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Glasgebäude spiegelt die Wolken am Himmel wider

Mit der gesamten Krankenhauskette in die Cloud

Wie PT Mitra Keluarga Karyasehat Tbk, ein indonesischer Krankenhausbetreiber mithilfe von T-Systems seine SAP- und SAP-fremde Systeme in Rekordzeit in AWS migriert hat.
 

10. Juli 2020Norbert Putz

Neue Plattform in der Public Cloud

Einer der größten Akteure des indonesischen Gesundheitswesens hat mit tatkräftiger Unterstützung von T-Systems seine IT-Systeme weiter digitalisiert. Zuvor hatten eingeschränkte Skalierbarkeit, fehlendes Know-how, Qualitätsprobleme und regelmäßige Ausfälle im standorteigenen, von einem lokalen Dienstleister gemanagten Rechenzentrum immer wieder zu Problemen geführt. Im Rahmen des Projekts entwickelte T-Systems ein sicheres Netzwerkdesign, führte den Proof-of-Concept und migrierte schließlich die geschäftskritischen Anwendungen, SAP- und SAP-fremde Systeme, in die Cloud.

Auf dem Weg in die digitale Transformation

Krankenschwester mit Zopf steht vor einem fahrbaren Computer, Ansicht von hinten

Mit der neuen Cloud-Plattform kann der Klinikbetreiber nun die Digitalisierung seiner übrigen 25 Krankenhäuser ein Eigenregie vorantreiben. Das Projekt war in der Rekordzeit von nur drei Monaten realisiert (3. Februar bis 25. April 2020) – ein gutes Beispiel dafür, dass die Welt sich trotz der Coronavirus-Pandemie weiterdreht und die IT auch beim Thema Healthcare keine Grenzen kennt. Kollegen in Indonesien, Singapur, Indien, Ungarn und Deutschland haben über verschiedene Zeitzonen hinweg zusammengearbeitet, um diese digitale Erfolgsgeschichte wahr werden zu lassen.

Ein genauerer Blick auf den Kunden

Das Unternehmen baute sein erstes Krankenhaus 1989 und ist heute Eigentümer und Betreiber mehrerer Kliniken im Großraum Jakarta, in der Provinz Surabaya sowie in West-, Ost- und Zentraljava. Die Krankenhäuser sind in der Regel mit einer Notaufnahme, einer Ambulanz, Belegstationen, OPs, Intensivstationen, einer Apotheke sowie eigenen Labors und radiologischen Einrichtungen ausgestattet. Sie bieten spezialisierte medizinische Leistungen in den Fachrichtungen Geburtshilfe, Pädiatrie, Innere Medizin, Angioplastie, orthopädische Chirurgie und Neurochirurgie an. Inzwischen hat sich das Unternehmen zu einem der größten privaten Klinikbetreiber Indonesiens entwickelt, der mit fast 3.000 Betten mehr als zwei Millionen Patienten versorgt. Die Einrichtungen beschäftigen mehr als 6.000 medizinische Fachkräfte. Um medizinische und administrative Daten zu erfassen, zu bearbeiten und weiterzugeben, nutzen die Kliniken ein digitales Krankenhausinformationssystem (KIS).

SAP-Anwendungen in die AWS-Public-Cloud migrieren

Das Projekt beinhaltete, ein gesichertes Netzwerk zu entwickeln, den Proof-of-Concept zur Migration zu erbringen und schließlich die geschäftskritischen SAP- und andere Systeme in die Cloud zu migrieren. Darüber hinaus baute T-Systems mit SUSE Pacemaker auf Anwendungs- wie auf Datenbankebene hochverfügbare Cluster in AWS über die Verfügbarkeitszonen hinweg auf. SUSE Linux High Availability Extension ist die SAP-zertifizierte Linux-Clusterlösung und SUSE Pacemaker bietet die passenden Pakete, um hochverfügbarer Cluster sowohl für SAP-Anwendungen als auch für die SAP HANA-Datenbanken zu erstellen.

Der SAP-Stack enthält folgende Systeme (Applikationen und Datenbanken), basierend auf SUSE Linux Enterprise Server 12 Support Package 4 (SLES12SP4):
 

  • SAP ECC 6 EHP8 auf SLES 12 SP4 mit SAP HANA 2.0 SPS04 mit ASCS und SAP HANA High Availability über Pacemaker Cluster
  • SAP Business Warehouse 7.5 auf SLES 12 SP4 mit SAP HANA 2.0 SPS04, 
  • SAP Gateway (Fiori) 7.5 auf SLES 12 SP4 mit SAP ASE 16 SP02 PL07 auf ASCS HA auf Pacemaker Cluster mit SAP ASE HA Setup
  • SAP Process Orchestration 7.5 auf SLES 12 SPS4 mit SAP ASE 16 SP02 PL04 auf SCS HA auf Pacemaker Cluster mit SAP ASE HA Setup
  • SAP Document Management System (DMS) auf SLES 12 SP4 mit MaxDB 7.9
  • SAP WebDispatcher 7.77 SP 113
  • SAP Solution Manager 7.2 SPS10 
  • SAP Router 7.53 SP 610
  • Adobe Document Services (ADS) als SAP NetWeaver Erweiterung auf SAP NetWeaver 7.5 SPS12
  • SAP Content Server 7.9 auf SLES 12 SP4 mit MaxDB 7.9

