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Die Cloud-Diskussion im Banken- und Finanzsektor hat sich verändert. Vor einigen Jahren stand noch die Frage im Mittelpunkt, ob sensible Daten und kritische Anwendungen überhaupt in die Public Cloud gehören. Heute ist Cloud-Nutzung für viele Banken und Versicherungen längst Realität. Damit rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wie lässt sich die Flexibilität der Cloud nutzen, ohne Kontrolle über kritische Geschäftsprozesse und Abhängigkeiten abzugeben?
Genau hier setzt DORA an. Denn digitale Resilienz entscheidet sich nicht allein daran, wo Daten gespeichert werden oder welche Verfügbarkeit ein Cloud-Anbieter verspricht. Entscheidend ist, wie ein Unternehmen mit Abhängigkeiten umgeht, wie schnell kritische Services wiederhergestellt werden können und welche Handlungsmöglichkeiten bleiben, wenn ein Provider ausfällt oder gewechselt werden muss.
DORA ändert an der grundsätzlichen Nutzung von Public Cloud nichts. Die Verordnung verlangt weder eine europäische Cloud noch eine Multi-Cloud-Strategie. Sie zwingt Unternehmen aber, genauer hinzusehen: Welche kritischen Services hängen von welchem Provider ab? Wie lassen sie sich wiederherstellen? Und wäre ein Exit tatsächlich möglich oder existiert er nur auf dem Papier?
Wer diese Fragen konsequent weiterdenkt, merkt schnell: Einige der gängigen Maßstäbe für eine sichere und resiliente Cloud-Nutzung greifen zu kurz. Das beginnt bereits bei einem der meistdiskutierten Kriterien – dem Standort der Daten.
Der Datenstandort ist relevant, aber nur ein Teil des Gesamtbildes. Denn die Frage, in welchem Land Daten gespeichert und verarbeitet werden, sagt noch nicht automatisch aus, wer tatsächlich Kontrolle über die zugrunde liegende Infrastruktur und den Betrieb hat. Ebenso wichtig sind der Betreiber, die Vertragsstruktur, administrative Zugriffe, eingesetzte Subdienstleister und das anwendbare Recht.
Ein Workload kann beispielsweise vollständig in einer europäischen Region laufen und dennoch von außereuropäischen Betriebs- oder Technologieentscheidungen abhängen. Das kann zentrale Plattformdienste, Softwarekomponenten oder administrative Prozesse betreffen. Umgekehrt wird eine Plattform nicht allein deshalb resilient oder souverän, weil sie aus einem europäischen Rechenzentrum bereitgestellt wird.
Gerade bei kritischen Services lohnt sich deshalb der Blick über den reinen Speicherort hinaus. Unternehmen müssen nachvollziehen können, welche Abhängigkeiten entlang des gesamten Betriebsmodells bestehen, wer im laufenden Betrieb auf Daten und Systeme zugreifen kann und welche Einflussmöglichkeiten bei wesentlichen Änderungen des Services bestehen.
Für das Management sollte die Frage daher nicht nur lauten: „Wo liegen unsere Daten?“ Die bessere Frage ist: „Welche Kontrolle behalten wir über Daten, Betrieb und wesentliche Änderungen des Services?“
Cloud-Plattformen können einzelne Komponenten hochverfügbar betreiben. Der Geschäftsservice besteht aber meist aus weit mehr als dieser Plattform.
Ein Kundenportal hängt beispielsweise von Identitätsdiensten, Netzwerken, Schnittstellen, Datenbanken und Kernanwendungen ab. Fällt eine dieser Komponenten aus, hilft die Verfügbarkeit des Frontends nur wenig.
DORA lenkt den Blick deshalb auf den vollständigen Service. Im Mittelpunkt steht dabei nicht, ob ein einzelnes System wieder läuft, sondern ob Kunden und Fachbereiche den Geschäftsprozess wieder nutzen können.
Wiederherstellung muss daher über Plattform- und Providergrenzen hinweg getestet werden. Ein erfolgreiches Backup ist noch kein erfolgreicher Wiederanlauf.
Eine Multi-Cloud, also die Nutzung von Cloud-Services mehrerer Anbieter, wird häufig eingesetzt, um Abhängigkeiten von einem einzelnen Provider zu reduzieren und mehr Flexibilität zu schaffen. Gerade bei kritischen Services kann dieser Ansatz zusätzliche Handlungsoptionen eröffnen. Eine funktionierende Exit-Strategie entsteht dadurch allerdings nicht automatisch.
Eine zweite Cloud kann Abhängigkeiten reduzieren. Sie kann aber ebenso neue Komplexität schaffen.
Wenn Anwendungen stark an proprietäre Dienste gebunden sind, Daten nicht zeitgerecht exportiert werden können oder das notwendige Betriebswissen fehlt, bleibt ein Wechsel schwierig. Das gilt auch dann, wenn mehrere Provider vertraglich vorhanden sind.
Ein belastbarer Exit benötigt daher mehr als eine alternative Plattform:
Offene Standards helfen dabei, sie ersetzen aber nicht die notwendige Vorbereitung.
