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Wieviel Abhängigkeit kann sich ein Unternehmen leisten?

Warum Souveränität zum Wettbewerbsvorteil und damit zur zentralen CFO-Frage wird

13. Juli 2026Nora Lawender

Mehr Kontrolle, weniger Abhängigkeit

Unabhängigkeit, Datensicherheit, Kontrolle – in den letzten Jahren wurde Souveränität in vielen Unternehmen zur Chefsache gemacht. Denn Abhängigkeit, egal welcher Art, ist im Hinblick auf die geopolitische Entwicklung ein klarer Wettbewerbsnachteil geworden. Abhängigkeit führt zu unplanbaren Kosten und eingeschränkter Steuerungsfähigkeit. Doch was bedeutet das für CFOs? 

Souveränität als Finanzstrategie

Für CFOs geht es längst nicht mehr nur mehr um Effizienz oder Kostenoptimierung. Im Zentrum steht die Frage, wie finanzielle Stabilität und Handlungsfähigkeit auch in volatilen Märkten sichergestellt werden können. Genau hier wird Souveränität zur zentralen Finanzfrage – als Voraussetzung für Resilienz, Planungssicherheit und strategische Entscheidungsfähigkeit. Die Energiekrise in Europa hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell einseitige Abhängigkeiten – sei es durch russisches Gas oder in Technologiefragen – zu massiven Preissteigerungen und zu Versorgungsrisiken führen können. Die logische Konsequenz daraus? Den Aufbau von Unabhängigkeit zu forcieren. „Entscheidend ist dabei, kritische Abhängigkeiten gezielt zu identifizieren und dort Kontrolle zurück zugewinnen, wo sie strategisch notwendig ist“, betont Nora Lawender, CFO und Mitglied der Geschäftsführung bei T-Systems Austria. 

Finanzverantwortliche müssen vor allem eines sicherstellen: Handlungsfähigkeit. CFOs sehen sich deshalb zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, nicht nur Kosten zu optimieren, sondern gleichzeitig auch Resilienz aufzubauen. Denn fehlende Entscheidungsfähigkeit wirkt sich nicht nur negativ auf die Liquidität aus, sondern gefährdet langfristig auch die Wettbewerbsfähigkeit. 
 

Wenn die Cloud-Strategie zum Risikofaktor wird

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in der Cloud Strategie. Die Frage, wo Daten liegen, wer sie kontrolliert und wer Zugriff darauf hat, trägt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit bei und kann unmittelbare Auswirkungen auf Risiko, Compliance und Kostenstruktur haben. Wer kritische KI-Anwendungen oder Unternehmensdaten auf Plattformen betreibt, deren rechtlicher Rahmen außerhalb Europas liegt, begibt sich in ungewollte Abhängigkeiten, die sich finanziell und operativ bemerkbar machen können – etwa durch regulatorische Unsicherheiten, eingeschränkte Kontrolle oder langfristige Lock-in Effekte. Die größte Hebelwirkung liegt daher in der Infrastruktur selbst: Wer hier Souveränität aufbaut, stärkt nicht nur die IT, sondern die gesamte Steuerungsfähigkeit des Unternehmens.

Nora Lawender, CFO und Mitglied der Geschäftsführung bei T-Systems Austria

Entscheidend ist, kritische Abhängigkeiten gezielt zu identifizieren und dort Kontrolle zurückzugewinnen, wo sie strategisch notwendig ist.

Nora Lawender, CFO und Mitglied der Geschäftsführung bei T-Systems Austria

Souveränität entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit

Genau hier setzt die Deutsche Telekom/T-Systems an – mit dem klaren Ziel, technologische Leistungsfähigkeit und europäische Souveränität zu verbinden. Einerseits mit dem Ausbau der T Cloud Public, der europäischen souveränen Public Cloud der Deutschen Telekom. Andererseits mit der erst kürzlich eröffneten Industrial AI Cloud in München. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor wird eine hochleistungsfähige KI Rechenleistung auf europäischem Boden bereitgestellt, die den gesamten AI-Stack beinhaltet – von Simulation und digitalen Zwillingen bis hin zu produktiven KI-Anwendungen. Mit der T Cloud Public, die DSGVO-konform in Europa betrieben wird, eliminieren Unternehmen rechtliche Grauzonen. Daten, Betrieb und Infrastruktur bleiben zu 100 % unter europäischer Kontrolle. Das bietet – vor allem in volatilen Zeiten – Planungssicherheit.

Abgesehen davon gewährt die Plattform bereits heute rund 80 % der Funktionen führender US-Hyperscaler und erreicht bis Ende 2026 volle Parität, was bedeutet, dass bis dahin alle Funktionen auf dem Niveau der Hyperscaler-Clouds sind. Dies stellt nicht nur einen technologischen Fortschritt dar, sondern ist auch eine strategische Investition in europäische Souveränität. Es zeigt sich, Souveränität ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern ein entscheidender Faktor für finanzielle Stabilität und unternehmerische Handlungsfähigkeit. Wer heute in Unabhängigkeit investiert, sichert sich nicht nur Kontrolle über Daten und Systeme, sondern vor allem über die eigene Handlungsfähigkeit von morgen. 

Zur Person
Nora Lawender, CFO und Mitglied der Geschäftsführung bei T-Systems Austria

Nora Lawender

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