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Smart City

19.12.2018

Monheim-Pass ersetzt Geldbörse

EC- und Kreditkarte, dazu einen ganzen Schwung von Kundenkarten: Unsere Portemonnaies quellen schier über von mehr oder weniger intelligenten Plastikkarten. In Monheim am Rhein können die fast 45.000 Einwohner bald auf einen Großteil dieser Kärtchen verzichten.
In Monheim am Rhein nutzen und bezahlen Bürger kommunale Services zukünftig mit City Pass und App.
So ungefähr wird er wohl aussehen – der neue Monheim-Pass, den alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt ab nächstem Jahr in der Tasche haben werden.

Grafik: Stadt Monheim am Rhein
​​​​​​​ Denn die Stadtverwaltung wird ihnen im neuen Jahr den Monheim-Pass bereitstellen, mit dem sie künftig städtische Dienstleistungen nutzen und bezahlen können. Ein monatliches Guthaben von 15 Euro wird automatisch zur Verfügung gestellt. Einen Vertrag über den Aufbau und Betrieb der Lösung haben die Stadt und T-Systems im Dezember 2018 unterschrieben. Los geht es mit der Möglichkeit, die Ausleihe von Medien in der städtischen Bibliothek per App und Karte vorzunehmen – smarte Bezahlung inklusive. Schon kurze Zeit darauf soll die Nutzung des digitalen Fahrradverleihsystems hinzukommen. Die City-Bikes stellt die Verwaltung ihrer Bürgerschaft dann als klassische Drahtesel, Kinderräder, E-Bikes oder Transporträder bereit. Außerdem in Planung: Der Besuch im Schwimmbad mit dem Monheim-Pass.

Smart City vereinfacht Stadtleben

„Wir werden nach und nach weitere Services integrieren. Dazu gehört es dann auch, Behördengänge mit dem Monheim-Pass erledigen zu können“,  kündigt Bürgermeister Daniel Zimmermann, der längst dabei ist, seine Stadt Schritt für Schritt zu einer Smart City zu entwickeln. „Wir bieten in Monheim am Rhein schon heute ein nutzbares öffentliches WLAN an und stellen unsere Stadtbeleuchtung nach und nach auf intelligente Straßenlaternen um.“ Damit entspricht Monheim am Rhein dem bundesweiten Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach mehr intelligenten Service-Angeboten durch ihre Kommunen, wie aktuelle Studien deutlich machen. So hat das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research herausgefunden, dass schon drei Viertel aller Stadtbewohnerinnen und -bewohner Smart-City-Angebote nutzen – sofern diese vorhanden sind. Ihre Hauptgründe dafür: Zeitersparnis und ein vereinfachtes Leben in der Stadt.

Smarte Technik: Bürgerkonto und Blockchain

Die technische Service-Plattform für den Monheim-Pass und die mobile App sowie die angebotenen Dienste stellt T-Systems bereit. Sie orchestriert als Vermittlungsstelle das Zusammenspiel der Funktionen und bildet die übergreifende Klammer für alle Prozesse. So können Kommunen selbst entscheiden, welche Funktionen sie ihrer Bürgerschaft schon heute bereitstellen oder welche sie in Zukunft sukzessive einführen wollen. Denn die lassen sich über Schnittstellen einfach an die sämtliche Abläufe verarbeitende Plattform andocken. Dazu gehören zum Beispiel E-Payment-Funktionen, die elektronische Aktenführung (E-Akte) und Fachverfahren in der Verwaltung gemäß Online-Zugangsgesetz (OZG). Das OZG fordert von den Verwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen bis 2020 eine durchgängige Digitalisierung der Prozesse bis hin zur elektronischen Vorgangsbearbeitung.
Eine eindeutige Identifizierung und Autorisierung erfolgt mittels Bürgerkonto, das für alle Nutzenden des Monheim-Passes angelegt wird. Im Bürgerkonto sind unter anderem persönliche Daten sowie Dokumente der Bürgerinnen und Bürger gespeichert. Der Citypass basiert auf Blockchain-Technologie. Transaktionsrelevante Daten, die bei der Nutzung des Passes anfallen, fließen in die Blockchain und sind durch Zwei-Wege-Verschlüsselung nicht manipulierbar – die Voraussetzung dafür, dass auch externe Anbietende – wie perspektivisch die lokale Händlerschaft – ihre Service-Angebote über den Citypass direkt abwickeln können. Bürgerinnen und Bürger würden dann auch in Monheimer Läden mit ihrem Monheim-Pass und App bezahlen können. Der Aufbau der mobilen App ist einfach: Sie besteht aus einem personalisierten und standortbasierten Newsfeed, den verfügbaren Bürgerdiensten und einer Art Marktplatz, über den Unternehmen – z.B. lokale Händler - ihre Services anbieten können. Mit der One Smart City App hat die Telekom eine mandantenfähige White-Label-Lösung entwickelt, die es ermöglicht, die Bürgerschaft in die Smart-City-Aktivitäten der Städte und Unternehmen zu integrieren.
Mit ihren Digitalisierungsprojekten hat sich Monheim am Rhein längst zu einer Vorreiterin für Smart-City-Dienste entwickelt. In den städtischen Schulen gibt es schon jetzt Tablet-unterstützten Unterricht in vielen Klassen, die städtischen Gremien arbeiten papierlos, und die ersten vernetzten Straßenlaternen messen selbstständig Temperatur und Stromverbrauch oder melden Ausfälle und technische Probleme.