Bild zeigt Lottorad mit bunten Lottkugeln

Schwarze Listen für geklaute Smartphones

Pro Jahr verschwinden in Deutschland rund vier Millionen Handys. Eine Blockchain für Smartphone-Identifikationsnummern könnte die Sperre der Mobilfunkgeräte erleichtern.

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Wem ein Smartphone oder iPad gestohlen wird, dem droht nicht nur ein finanzieller Schaden. Noch schwerer kann der Verlust wertvoller Daten wiegen – seien es Kontakt- und Kontoinfos, Bilddateien oder Passwörter. Der einzige Ausweg, diese Daten möglichst schnell nach dem Diebstahl zu schützen: das Gerät sperren lassen. Dafür setzen die Netzbetreiber vermisst gemeldete Smartphones auf Basis der Identifikationsnummer (IMEI) auf eine interne, lokal gespeicherte Blacklist. Danach kann sich der Dieb nicht mehr mit dem gestohlenen Gerät in das Netz einwählen.

Dezentrale Blockchain-Blacklist

Mehrere aufeinander gelegter Smartphones, im Vordergrund drei verschiedener Generationen von Handys

Je neuer, desto attraktiver sind Smartphones - leider auch für (Hand-)Taschendiebe. Laut einer Erhebung des Branchenverbands Bitkom werden allein in Deutschland mehr als 400.000 Mobiltelefone pro Jahr gestohlen.

Tipp

Besitzer eines Smartphones sollten in jedem Fall die IMEI-Nummer ihres Geräts kennen und notieren. Die individuelle 15-stellige Zahl identifiziert das Gerät eindeutig. Oft lässt sich die Nummer auf einem Sticker unter dem Akku des Geräts oder auf der Verpackung finden. Bei Android-Smartphones verbirgt sich die IMEI in den allgemeinen Einstellungen unter „Geräteinformationen“, „Telefoninfo“ oder „Über das Telefon“. Dann auf „Status“ gehen. Bei Apple-Smartphones mit iOS-Betriebssystem findet man die Nummer unter „Einstellungen“, „Allgemein“ und dann „Info“.

So einfach war es bisher. Komplizierter wird es künftig bei Smartphones mit eSIM. Dann ist die bisher austauschbare SIM-Karte fest verbaut. Wer will, kann dann Verträge mit mehreren Providern abschließen, beispielsweise mit lokalen Anbietern für Urlaube. Ein Austausch der SIM-Karte entfällt. Das ist praktisch, birgt aber Risiken bei Verlust des Smartphones. Denn dann muss der Besitzer jeden einzelnen Provider kontaktieren, um seine Nummer sperren zu lassen.

Mit einer dezentral geführten Blacklist auf Basis von Blockchain-Technologie sorgt die Deutsche Telekom IT künftig zusammen mit SAP und Camelot dafür, dass Kunden ihre Smartphones unabhängig von der Zahl der Verträge und Rufnummern schneller sperren lassen können. „Das Ziel von Global IMEI Storage and Services ist es, eine dezentrale Blacklist aufzubauen, in der Provider weltweit die gesperrten IMEI-Nummer einsehen können“, erklärt Stephan Westermeyr, Leiter Ordermanagement & Billing bei der Deutschen Telekom IT.

Schutz bei Onlinekauf

„Im ersten Schritt wird die Blacklist der Telekom anonymisiert und dezentralisiert für weitere Partner einsehbar sein.“ Dann können andere Netzanbieter, staatliche Behörden wie die Polizei oder die Nutzer selbst sehen, welche Smartphones gesperrt sind. Auch für einen Onlinekauf zum Beispiel bei eBay ist eine offen geführte Blacklist sinnvoll. So kann der Käufer mit wenigen Klicks überprüfen, ob das Handy bereits als gestohlen gemeldet wurde. „Mittlerweile haben andere Netzanbieter angekündigt, die Blacklist-Blockchain unterstützen zu wollen“, sagt Westermeyr. „Wir planen dann, die Blockchain gegen Smartphone-Missbrauch breiter auszurollen und Hersteller wie auch andere Telko-Provider zu beteiligen.“

Autor: Roger Homrich
Fotos: iStockphoto

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