T-Systems-Claim-Logo
Suchen
Resilienz stärken: Schneller auf Veränderungen reagieren.

Geht die digitale Aufholjagd weiter?

Wie geht es mit der digitalen Transformation nach der Corona-Krise weiter? Bleibt sie in Schwung, oder nicht?

Endlich! – Die Konjunkturprognosen ziehen an, die Arbeitslosenzahlen sinken, wirtschaftlich betrachtet scheint ein Ende der Corona-Krise in Sicht. Was bedeutet das für die Digitalisierung? Bleibt sie in Schwung oder fällt sie in den Dornröschenschlaf zurück?

Corona-Pandemie: Schlüssel zur erfolgreichen Transformation?

Unter anderem in Deutschland, so die Erwartungen der Bundesbank in Frankfurt, werde das Wirtschaftswachstum gerade „erheblich angekurbelt“. Aber wird das Land auch grundsätzlich digitaler? Die Meinungen gehen auseinander: schwarz, weiß, viel grau. „Die Welt“ spricht im September 2021 vom „Märchen von der deutschen digitalen Aufholjagd“ und bezieht sich auf eine Studie des European Center for Digital Competitiveness. Die sieht in ihrem „Digital Riser Report 2021“ Deutschland an 17. Stelle unter den G20-Staaten. Eine Bitkom-Umfrage im Frühjahr 2021 dagegen kommt zum Ergebnis: „Unternehmen spüren wirtschaftlichen Nutzen der Digitalisierung.“ Nur noch 12 Prozent der 500 befragten Unternehmen würden an den Vorteilen der Digitalisierung zweifeln.

Auch nach der Corona-Krise die Digitalisierung vorantreiben

SAP-Chef Christian Klein wiederum fordert auf dem jährlichen Kongress der SAP-Anwendervereinigung DSAG ein Digitalministerium für Deutschland. Laut einer DSAG-Befragung habe aber der Digitalisierungsschwung von 2020 schon wieder nachgelassen. Nur noch 54 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass sie schnell mit der Digitalisierung vorankommen werden. Ein Minus von 7 Prozentpunkten gegenüber 2020. „Es fehlt nach wie vor der Mut zu Veränderungen“, sagt der DSAG-Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen.

Bitkom-Präsident Achim Berg dagegen sagt: „Corona hat zu einem Digitalisierungsschub in den Köpfen geführt. Jetzt muss es uns gelingen, die Digitalisierung auch in der Praxis voranzutreiben.“ In fast allen Unternehmen (95 Prozent) hätte laut Befragung durch Corona die Digitalisierung von Geschäftsprozessen an Bedeutung gewonnen. Wer sich digital aufstelle, könne Krisenzeiten nicht nur besser überstehen, „sondern wird davon auch in einer Nach-Lockdown-Zeit profitieren.“

Digital reife Unternehmen haben die besseren Karten

Was stimmt? Geht Deutschland die digitale Transformation endlich mit Schwung an? Oder rücken wir wieder zurück auf Anfang? Die Konjunktur spricht ja dafür, dass wieder vieles im Lot ist. Warum also weiter digital transformieren? Zurück zum „Business as usual“ der Vor-Corona-Zeit ist jedoch keine Option. Die Zögerer, Zweifler und Skeptiker müssen erkennen, dass „digitalere“ Unternehmen in der Corona-Krise schneller und flexibler auf die geänderten Bedingungen reagieren konnten. Dabei geht es nicht um branchenübergreifende Vergleiche. Einige Sparten in der Wirtschaft hat es einfach hart getroffen – aus unterschiedlichen Gründen, ob digital oder nicht. Innerhalb der Branchen gab es aber Gewinner und Verlierer. Digital reifere Unternehmen konnten besser mit der Situation umgehen. Die Gewinner konnten sich besser an kurzfristig geänderte Anforderungen anpassen und haben teilweise die Krise als Chance verstanden und genutzt.

Corona hat zu einem Digitalisierungsschub in den Köpfen geführt. Jetzt muss es uns gelingen, die Digitalisierung auch in der Praxis voranzutreiben.

