Bild zeigt Smartphone in der Hand einer Frau, auf dem Display sieht man ein E-Flug-Ticket inkl. CR-Code; Bild mit Verlauf

Zielpunkt: bundesweite Digitalisierung

Die Deutschen nutzen für Nah- und Fernverkehr zunehmend Bus und Bahn. Doch die föderale Struktur macht es nicht einfach.

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Es ist eine Fahrt in die richtige Richtung: Die Deutschen nutzen zunehmend Busse und Bahnen. Auch weil das Angebot steigt. So erhöhte sich die Zahl der Fahrten im Linienverkehr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf die Rekordmarke von rund 11,6 Milliarden, berichtet das Statistische Bundesamt. Das sind pro Tag bundesweit durchschnittlich fast 32 Millionen Fahrten im Nah- und Fernverkehr. Soweit die gute Botschaft.

Elektronisches Ticket

Indes: Die föderale Struktur der Bundesrepublik macht es dem Verbraucher nicht gerade einfach. Kleinteilig wie Bienenwaben erstrecken sich die lokalen und regionalen Verkehrsverbünde des Nahverkehrs quer und längs übers Land, alle mit eigenen Tarifen und Ticketsystemen. In Zeiten von nahezu grenzenloser Mobilität kein optimaler Service. Ein neues Projekt des VDV eTicket Service (VDV-ETS) und von T-Systems ist diese Herausforderung jetzt angegangen. Durch die Zusammenarbeit erreicht das elektronische Ticket das nächste Servicelevel.

eTicket Deutschland

Der VDV-ETS vereint unter dem Dach „eTicket Deutschland“ circa 440 Unternehmen des öffentlichen Personenverkehrs. Im Auftrag dieser Unternehmen gibt er den deutschen Standard für elektronische Tickets heraus und unterstützt die Branche bei der Digitalisierung des Vertriebs. Bereits seit 2003 bietet der VDV-ETS einen eTicket-Service für die verschiedenen Verkehrsunternehmen, der kontinuierlich erweitert wird, beispielsweise um kontaktloses Bezahlen. Ziel: Die deutschlandweite Einführung eines flächendeckenden elektronischen Fahrgeldmanagements (EFM) für die Nutzer des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs.

Zentrale Tarifermittlung

Damit jedoch die Bürgerinnen und Bürger das digitale Ticket flächendeckend nutzen können, mussten letzte Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden wie zum Beispiel die fehlende bundesweit einheitliche Fahrpreisauskunft mit zentraler Tarifermittlung. Das heißt, der Nutzer konnte nicht in Erfahrung bringen, wie viel ein Ticket kostet, dessen Wegstrecke sich über gleich mehrere Verbünde erstreckt. Ohne die exakte Preisübersicht konnte der Fahrgast also nicht komplett buchen, musste sich die Strecke selbst zusammenstellen. Das heißt, es fehlte insbesondere eine deutschlandweite Tarifübersicht, mit welcher der Kunde sich durchgängig hätte informieren sowie anschließend buchen und bezahlen können.

Open Telekom Cloud

Diese Lücke haben T-Systems und der VDV-ETS für die assoziierten Partnerunternehmen nun geschlossen. In einem gemeinsamen Projekt haben die beiden Unternehmen einen sogenannten Produkt-Clearing-Service auf der Open Telekom Cloud bereitgestellt, der genau diese Anforderung einer deutschlandweiten Tarifinformation erfüllt. Ein solches Ticket bringt allerdings eine weitere Herausforderung mit sich: Wie lassen sich die eingegangenen Zahlungen der Reisenden korrekt auf die beteiligten Verkehrsanbieter verteilen (im Fachjargon „Forderungsclearing“ genannt)?

E-Tickets landesweit

„Auch diesen komplexen Prozess haben wir nun digitalisiert“, sagt Raphael Becker, Senior Consultant bei T-Systems. Dadurch ist einerseits der Verbraucher über den Preis eines verbundübergreifenden Tickets informiert und andererseits sind auch die daran angeschlossenen Verbünde darüber im Bild, wer wem welche Forderungen stellen kann. Zu diesem Zweck stellten die T-Systems-Experten einen übergreifenden Cloud-Service für das Forderungsclearing zwischen den eTicket-Teilnehmern bereit und betreiben auch diesen auf der Open Telekom Cloud. Damit können die Verkehrsverbünde nun Leistungs-, Provisions- und Lizenzforderungen komfortabel untereinander abrechnen.

Cloud-Service von T-Systems 

„Wir nutzen den Cloud-Service von T-Systems als Komplettservice und sparen damit den Aufbau eigener Ressourcen für die Bereitstellung und den Betrieb unseres Clearings“, berichtet Nils Zeino-Mahmalat, Geschäftsführer des VDV eTicket-Service. „So bleiben wir flexibel und unser eigener Aufwand orientiert sich am tatsächlichen Betrieb und an der Auslastung des Systems. Die regelmäßige Weiterentwicklung von Sicherheit, Datenschutz und Services hält uns den Rücken frei und erlaubt uns die Konzentration auf unser Kerngeschäft.“

Im Ergebnis ist nun ein bundesweiter Einsatz des eTickets möglich – ein wichtiger Schritt für den digitalen Nahverkehr.

Ihr Ansprechpartner: Raphael.Becker@t-systems.com

Weitere Informationen: www.vdv.de

Autor: Sven Hansel
Fotos: iStockphoto

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