Bild aus der Vogelperspektive zeigt den Flughafen Peking von oben; Bild mit Verlauf

Innovationen ready for Take-off

Der weltgrößte Airport „fliegt“ auf Software von T-Systems. Eine Investition in die Zukunft der Branche.

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Die Luftfahrt boomt. Der Airline-Dachverband IATA schätzt, dass sich weltweit das Passagieraufkommen von 2017 bis 2037 auf mindestens 7 Milliarden jährlich verdoppeln wird. Das entspricht einer Wachstumsrate von 3,5 Prozent pro Jahr, andere Schätzungen gehen bereits von 5 Prozent aus. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Denn gleichzeitig sorgen Themen wie der Klimawandel auf der ökologischen Ebene sowie der steigende Kerosinpreis auf der ökonomischen dafür, dass die gesamte Branche unter massivem Innovationsdruck steht. Weitermachen wie bisher ist auf jeden Fall nicht die beste Option. Aber das haben die Airliner längst erkannt. Norwegen beispielsweise plant die emissionsfreie Luftfahrt bis zum Jahr 2040. Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass es ab diesem Zeitpunkt durchaus möglich sei, die Inlandsflüge ausschließlich mit Strom zu betreiben. Eine hervorragende Entwicklung.

Airport Operational Database (AODB)

Die für die Effizienzsteigerung erforderlichen Innovationen entstehen in der Branche aber auch am Boden. Das zentrale Datenbanksystem Airport Operational Database (AODB) zum Beispiel ist das technische Rückgrat des IT-Steuerungssystems eines Flughafens. Hier laufen alle flugrelevanten Daten zusammen. Angefangen von der Verwaltung der Check-in-Schalter über die Zuordnung der Parkpositionen der Jets, Gates und Flugsteige bis hin zu den Informationen der Flugpassagiere, der Anzahl der Gepäckstücke und den physischen Flugzeugdaten. Alle Bestandteile dieses Verbundsystems greifen auf AODB zu. Die IATA erwartet mittlerweile sogar einen AODB- Mindeststandard an einem Flughafen.

Airport-Software von T-Systems

Eine besonders ausgefeilte IT kann der brandneue Flughafen Beijing New International Airport nun sein Eigen nennen. T-Systems hat in den vergangenen zwei Jahren eine selbst entwickelte Airport-Software für die operative Steuerung des Flugverkehrs des Pekinger Flughafens zugeschnitten. Die entwickelten Softwaresysteme zur Verkehrssteuerung bilden die Grundlage, um die jährlich bis zu 130 Millionen Passagiere des Flughafens schnell und effizient zum Ziel zu bringen. Zum Vergleich: Ein derartiges Fluggastaufkommen erreichen die drei größten deutschen Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf gerade einmal gemeinsam.

Airport Management System (AMS)

Bild vom Flughafen Peking zeigt Check-In Schalter

Mehr als 3.000 Displays versorgen die Fluggäste und das Abfertigungspersonal in Echtzeit mit allen relevanten Informationen.

Das Verkehrssteuerungssystem von T-Systems, das Airport Management System (AMS), ist bereits an mehr als 40 Flughäfen weltweit im Einsatz. AMS analysiert, verarbeitet und visualisiert in Echtzeit alle flugrelevanten Daten eines Flughafens: Von der Flugsicherung über die Fluglinien bis zu den Bodendiensten. Die Plattform, die neben dem AODB zahlreiche weitere Kernlösungen in sich vereint, sorgt so für reibungslose Abläufe der Flugbewegungen und Bodenabfertigungsprozesse – und ist jetzt auch am weltweit größten Flughafen im Einsatz. Der Beijing New International Airport liegt im Pekinger Vorort Daxing und verfügt über vier Start- und Landebahnen, die bis zu 620.000 Flüge im Jahr – und damit durchschnittlich fast 1.700 Flüge am Tag – abwickeln können. Sobald alle Start- und Landebahnen in Betrieb genommen und alle Erweiterungen fertiggestellt sind, wird Peking-Daxing zur unumstrittenen Nummer eins im globalen Luftverkehr. 

Digitalisierung des Airports

Die AMS-Lösung nutzt der Airport in einer hochbetriebssicheren On-Premise-Serverumgebung. „Bei der Planung unseres Flughafenneubaus spielte für uns Effizienz eine tragende Rolle. Die bewährte Branchensoftware und die Expertise von T-Systems haben uns überzeugt“, bestätigt Yuan Xue Gong, Chief Engineer beim Flughafen Peking-Daxing. „Dank der Digitalisierungsstrategien und -technologien der Telekom-Tochter sind wir bestens dafür gerüstet, Betrieb, Sicherheit und Wartung der Flughafeninfrastruktur zu jeder Zeit auf hohem Niveau gewährleisten zu können.“