Achim Berg, Präsident des Branchenverbands Bitkom

Digitaler Status quo im deutschen Mittelstand

Dabei gibt es Schlüsselfaktoren, die alle Erfolgsgeschichten gemeinsam haben. Innovationsfreude, flexiblere Organisationen und schnelle Anpassungsfähigkeit haben geholfen, besser mit der Krise umzugehen. Dies hat auch viel mit modernen IT-Landschaften in den Unternehmen zu tun hat. Beispiel Handel: Dass sich der Einsatz digitaler Technologien lohnt, zeigt der jährlich berechnete Digitalisierungsindex, der den digitalen Status quo des deutschen Mittelstands widerspiegelt. Die Top-Digitalisierer im Handel erwirtschafteten auch im Corona-Jahr höhere Einnahmen und kamen besser durch die Krise als Betriebe auf geringem digitalen Niveau. 44 Prozent der Händler haben ihr Geschäftsmodell oder ihre Produkte während der Corona-Krise kurzfristig angepasst. Digitale Lösungen haben ihnen geholfen, Geschäftsabläufe aufrechtzuerhalten und neue Anforderungen abzubilden. Laut Studie planen 36 Prozent der Befragten, ihr Geschäftsmodell daher noch stärker auf digitale Dienste und Services auszurichten.

Resilienz stärken: Schneller auf Veränderungen reagieren

Schaubild vom Prozess vor der Umsetzung der digitalen Lösung

Das Beispiel zeigt auch, dass Unternehmen heute nicht mehr Monate oder Jahre warten können, um wichtige Dienste einzuführen. Fast drei Viertel der Unternehmenschefs sind inzwischen der Meinung, dass schnelle Reaktionen auf Veränderungen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Die Beschleunigung der Time-to-Value muss mehr denn je Priorität haben. Die Unternehmen, die erfolgreich auf die Pandemie reagiert haben, konnten schneller mit Veränderungen umgehen und sich neuen Anforderungen effektiv anpassen. Sie werden in Zukunft wahrscheinlich widerstandsfähiger sein.

Intelligente Datenanalysen pushen den Online-Handel

Unternehmen müssen heute in der Lage sein, ihre Abläufe und Kundenangebote in einem noch nie dagewesenen Tempo anzupassen – doch allzu oft werden sie durch veraltete Systeme, Prozesse und Methoden daran gehindert. Der spanische Bekleidungs-Konzern Inditex, zu dem Marken wie Zara oder Bershka gehören, hat schon vor Jahren damit begonnen, digitale Technologie zu nutzen, um das Filialgeschäft aufzurüsten und gleichzeitig den Online-Handel zu verstärken. So erkannte der Konzern durch Daten aus dem Bestandsverwaltungssystem einen starken Trend zu mehr Kleidung für zuhause. Schon zuvor hatte der Konzern seinen Produktzyklus beschleunigt und die Zeit zwischen Entwurf und Verkauf seiner Kollektionen verkürzt. Zwar brach der Umsatz von Inditex 2020 stark ein. Zara verzeichnete aber mit einem schnell angepassten Produktsortiment in der ersten Jahreshälfte 2020 ein Wachstum von 74 Prozent im Online-Kanal und einen Nettogewinn von 214 Millionen Euro im zweiten Quartal.

Ausblick: Digitaler Wandel wird nur unmerklich gebremst

Nur die Anpassungsfähigsten werden auf den sich ständig verändernden Märkten von morgen erfolgreich sein. Die Pandemie hat Unternehmen in allen Branchen vor unvorhersehbare Herausforderungen gestellt – doch die Menschen haben darauf mit Einfallsreichtum reagiert und neue Wege gefunden, um zu überleben. Das Corona-getriebene Tempo des Wandels, wie wir es erlebt haben, wird auch mit Abklingen der Pandemie nur unmerklich gebremst, und die Fähigkeit, sich angesichts solcher Veränderungen weiterzuentwickeln für den Erfolg von Unternehmen entscheidend bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir freuen uns auf Ihr Projekt!

Gern stellen wir Ihnen den passenden Experten zur Seite und beantworten Ihre Fragen rund um Planung, Implementierung und Wartung Ihrer Digitalisierungsvorhaben. Sprechen Sie uns an!

Über den Autor

Roger Homrich schreibt seit mehr als 25 Jahren für Unternehmen und Medien über ICT-Themen und Digitalisierung - für Fach-und Branchenpresse, Webseite, Blogs, Social Media und Film. Er ist seit 2006 regelmäßiger Autor und Kolumnist des Geschäftskunden-Magazins von T-Systems.

Besuchen Sie t-systems.com außerhalb von Germany? Besuchen Sie die lokale Website für weiterführende Informationen und Angebote für Ihr Land.