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Interview

„Praxis auf Probe: Mobile Business Applications“

Interview mit Dr. Stephan Verclas, Head of Innovation Center, T-Systems International GmbH.
Herr Dr. Verclas, mit welcher Zielsetzung ist T-Systems 2009 eine Innovationskooperation mit der LMU München eingegangen?
Wir haben gesehen, dass das Thema mobile Enterprise eine immer grössere Rolle spielt. Die Kooperation mit der Universität sollte im Sinne von „Rapid Prototyping“ Showcases, Zukunftsentwürfe entwickeln, ohne dass vorher erst zum Beispiel ein Businesscase erarbeitet werden muss. Einen schnellen Innovationsprozess zu finden, der zwischen Wissenschaft, Industriepartnern und deren Kunden den Weg „from mind to market“ verkürzt, indem er schnell zu funktionsfähigen Demonstratoren führt. Ziel ist es aber auch, Forschung und Entwicklung mit dem Bedarf am Markt enger zu verzahnen.
Welchen Part spielt dabei das T-Systems Innovation Center?
Das Innovation Center ist zum einen der Schauplatz, an dem alle Innovationen der T-Systems sichtbar werden. Zum anderen können wir hier tagtäglich in Kunden-Innovationsworkshops funktionsfähige Demonstratoren vorführen und so nicht nur darüber reden, sondern wirklich erlebbar machen, zu welchen Innovationen T-Systems in der Lage ist. Das ist ein ganz zentraler Aspekt des Centers als Plattform und Treiber von Lösungen für kundenspezifische Problemstellungen. Mobile SAP-CRM ist ein praktisches Beispiel oder Opensource Unified Communication: Hier zeigen wir, dass die Interoperabilität von bestehenden Unified-Communication and Collaboration-Lösungen eine der zentralen Herausforderungen für Unternehmen ist.
Im Consumer-Bereich boomen Apps praktisch seit Markteintritt des iPhones. Worin liegt die besondere Anforderung an mobile Geschäftsapplikationen?
Sie müssen auf allen Betriebssystemen nutzbar sein. Einem Unternehmen hilft es wenig, wenn eine in ihrer Entwicklung extrem teure Applikation nur die 15 Prozent der Kunden adressiert, die ein Apple-Device haben. Denn sie müssen ja alle Smartphones der Kunden ansprechen können. Dafür ist die Heterogenität der Plattformen derzeit ein grosser Hemmschuh, und alle Analysten sind sich darin einig, dass sich das zumindest in den kommenden fünf Jahren auf keinen Fall ändern wird. Ein weiterer Punkt ist das Thema Sicherheit, das bei allen mobilen Plattformen unterschiedlich gemanagt wird. Etwa wenn ein Device mit sensiblen Daten verloren geht, ist es gut, wenn ich es remote löschen kann. Aber was mache ich, wenn es nicht online ist? Kann ich es dann trotzdem ‚killen‘? – In dem Bereich gibt es erste proprietäre Ansätze, aber noch keine durchgängigen Konzepte. Das ist aus Business-Sicht ein Problem.

Vita

Dr. Stephan Verclas

Dr. Stephan Verclas
Head of Innovation Center, T-Systems
Nach seinem Studium der Physik in Heidelberg, promovierte Stephan Verclas (43) an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Parallel dazu schloss er ein Zusatzstudium an der FHTW Berlin zum Diplom-Wirtschaftsingenieur ab. 
Seine berufliche Karriere bei der Deutschen Telekom startete er 1998 im Technologiezentrum als Senior-Experte für Forschung und Entwicklung. Nach mehreren leitenden Funktionen in den Bereichen Marketing und Produktmanagement, übernahm Stephan Verclas im Juli 2009 den Bereich Innovation bei T-Systems. Hier verantwortet er den Innovations-Prozess von der Idee bis zur erfolgreichen Markteinführung von ICT-Lösungen. Desweiteren betreibt Dr. Verclas das T-Systems Innovation Center München und ist Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilian-Universität in München zum Thema „Mobile Business Applications“.