Bei komplexen Services verteilen sich Verantwortung und Nachweise häufig über mehrere Anbieter. Dadurch können neue Lücken entstehen: Der Infrastrukturprovider verweist auf den Applikationsbetrieb, der Applikationsbetrieb auf das Netzwerk und das Netzwerk auf einen weiteren Dienstleister.
Im Störungsfall zählt jedoch nicht, wie sauber die Verträge getrennt wurden. Entscheidend ist, ob Zuständigkeiten, Eskalationswege und Wiederanlaufverfahren über die gesamte Servicekette funktionieren.
Für regulierte Unternehmen kann es daher sinnvoll sein, Plattform, Security und Managed Services stärker in einem gemeinsamen Betriebsmodell zu verbinden. Das reduziert nicht automatisch jedes Risiko, macht Verantwortlichkeiten aber leichter steuerbar.
Die T Cloud Public ist keine pauschale Alternative für alle bestehenden Cloud-Services. Ihre Relevanz entsteht dort, wo ein europäisches Betreiber- und Vertragsmodell, offene Technologien und ein integrierter Betrieb besonders wichtig sind.
Die Plattform wird von der Deutschen Telekom aus deutschen und niederländischen Rechenzentren betrieben. Sie basiert auf OpenStack und standardisierten Schnittstellen. Ergänzend können Security- und Managed Services von T-Systems eingebunden werden.
Für Banken und Versicherungen können daraus drei konkrete Vorteile entstehen:
Ob diese Vorteile relevant sind, hängt vom jeweiligen Geschäftsservice ab. Für manche Anwendungen bleiben Funktionsbreite und Ökosystem eines globalen Hyperscalers ausschlaggebend. Bei sensiblen Daten, kritischen Backend-Services oder hohen Anforderungen an Portabilität kann die Gewichtung anders ausfallen.
Die sinnvolle Frage lautet nicht „Welche Cloud ist grundsätzlich die beste?“. Eine solche Antwort gibt es nicht.
Für jeden kritischen Service sollte bewertet werden:
Die T Cloud Public macht ein Finanzunternehmen nicht automatisch DORA-konform. Sie bietet aber eine zusätzliche Option für Workloads, bei denen europäischer Betrieb, offene Technologien und ein durchgängiges Betriebsmodell eine wichtige Rolle spielen.
Genau darin liegt auch der zentrale Punkt unter DORA: Cloud-Entscheidungen lassen sich nicht allein am Datenstandort oder am Provider festmachen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Abhängigkeiten, Wiederherstellbarkeit, Portabilität und Kontrolle – und wie gut dieses für den jeweiligen Geschäftsservice tatsächlich funktioniert.
DORA verlangt weder eine EU-Cloud noch Multi-Cloud, sondern einen wirksamen Umgang mit Abhängigkeiten und Wiederherstellung kritischer Services. Die T Cloud Public kann für Workloads, bei denen europäischer Betrieb, offene Technologien und Portabilität wichtig sind, eine passende Option sein.
Nein. DORA schreibt keine bestimmte Cloud oder einen bestimmten Datenstandort vor. Für Unternehmen ist vielmehr relevant, die mit IKT-Dienstleistern verbundenen Risiken und Abhängigkeiten zu kennen und angemessen zu steuern. Der Datenstandort ist dabei ein wichtiger Aspekt, aber nicht der einzige.
Nein. Neben dem Speicher- und Verarbeitungsort spielen unter anderem Betreiberstrukturen, administrative Zugriffe, Subdienstleister, Vertragsbedingungen und technologische Abhängigkeiten eine Rolle. Entscheidend ist daher auch, welche Kontrolle ein Unternehmen über Daten und Betrieb behält.
Nein. DORA schreibt keine Multi-Cloud-Strategie vor. Mehrere Cloud-Anbieter können Abhängigkeiten reduzieren, führen aber nicht automatisch zu höherer Resilienz. Relevant ist, ob kritische Services tatsächlich wiederhergestellt oder bei Bedarf auf eine andere Umgebung übertragen werden können.
Eine Exit-Strategie umfasst mehr als einen alternativen Provider. Dazu gehören unter anderem portable Anwendungsarchitekturen, exportierbare Daten, dokumentierte Abhängigkeiten sowie realistische Migrations- und Zeitpläne. Gerade bei kritischen Services sollte ein Exit nicht nur dokumentiert, sondern auch praktisch umsetzbar sein. Das Thema Exit-Szenarien war bereits in eurem vorherigen DORA-Entwurf als wichtiger Bestandteil des IKT-Drittparteienrisikos enthalten.
Die T Cloud Public bietet Banken und Versicherungen eine europäisch betriebene Cloud-Plattform auf Basis offener Technologien und standardisierter Schnittstellen. Damit unterstützt sie insbesondere dort, wo Transparenz, Portabilität und klar steuerbare Betriebsmodelle im Rahmen der DORA-Anforderungen eine wichtige Rolle spielen.