Hochkomplexes Ökosystem

Mehr als 40 Schnittstellen sorgen dabei für eine einfache Integration von Drittsystemen, die in den verschiedensten Teilbereichen des Flughafenbetriebs zum Einsatz kommen. Ein Flughafen ist eben ein hochkomplexes Ökosystem, das voll integrierte und exakte Lösungen braucht. Und neben dem AODB bietet AMS viele weitere: Für Passagiere, Flugzeiten, Spannweiten der Jets und vieles mehr. Entsprechend besteht das AMS aus mehreren einzelnen Technikkomponenten, die von T-Systems ausnahmslos so entwickelt wurden, dass sie der Komplexität eines Flughafenalltags Rechnung tragen. Die einzelnen Bestandteile der Airport-Software operieren innerhalb eines voll integrierbaren Verbundsystems. Die flexiblen Implementierungsmöglichkeiten erlauben es dem chinesischen Management, die Software den individuellen Bedürfnissen des Flughafens anzupassen. Das reicht von der Anzahl der einzubeziehenden Fremddienstleister bis zur Maximalauslastung der Kapazität.

Resource Management System

Deshalb ist in Peking neben dem AODB beispielsweise ein Resource Management System (RMS) in die T-Systems-Lösung integriert. Das RMS-Modul setzt das Airport Control Center ein und vergibt damit für jeden Flug automatisiert, auf Basis der Daten aus der AODB, die Flugzeugabstellplätze, steuert Gate, Check-in sowie Gepäckausgabe und sorgt so für einen reibungslosen Ablauf der Passagier-, Gepäck- und Flugzeugabfertigung. Weiterhin gehört ein Flight Information Display System (FIDS) dazu. Es greift ebenfalls auf die AODB-Datenbank zu und bereitet die relevanten Informationen zur Anzeige auf. Mehr als 3.000 Displays kommen in Peking-Daxing zum Einsatz und versorgen die Fluggäste wie auch das Abfertigungspersonal in Echtzeit mit allen relevanten Informationen. 

Ground Handling Management System (GHAMS)

Das Kollaborationstool A-CDM bildet die Kommunikationsplattform aller am Flughafenbetrieb beteiligten Personen und Institutionen: Flugsicherung, Airlines, Bodenabfertigung, Verkehrsmanager und Servicepersonal. So wird der Austausch zwischen den am Flugverkehr Beteiligten im täglichen Betrieb gesichert mit dem Ziel, eine besser koordinierte Abfertigung und Startreihenfolge zu erzielen. Im AMS ebenfalls enthalten ist das Ground Handling Management System (GHAMS), das den Zugriff auf alle für die Abfertigung der Flugzeuge am Boden benötigten Echtzeitdaten der Flüge ermöglicht. Es steuert außerdem die Kommunikation der Ground Handler untereinander.

„Wir sind bestens dafür gerüstet, Betrieb, Sicherheit und Wartung der Flughafeninfrastruktur auf hohem Niveau gewährleisten zu können.“
 

Yuan Xue Gong, Chief Engineer, Flughafen Peking-Daxing
 

Airport Control Center (ACC)

Zu guter Letzt gehört das Airport Control Center (ACC) dazu. Ob Steuerung, Monitoring, Problemlösung oder Unwetterwarnungen: Die Fäden des AMS laufen im Herzstück der gesamten Verbundlösung, dem Control Center, zusammen. Im Schichtdienst steuern und kontrollieren hier die Mitarbeiter rund um die Uhr den gesamten datenbasierten Betrieb des Flughafens. Von dieser Zentrale aus sichtet und optimiert das hoch spezialisierte Fachpersonal kontinuierlich sämtliche Verbindungen, jede Bewegung und alle Abläufe, die auf dem Gelände des Flughafens vonstattengehen oder Einfluss auf den Betrieb haben. Sie werten die Daten des Steuerungssystems aus und lassen sie in die Optimierung und Konfliktprävention des Flughafenbetriebs einfließen. 

Wenn also in Zukunft an Chinas Airport-Boliden Flugzeuge effizienter abgefertigt werden, somit Standzeiten einsparen, weniger Kerosin verbrauchen und wenn dort vielleicht auch einmal Tausende E-Jets starten und landen, dann ist dafür ein Stück Software made in Germany maßgeblich mitverantwortlich.

Ihr Ansprechpartner: Leo.Dong@t-systems.de

Weitere Informationen: www.beijing-airport.com

Autor: Sven Hansel
Fotos: iStockphoto

T-Systems Airport Management

T-Systems bringt eine neue Reihe von Flughafen- und Bodenabfertigungslösungen auf den Markt.
Beide sind jetzt als Cloud-basierte Produkte verfügbar, die in einem attraktiven „Software as a Service" (SaaS)-Modus angeboten werden. Alternativ lassen sie sich auf die individuellen Bedürfnisse eines Flughafenbetreibers oder Bodenabfertigers zuschneiden und einsetzen. 

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