News

Digitale Allianz mit Allianz

09.06.2014

T-Systems startet Allianz-Kooperation
"Mit Partnern gewinnen" – für dieses Konzernziel geht die Telekom den nächsten Schritt: mit einer Partnerschaft in den Bereichen vernetztes Leben und Cyber Security mit Europas größtem Versicherer. Warum es so wichtig ist, die Herausforderungen der digitalen Welt gemeinsam anzugehen, erklären Reinhard Clemens und Christof Mascher, Vorstand der Allianz.

Telekom und Allianz – das klingt nach einem ungewöhnlichen Paar. Wie kamen Sie zueinander? 

Reinhard Clemens: Wir haben mehr gemeinsam, als Sie vermuten. Wir sind beide Dienstleister und Berater – und wir sind beide führend in unseren Bereichen. Wir haben die gleiche Kernaufgabe: unseren Kunden Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten. Rund um die Uhr. Zudem sind in der digitalen Welt Kompetenzen gefragt, die über klassische Branchengrenzen hinweggehen – alleine können wir die Kundenansprüche von morgen nicht zuverlässig bedienen.
Christof Mascher: Dem stimme ich zu. Das Versicherungsgeschäft ist heute ein ganz anderes als noch vor zehn Jahren. Zwei Trends sind dafür entscheidend: Zum einen wollen Kunden heute keine reinen Produkte mehr, sie wollen Lösungen, die ihnen das Leben vereinfachen. Konkret heißt das: Ich will nicht nur eine Hausratversicherung, ich möchte die Handwerker organisiert bekommen, wenn mir das Wasser in die Wohnung gelaufen ist. Wenn ich eine Waschmaschine kaufe, sollen Garantieverlängerung und Wartung gleich mit dabei sein. Und - und hier kommt die Digitalisierung ins Spiel – im Idealfall weiß meine Waschmaschine, wann die Wartung fällig ist, meldet mir das auf meinem Smartphone, mit dem ich direkt Kontakt zu einem Dienstleister aufnehmen kann, der mir die Wartung organisiert. Solche umfassenden Services können nur starke, zuverlässige Partner bieten, die ihr jeweiliges Know-how einbringen.

Das hört sich an, als würde die Digitalisierung Ihnen das Leben erschweren. 

Mascher: Sie ist Herausforderung, aber bietet auch klare Chancen: Über vernetzte Lösungen, wie wir sie mit der Deutschen Telekom entwickeln, können wir unsere Versicherungsleistungen – Beratung, Schutz, Schadensbehebung – leichter zugänglich machen. Wir sind damit näher am Kunden. Das "klassische" Versicherungsgeschäft wird es weiterhin geben, aber wir müssen auch digital mit- und vordenken, wenn wir erfolgreich bleiben wollen.

Was für Produkte werden Sie gemeinsam anbieten?

Mascher: Wir starten die Kooperation mit einer Lösung für das vernetzte Zuhause, "Smart Home Assist". Ich habe es eben schon angedeutet: Stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub und durch Starkregen steht Ihr Keller zuhause unter Wasser. Ihr vernetztes Zuhause alarmiert Sie in diesem Fall automatisch über das Smartphone und informiert im Bedarfsfall auch die Notfall-Hotline der Allianz. Die Allianz organisiert die nötigen Handwerker und begleicht die Rechnung direkt.

Wie funktioniert das genau?

Clemens: Wir kombinieren Sensor- und Mobilfunktechnik mit Versicherungs- und Serviceangeboten. Die Telekom ist für Netzinfrastruktur, standardisierte Plattformen und Applikationen zuständig. Für "Smart Home Assist" bildet beispielsweise die Heimvernetzungsplattform Qivicon die technische Basis – dort schaffen wir eine Schnittstelle zur Allianz. Die Allianz übernimmt als Experte, falls der Versicherungsfall tatsächlich eintritt.

Den Deutschen wird nachgesagt, dass sie eher misstrauisch gegenüber Neuem sind. Wollen die Kunden überhaupt ein vernetztes Zuhause?

Mascher: Wir haben uns den Markt im Vorfeld natürlich ganz genau angeschaut und das Potenzial ist extrem groß. Neueste Studien belegen, dass 40 Prozent der Deutschen ein konkretes Nutzungsinteresse an Heimvernetzungslösungen haben. Sie wünschen sich mehr Komfort und mehr Sicherheit. Genau das können wir ihnen bieten.
Clemens: Ich bin davon überzeugt: In spätestens zehn Jahren werden Smart-Home-Lösungen – ähnlich wie Smartphones – zu jedem modernen Haushalt gehören. Jeder Markt braucht Wachstumstreiber; jemanden, der frühzeitig in neue Technik und Produkte investiert. Das machen wir jetzt gemeinsam, denn auch die Allianz ist in Sachen Digitalisierung unter den Versicherern ganz weit vorne.

Außer der Pannenhilfe für das Zuhause, was planen Sie noch gemeinsam?

Clemens: Nach ähnlichem Modell werden wir integrierte Lösungen für den Bereich Gesundheit entwickeln – beispielsweise für das selbstbestimmte Leben im Alter. Außerdem haben wir eine Cyber-Security-Partnerschaft für Großkunden und Mittelständler vereinbart. Auch hier ist der Markt vielversprechend – deutsche Unternehmen beschäftigen sich noch viel zu wenig mit Datenschutz und Datensicherheit.

Hat der NSA-Skandal da nicht wachgerüttelt?

Clemens: Nicht genug: Nach dem Bekanntwerden der Datenaffäre hat nur ein Drittel der Unternehmen die eigene Sicherheitsstrategie hinterfragt. Zeitgleich wird die Cyber-Kriminalität immer professioneller: 87 Prozent der Unternehmen sind schon einmal Opfer von Cyberattacken geworden, zwölf Prozent werden sogar täglich angegriffen. Was vielen nicht bewusst ist: Mit der IT-Sicherheit steht und fällt das Kundenvertrauen – ist sie nicht da, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Kunde weg ist. Von dem wirtschaftlichen Schaden durch die Angriffe einmal ganz abgesehen.

Wie machen Sie die Unternehmen fit für die digitale Welt?

Mascher: Mit umfassender Beratung, individuellen Risikoanalysen, dem passenden Schutz und einer maßgeschneiderten Absicherung. Auch hier greift das Modell: Gemeinsame Beratung, Schutzsoftware von der Deutschen Telekom – Absicherung durch die Allianz. In Europa und im asiatisch-pazifischen Raum versichert die Allianz Cyber-Risiken sogar bis zu einer Deckungssumme von 50 Millionen Euro.