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Ohne Patientenmanagement und Leistungsabrechnung kann kein Spital arbeiten. Mit dem Ende von SAP IS-H müssen viele Schweizer Spitäler diese Systeme ablösen. Die Umstellung betrifft den laufenden Betrieb und die Menschen, die täglich damit arbeiten. Aus unserer Erfahrung mit Schweizer Spital-IT-Projekten haben wir sechs Erfolgsfaktoren zusammengestellt und zeigen, wie die T-Systems Solution for HealthCare (TSHC) sie aufgreift.
Die Ablösung eines Kernsystems gehört zu den anspruchsvollsten IT-Vorhaben im Spital. Ein neues System greift in die täglichen Abläufe von Patientenadministration und Abrechnung ein. Gleichzeitig bindet die Umstellung über Jahre Budget und Personal. Sie beeinflusst auch, welche neuen Anwendungen ein Spital künftig einsetzen kann.
Für viele Schweizer Spitäler steht dieses Vorhaben jetzt an. SAP beendet die reguläre Wartung von IS-H Ende 2027. Gegen Aufpreis ist eine erweiterte Wartung bis Ende 2030 möglich. Am Beispiel dieser Umstellung zeigen wir, worauf es bei der Transformation geschäftskritischer Systeme ankommt.
Nicht jedes IT-System ist gleich kritisch. Viele Anwendungen lassen sich ersetzen, ohne dass der laufende Betrieb davon viel spürt. Beim Patientenmanagement und der Leistungsabrechnung ist das anders. Stockt die Patientenaufnahme, spüren es die Patientinnen und Patienten. Bleiben Rechnungen liegen, belastet das die Liquidität des Spitals.
Für diese Systeme gelten deshalb eigene Prioritäten. Das Projekt muss so angelegt sein, dass der Betrieb stabil bleibt und Risiken früh sichtbar werden. Neue Funktionen sind für viele Beteiligte ein wichtiger Grund für die Transformation. Bei der Umsetzung hat die Betriebskontinuität jedoch Vorrang. Die Migration eines Kernsystems braucht deshalb eine andere Planung als ein gewöhnliches IT-Projekt. Entscheidend ist, welche Abläufe vor dem Wechsel geprüft werden und wer ihre Funktionsfähigkeit beurteilt. Dazu gehören beispielsweise die Aufnahme eines Falls, die Leistungserfassung und die anschliessende Abrechnung.
Umsetzung in TSHC: TSHC erhält bewährte Abläufe aus IS-H und bietet damit eine hohe funktionale Kontinuität. Die Lösung baut auf der Erfahrung aus 25 Jahren Entwicklung von IS-H Schweiz im Auftrag von SAP auf. Die Umstellung betrifft vor allem die technische Plattform. Aufnahme und Abrechnung bleiben im Arbeitsalltag vertraut. In ersten Tests und Umsetzungsprojekten mit Spitälern zeigt sich, dass Fachpersonen direkt am System arbeiten können.
Je grösser der technologische Bruch, desto höher das Projektrisiko. Ein komplett neues System bringt ein anderes Datenmodell und eine andere Fachlogik mit. Daten müssen in neue Strukturen übertragen werden. Schnittstellen müssen neu gebaut und getestet werden.
Bleiben Datenmodell und Architektur bekannt, sinkt die Komplexität. Das Projektteam kann auf Erfahrungswerten aufbauen und den Aufwand besser einschätzen. So lässt sich das Bewährte kontrolliert auf einer neuen Plattform weiterentwickeln. Vor dem eigentlichen Umstieg braucht es jedoch eine Bestandsaufnahme. Sie zeigt, welche Eigenentwicklungen noch genutzt werden und welche Add-ons oder Schnittstellen betroffen sind. Auch Abhängigkeiten zu anderen Systemen werden sichtbar. Erst mit dieser Übersicht lässt sich der Umfang der Conversion sinnvoll festlegen.
Umsetzung in TSHC: TSHC basiert auf der bekannten SAP-Architektur und führt den IS-H-Funktionsumfang weitgehend fort. Datenmodell und Layout bleiben vertraut. Ein Readiness Check untersucht unter anderem Custom Code, Modifikationen, Add-ons, die BW-Anbindung und Schnittstellen. Daraus werden der Conversion Scope und Umsetzungsempfehlungen abgeleitet. Die Übernahme von Customizing-, Stamm- und Bewegungsdaten wird mit spezialisierten Werkzeugen unterstützt. Welche Daten und Anpassungen tatsächlich übernommen werden, wird für jedes Spital im Rahmen der Vorbereitung geklärt. Die Umsetzung kann mit spezialisierten Implementierungspartnern erfolgen.
Die grössten Risiken einer Transformation liegen selten allein in der Technologie. Häufiger fehlt die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden, oder die Organisation kann den Umfang der Veränderung neben dem Tagesgeschäft nicht tragen. Dazu kommt der Wissensverlust: Erfahrene Fachpersonen in Patientenadministration und Abrechnung kennen die Sonderfälle ihres Systems genau. Bei einem vollständigen Systemwechsel müssen sie viele dieser Abläufe neu lernen.
Mitarbeitende sollten deshalb auf bestehendem Wissen und bekannten Abläufen aufbauen können. Das begrenzt den Schulungsaufwand und erleichtert die Nutzung im Alltag. Für die Patientenadministration ist entscheidend, ob vertraute Schritte bei der Fallbearbeitung wiederzufinden sind. Für die Abrechnung zählt, ob Leistungserfassung und bekannte Eingaben im Tagesgeschäft funktionieren. Solche Fragen lassen sich besser an typischen Arbeitsabläufen prüfen als anhand einer Funktionsliste.