Die Sicherungs- und Wiederherstellungsarchitektur für SAP-Systeme dient dem Schutz von SAP-Anwendungs- und Datenbankservern sowie Betriebssystem-Festplatten aller Art und von Verwaltungs-/Sprungservern vor Datenverlust. Die Daten werden zu Wiederherstellungszwecken nach einem Ausfall gespeichert. Dies erreicht man durch die Speicherung eines Betriebssystem-Backups in einem lokalen Dateisystem, das in den Objektspeicher übertragen wird. Die Datenbanksicherung erfolgt über ein Sicherungs-/Wiederherstellungsprogramm von T-Systems, das xbr-Toolset. Das xbr-Toolset führt vollständige und inkrementelle Sicherungen aus und übernimmt die gesamte Redo-Log-Verwaltung. Alle Datenbanken verfügen über Redo-Protokolle, um eine zeitpunktgenaue Wiederherstellung der Daten zu ermöglichen. Die Sicherung der auf dem SAP-Anwendungsserver befindlichen Daten erfolgt über den AWS Backup/Recovery Services Vault. Für alle Festplatten mit SAP-Anwendungsserver-Binärdateien, anderen Informationen und Protokolldateien wird ein Snapshot-Backup erstellt. SAP HANA-Datenbank-Backups werden mit nativen Backup-Tools durchgeführt. SAP HANA-Studio wird so konfiguriert, dass es ein Backup der Mandanten- und Systemdatenbanken durchführt. Die Backup-Dateien werden im lokalen Ablagesystem gespeichert und zur dauerhaften Speicherung in den AWS Blob Speicher übertragen. 

Reduzierte Ausfallzeit bei der Migration von SAP-fremden Systemen

Krankenhäuser in die Cloud-Grafik-1

Alle SAP-fremden Systeme migrierte T-Systems mittels CloudEndure. Dadurch verkürzte sich die Ausfallzeit betriebskritischer Systeme, denn die Replikation auf Blockebene erfolgt kontinuierlich und in Echtzeit und ermöglicht für alle Anwendungen und Datenbanken eine Wiederherstellung in Sekundenbruchteilen. Der Replikationsprozess von CloudEndure beeinträchtigte weder die Leistung noch den erforderlichen Neustart der Produktionssysteme. Folgende Server konnten wir erfolgreich migrieren: 

  • Sysmex, basierend auf Microsoft Windows Server 2016 Standard (Quelle und Ziel)
  • Attendance auf CentOS v7.0 (Quelle und Ziel)
  • Print Server 1 und 2, basierend auf Microsoft Windows 2012 R2 Datacenter Edition (Quelle und Ziel)

Um die SAP-fremden Systeme zu sichern, wurden kundenspezifische AMI-Snapshots erstellt, die für Attendance (Linux-basiertes System) auf dem Amazon EFS-Speicher abgelegt werden. Sysmex war mithilfe geplanter Aufträge auf Amazon Simple Storage Service (S3) und AWS CLI auf dem Server gesichert. 

Für dieses Projekt wurden folgende AWS-Services genutzt:

  • Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) als Basis für die SAP- und Nicht-SAP-Systeme
  • Amazon Elastic File Storage (EFS) als Speicherlösung für Backups und Speicheraufgaben
  • Amazon Virtual Private Cloud (VPC) für die Bereitstellung eines logisch getrennten Bereichs in der AWS Cloud
  • Amazon Simple Storage Service (S3) zur Speicherung von Backup-Dateien
  • Amazon CloudWatch zur Erstellung von Alarmen und Überwachung geschäftskritischer EC2-Ereignisse
  • Amazon CloudTrail für Steuerungs- und Compliance-Aufgaben, betriebliche Audits und allgemeine Risikobewertungen sowie zur Risikobewertung des AWS-Accounts
  • Amazon Systems Manager als zentrale Lösung zur Ansicht und Verwaltung von EC2-Ressourcen

Der folgende Überblick über die Architektur zeigt, wie die Kliniken auf die SAP- und Fremdsysteme zugreifen können:

Ergebnisse und Vorteile der Migration

Krankenhäuser in die Cloud-Grafik-2

Das Feedback zu den Ergebnissen der Migration war durchweg positiv. Der Kunde berichtet von einer deutlich stabileren Infrastruktur, was auch das gewünschte Ziel des Projekts war. Die folgende Abbildung zeigt die speziell für dieses Projekt nach bewährten AWS-Praktiken entwickelte Architektur. Dazu gehört die Trennung von SAP- und SAP-fremden Workloads sowie die gemeinsame Nutzung netzwerkspezifischer Ressourcen wie VPC, Subnets, Network Access Control Lists, NAT Gateways usw.

Die Digitalisierungsreise geht weiter

Mit der neuen Cloud-Plattform kann der Kunde nun die übrigen 25 Einrichtungen migrieren. Dieses jüngste Projekt stärkt die Position von T-Systems als zuverlässigen Partner für Systemintegration und digitale Transformation.

Im nächsten Schritt wird der Kunde die Qualitäts- und Entwicklungssysteme aller Krankenhäuser in die AWS-Cloud migrieren. Darüber hinaus ist mittelfristig geplant, die Anwendungen in eine neue AWS-Region umzuziehen: Derzeit läuft die Infrastruktur in der AWS-Region Singapur. Amazon Web Services hat jedoch angekündigt, Ende 2021 bzw. Anfang 2022 eine neue Cloudregion im Großraum Jakarta einzurichten. Die neue Region mit drei Verfügbarkeitszonen wird der optimale Standort für die geschäftskritischen Anwendungen des Gesundheitsdienstleisters, der äußerst sensible Gesundheitsdaten verarbeitet.

Vernetztes Gesundheitswesen

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Zum Autor
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Norbert Putz

Cloud Architect, T-Systems International GmbH

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