einheitlicher Form und Vorgehensweise ablesen. „Wir haben für den Nachweis die Verbrauchsangaben der Hersteller sowie die Einsatzdauer des Geräts herangezogen“, fügt Czenkusch hinzu.  Das war im Ergebnis zeitaufwendig und zudem fehleranfällig, denn die Techniker von POLYGONVATRO erfassten Gerätenummern und Zählerstände beim Aufstellen der Raumtrockner handschriftlich. Der Innendienst übertrug sie anschließend ins Abrechnungssystem. Die Notizen seien beispielsweise manchmal schlecht lesbar gewesen, berichtet Czenkusch. Zudem legte POLYGONVATRO den Berechnungen – wie in der Branche üblich – die vereinbarte bzw. ermittelte tägliche Laufzeit beim Kunden zugrunde. Auch durch diese Faktoren war die 100 Prozent genaue Energieerfassung nicht durchgehend möglich.

Raumtrockner intelligent vernetzen  

Seit Anfang 2018 schafft das Unternehmen hier mit einer digitalen Lösung Abhilfe: der smarten POLYGONVATRO-Energiemanagement-, kurz  PV-E-Box, welche die Telekom als Ende-zu-Ende-Lösung entwickelt und umgesetzt hat. Diese Box schalten die Techniker heute als „intelligentes Verlängerungskabel“ zwischen Gerät und Steckdose. Wichtig dabei: Die Box ist mit jeder Maschine des Unternehmens kompatibel, da sie mit einem Magneten am Raumtrockner angebracht und einfach über die genormten Netzstecker verbunden wird. Die Box misst so den Stromverbrauch des angeschlossenen Trocknungsgeräts. Die Daten sendet sie via Mobilfunk in die Cloud. Die Vorteile: Der Aufwand für den Techniker vor Ort ist minimal. Hat er den Trockner aufgestellt, zückt er nur noch sein Smartphone und scannt mittels einer eigens dafür entwickelten App kurzerhand einen Code an Maschine und Box. In Sekundenschnelle sind die beiden Komponenten miteinander gekoppelt und somit die Verbrauchswerte ab diesem Zeitpunkt automatisch wie auch eindeutig einem Trocknungsauftrag zugeordnet. Die Box sendet diese Werte so lange in die Telekom Cloud der Dinge, bis der Techniker die Geräte beim Abbau wiederum über die App entkoppelt.

Dicke Kellerwände und schwache Netzabdeckung bereiten dabei keine Sorgen: Kann die PV-E-Box einmal keine Daten via Mobilfunk versenden, so speichert sie diese und schickt sie auf die Reise, sobald der Empfang wieder vorhanden ist.

Bevorzugter Partner der Versicherer

Bild zeigt ein Gerät der Firma POLYGONVATRO GmbH als Nahaufnahme

Über eine integrierte Mobilfunkantenne sendet POLYGONVATROs smarte PV-E-Box die Stromverbrauchsdaten von Raumtrocknern an die Cloud der Dinge der Telekom.

20.000 Boxen hat POLYGONVATRO inzwischen im Einsatz – zum festen monatlichen Mietpreis, der auch App und Mobilfunktarif sowie Support und Service durch die Telekom über die Vertragslaufzeit von fünf Jahren umfasst. Der Mittelständler kann damit gleich in mehrfacher Hinsicht punkten. So kann der Innendienst die präzise aufbereiteten digitalen Daten aus der Cloud unkompliziert übernehmen und für die Verbrauchsnachweise nutzen. Und hat folglich mehr freie Kapazitäten, um dem wachsenden Auftragsvolumen gerecht zu werden. Besonders wichtig aber: POLYGONVATRO liefert auch den Versicherern exakte Verbrauchswerte. Das verschafft dem Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. „Die 100 Prozent genaue und digitale Abrechnung macht uns zu einem bevorzugten Partner der Versicherer. Die beauftragen uns im Schadenfall zwar nicht, empfehlen uns aber verstärkt“, freut sich Czenkusch. Das helfe dem Unternehmen, seine Marktführerschaft im Sektor Gebäudetrocknung sowie Brandsanierung zu behaupten und auszubauen. 

Den Impuls für die smarte Lösung lieferte POLYGONVATRO das konzernübergreifende IoT (Internet of Things-) Projekt der Telekom „Digitale Baustelle“. Dieses hatte die „Betriebsdatenerfassung bei Raumtrocknern“ als mögliches Anwendungsfeld identifiziert, in gemeinsamen Workshops mit dem Kunden Anforderungen geklärt, Prototypen erstellt und innerhalb von zwei Jahren die Lösung entwickelt und ausgerollt. So entspricht die Box für eine genaue Abrechnung den Vorgaben des deutschen Mess- und Eichgesetzes und verfügt über einen Fehlerstromschutzschalter (kurz FI- Schalter). Für die Konnektivität zur Cloud sorgt eine integrierte Mobilfunkantenne. Eine rote Leuchte an der Box signalisiert, wenn die Datenübertragung stockt. Auch Sensoren, die Umgebungsdaten wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen, sind in der Box integriert.

Anonyme Verbrauchswerte

Bild zeigt einen Techniker mit einem Messgerät auf dem Boden hockend in einem Raum

Große Potenziale: Schritt für Schritt sollen immer mehr Abläufe des Dienstleistungsunternehmens digitalisiert werden.

Damit weder Signalleuchte noch Sicherungsschalter oder andere Komponenten und Funktionen der Box beim Kunden für Irritationen sorgen, hat der Mittelständler seine Mitarbeiter geschult und mit Infomaterial ausgestattet. Nicht alle Kunden seien digitalen Lösungen gegenüber gleich aufgeschlossen, berichtet Czenkusch. Besonders das Thema Datenübertragung sorge für Skepsis. Für Czenkusch „verständlich, aber unbegründet“. Denn die Box übermittelt ausschließlich Verbrauchswerte in Verbindung mit einem komplexen Maschinencode, aber keine personenbezogenen Daten wie etwa die Adresse. Erst wenn die Werte aus der Cloud im System der POLYGONVATRO mit den Auftragsdaten verbunden werden, erhält das Unternehmen kundenspezifische Informationen. 

Digitalisierung mit Bedacht: In Zukunft wollen die Sauerländer weitere Abläufe im Unternehmen digitalisieren – Schritt für Schritt, immer dort, wo die Sanierungsexperten deutliche Mehrwerte erkennen. „Digitalisierung und unsere Dienstleistung lassen sich nicht so leicht verbinden“, erklärt Czenkusch. Doch die digitalen Potenziale sind groß – besonders in der Schadenerkennung und der Dokumentation. Die ersten Pilotprojekte auf diesen Gebieten laufen: So kommen derzeit in dem großen Logistikzentrum in Olpe zehn digitale Scanner für die automatisierte Erfassung des gesamten Materials zum Einsatz, das etwa für den Einsatz bei Gewerbe- oder Industrieschäden auf Trucks verladen wird. „Das erleichtert unsere Arbeit dermaßen, dass wir die Scanner in den Wirkbetrieb übernehmen wollen“, lobt Czenkusch. Zudem geht der Mittelständler davon aus, dass er in Zukunft weitere PV-E-Boxen benötigen wird. 500 Stück für Starkstromgeräte hat er bereits in Auftrag gegeben. 

Ihr Ansprechpartner: Markus.Buiven@t-systems.com

Autor: Deborah Grauer
Fotos: Alice Backes, POLYGONVATRO GmbH

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