Umsetzung in TSHC: Das neue Patientenmanagement und ERP bietet den Mitarbeitenden vertraute Prozesse und ein bekanntes Layout. So ist TSHC gestaltet: Selbst die gewohnten Shortcuts in der Abrechnung bleiben bestehen. Der Schulungsaufwand fällt entsprechend gering aus. Gleichzeitig sind Verbesserungen vorgesehen, etwa die Vorschlagssuche in Eingabefeldern. In einer Hands-On-Session können Fachpersonen die für sie wichtigen Abläufe selbst im System ausprobieren.
Der Wert eines Spitalsystems steckt zu einem grossen Teil in dem, was über Jahre darauf aufgebaut wurde. Dazu gehören individuelle Prozesse, Schnittstellen, Erweiterungen und die Fachlogik für Tarife und Abrechnung. Diese Anpassungen machen aus einer Standardsoftware das System, das einem einzelnen Spital mit all seinen Besonderheiten tatsächlich einen Nutzen bringt.
Eine Nachfolgelösung sollte diese Investitionen erhalten und weiter nutzbar machen. Das ist eine betriebswirtschaftliche Frage. Jede Anpassung, die neu entwickelt werden muss, kostet Budget und verlängert das Projekt. Deshalb lohnt es sich, bestehende Eigenentwicklungen vor der Conversion einzeln zu prüfen. Für jede Funktion ist zu klären, ob sie noch gebraucht wird und ob der Standard den Bedarf inzwischen abdeckt. Anschliessend lässt sich entscheiden, ob sie weiterverwendet oder konvertiert werden soll. So wird Investitionsschutz zu einer konkreten Entscheidung über Aufwand und Nutzen.
Umsetzung in TSHC: TSHC übernimmt Daten und Fachlogik aus IS-H. Bestehende Kundenprogrammierungen und Erweiterungen können nach Prüfung weiterverwendet werden. Etablierte Prozesse und Konfigurationen bleiben nutzbar, soweit sie im projektspezifischen Conversion Scope berücksichtigt sind. Unser Readiness Check analysiert dazu Custom Code und Add-ons. Je nach Ergebnis können ausgewählte Komponenten konvertiert, weiterverwendet oder auf den Standard zurückgeführt werden.
Bei aller Kontinuität muss ein Kernsystem weiterentwickelt werden können. Gerade an Patientenmanagement und Abrechnung hängen viele Vorhaben, die Spitäler in den kommenden Jahren umsetzen wollen, etwa die Automatisierung administrativer Abläufe oder den Einsatz von KI. Voraussetzung dafür sind eine moderne Architektur und standardisierte Schnittstellen. Auf einer offenen Plattform lassen sich neue Anwendungen anbinden, ohne das Kernsystem erneut umzubauen. So bleibt das Bewährte erhalten, während die technische Basis weiterentwickelt wird. Für die IT ist dabei auch wichtig, Schnittstellen im Betrieb nachvollziehen zu können. Bei einer fehlerhaften Nachricht muss sich erkennen lassen, wo die Verarbeitung stockt.
Umsetzung in TSHC: TSHC basiert auf SAP S/4HANA. Für die Integration stehen FHIR, HL7 und offene APIs zur Verfügung. Das Schnittstellenframework unterstützt Monitoring und die Analyse von Nachrichten. Die Architektur ist auf neue Use Cases und den Einsatz von KI ausgelegt. Ein erstes Beispiel ist das Dashboard zur Kostenübernahme: Es zeigt auf einen Blick, welche Kosten die Versicherung übernimmt und ob noch Informationen fehlen.
Die Komplexität geschäftskritischer Transformationen wird häufig unterschätzt. Neben Technologiewissen braucht es ein tiefes Verständnis der Spitalprozesse und Erfahrung mit vergleichbaren Projekten.
Softwarehersteller und Implementierungspartner sollten die Branche und die bestehende Lösung im Detail kennen. Ebenso wichtig ist ihr Verständnis der Nachfolgearchitektur. Jede Wissenslücke an dieser Stelle wird im Projekt zum Risiko. Spitäler sollten daher klären, wer Produktfragen beantwortet, wer die Conversion umsetzt und wie fachliche Sonderfälle im Projekt geprüft werden.
Umsetzung in TSHC: T-Systems hat IS-H Schweiz während 25 Jahren im Auftrag von SAP entwickelt. Heute arbeiten über 40 spezialisierte IS-H-Expertinnen und -Experten an TSHC. Als Eigentümerin der Lösung verantwortet T-Systems die Roadmap und Weiterentwicklung. Für die Implementierung können Spitäler mit unseren spezialisierten Partnern zusammenarbeiten.
Mit der Inbetriebnahme ist ein Transformationsprojekt nicht abgeschlossen. Tarife und regulatorische Anforderungen ändern sich laufend, und das System muss diese Änderungen zuverlässig abbilden. Entscheidend ist deshalb, wie Weiterentwicklung und Governance nach dem Go-live organisiert sind und wie Spitäler ihre Anforderungen einbringen können.
Umsetzung in TSHC: Wir starten derzeit eine TSHC User Group, der erste Termin ist im Herbst 2026 geplant. Sie soll Spitälern den direkten Austausch über Produktentwicklung, Roadmap und ihre Anforderungen ermöglichen. T-Systems verantwortet die Weiterentwicklung der Lösung. Wie das Feedback der Spitäler in die Roadmap einfliesst, wird mit der User Group konkretisiert.