Bild mit zwei Bierdeckeln von Hoffmann + Krippner, auf einem steht ein Bierkrug mit Bier gefüllt; Bild mit Verlauf

Wie Untersetzer übersetzen

Vernetzte Bierdeckel werden zum dienstbaren Geist – für Gäste, Wirte und die Industrie.

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Deutschlands Bierbranche steckt in Katerstimmung und dürstet nach guten Nachrichten. Denn der Bierabsatz des ersten Halbjahres 2019 verhieß nicht viel Gutes. In keinem vergleichbaren Zeitraum der letzten drei Jahrzehnte haben die Brauereien zwischen Flensburg und Berchtesgaden so wenig Hopfenkaltschale verkauft. Unterm Strich beläuft sich das Absatzminus auf 13,4 Millionen weniger verkaufte Kästen Bier. Der Wettbewerb ist hart und der Preiskampf erbittert. „Aber im Grunde wissen Brauereien kaum etwas über das Konsumverhalten ihrer Kunden. Wann trinken sie welche Sorte am liebsten? Oder wie greifen Sonderaktionen und Werbekampagnen wirklich?“, lautet das Urteil von Ralf Krippner, Geschäftsführer der Hoffmann + Krippner GmbH.

Bierdeckel mit Mobilfunk-SIM-Karte

Als Teil der HK-Gruppe baut Hoffmann + Krippner unter anderem hoch spezialisierte Touchsysteme und Sensoren für Maschinenbauer und die Medizintechnik. Die Idee, einen smarten Bierdeckel auf den Markt zu bringen, kam dem Mittelständler durch die stark anziehende Nachfrage nach IoT-Lösungen und den Glashersteller Rastal, der eine intelligente Theke und smarte Gläser entwickelt hat. „Da fehlte irgendwie noch der passende Bierdeckel“, dachte Krippner und begann dem Bierglasuntersetzer (BGU) Intelligenz einzuhauchen.

IoT-Bierdeckel sendet Daten an IoT-Cloud

Der „Smart Coaster“ ist mit einer fixen SIM-Karte und einem Foliensensor ausgestattet. Der smarte Bierdeckel erfasst das Gewicht eines Glases und ermittelt so den aktuellen Füllstand. Die Daten, wie schnell das Pilsener, Weizen oder Kölsch zur Neige geht, werden per Mobilfunk in die IoT-Cloud gesendet und den Anwendern aufbereitet zur Verfügung gestellt. Dank des Funkstandards Narrowband IoT funktioniert das bis in die letzten Winkel eines Gastraums. Die Kunden müssen nichts mehr vor Ort installieren. Die Geräte melden sich selbst an – auch im Ausland – und sind ohne Konfiguration sofort einsatzbereit. Eine echte Plug-and-Play-Lösung.

Umsatzsteigerung durch IoT

Bild zeigt das Gebäude der Firma Hoffmann + Krippner

Bei den Brauern kommt die Idee gut an. Erste Tests zeigen: Die Umsätze lassen sich durch IoT um zehn bis 20 Prozent steigern. „Zudem können sich Brauerei und Gastronom besser auf das Trinkverhalten ihrer Kunden einstellen“, erklärt Krippner. „Sie wissen jetzt, welche Biersorte in welchen Mengen wann getrunken wird. Und angesichts weiterer Informationen wie Wetterdaten können Hersteller und Gastronom Sonderaktionen gezielt auf die aktuelle Situation zuschneiden.“ Steigen etwa die Temperaturen über 30 Grad, sind möglicherweise leichtere Biere beliebter. Dann könnten Preissenkungen den Konsum weiter anheizen oder Wirte die Daten der Bierdeckel für besseren Service nutzen.

Microsoft Azure IoT-Hub via Telekom

Krippner nutzt inzwischen über die Telekom den Microsoft Azure IoT-Hub als Back-End-System für die Kommunikation zwischen den IoT-Anwendungen und den vernetzten Geräten sowie die Entwicklung neuer IoT-Cloud-Lösungen. Den Brauern wird der smarte Bierdeckel hoffentlich aus der Bierabsatzdelle helfen. Denn „sie sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Handelspartner für Landwirte sowie andere Zulieferer und sie stehen für eine weltweit einmalige Vielfalt von Bieren“, wie der Bierbotschafter des Jahres, der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, unterstreicht.

Weitere Informationen: www.hk-inputsystems.com

Weitere Informationen: www.t-systems.de

Autor: Roger Homrich
Fotos: Hoffmann + Krippner

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