Der Hintergrund besteht aus Gras, mittig eine Ecke des Labyrinths; darin miteinander kommunizierende Personen

Die Transformation frisst ihre Kinder

Corona kann zur Zäsur werden: Für Wirtschaft und Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit sowie persönliche Mobilität.

Was kommt, was bleibt? 

Einig sind sich die Auguren in einem Punkt: Corona kann gleichsam zur Zäsur werden. Für unsere Wirtschaft und Gesellschaft gibt es fortan ein Vorher und ein Nachher. Unsere Haltung zu Umwelt und Gesundheit, persönlicher Mobilität und deren Radius wird sich ändern. Ebenso zur Nachhaltigkeit und dem, wie wir was konsumieren und es zuvor produzieren. Egal in welcher Branche und wo auch immer auf der Welt. Dass „kein Land verschont bleibt“, wie es IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath formulierte, erfordert radikales Umdenken – als Lernkurve so steil wie als Resterampe alter Regeln. 

Jahrzehnte lang gültige Lektionen à la „The business of business is business“ (Milton Friedman) – plötzlich entlarvt als eindimensional. „Für Unternehmen geht es doch längst um viel mehr“, sagt etwa Telekom-CEO Tim Höttges. „Sie müssen sich im ‚Dreieck der Nachhaltigkeit‘ bewegen und Ökonomie, Ökologie und Soziales zusammenbringen“. Der Weg dorthin führt – neben der eigenen Verantwortung – nicht nur aus Höttges‘ Sicht nur über konsequente Digitalisierung. Konkret eine Digitalisierung, die Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch weitgehend entkoppelt und Unternehmen genau dafür besonders in die Pflicht nimmt (s. Gastbeitrag).

Digitalisierung – Stakeholder in Sachen Klimaschutz

Der Hintergrund besteht aus Gras, mittig eine Ecke des Labyrinths; darin miteinander kommunizierende Personen

Clean IT als Chance ist eine gesellschaftlich Aufgabe, die u.a. Unternehmen und deren Stakeholder in die Pflicht nimmt.

„Dafür dass diese Wohlstandsmehrung auch in Zukunft gelingen kann, bieten Digitaltechnologien einen großen Hebel“, bestätigte Prof. Dr. Christoph Meinel unlängst im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Nur müssen sie sich zunächst rüsten und ihren Beitrag zur Schonung der natürlichen Ressourcen und zur Vermeidung von CO2 leisten“, so der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts for Digital Engineering weiter. In diesem Sinne gelte es, die Anstrengungen in der Forschung drastisch zu verstärken, um digitale Technologien energieeffizienter und klimafreundlicher zu machen. Über „Clean IT“ den globalen Stromverbrauch von IT-Technologie und Internetanwendungen im Griff zu behalten, sei dann nicht nur möglich, sondern auch nötig. Das Institut in Potsdam nennt sogar eine konkrete Zahl: Danach könne „der Einsatz von ‚Clean IT‘ zu Energieeinsparungen um den Faktor 20 führen“. 

Denn Stand heute gilt der Einsatz fossiler Brennstoffe zur Sättigung des weltweiten Energiehungers in Wirtschaft und Gesellschaft noch immer als Hauptursache für steigende CO2-Emissionen. „Dagegen steht die virtuelle Welt der Digitalisierung“, so Informatik-Professor Meinel. „Sie verspricht, mit Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu liefern – und eine der größten davon ist das Klimaproblem“. Und in nahezu jeder Branche bieten digitale Technologien konkrete Lösungen: Ob Smart Grids als Grundlage für eine gelingende Energiewende, smarte Mobilitätsdienstleistungen mit einem CO2-Einsparpotenzial von bis zu 12 Millionen Tonnen allein in Deutschland oder Smart Farming, das den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um bis zu 80 Prozent reduzieren kann. 

Der Lösungsweg dorthin, konkret über weniger energiehungrige Hard- und Software, führt direkt in die weltweite Landschaft der Rechenzentren. „Im Spannungsfeld zwischen Effizienz und digitaler Souveränität“, so Dr. Ralph Hintemann, Senior Researcher vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, erhöhte sich der Bedarf an elektrischer Energie durch Server und Rechenzentren zum Beispiel in Deutschland 2019 um sechs Prozent auf 14 Mrd. kWh. Zwar sei der Energiebedarf der Rechenzentren heute zwölfmal niedriger als vor zehn Jahren, aber die hohe Nachfrage nach Rechenleistung hat den Effizienzfortschritt schlichtweg aufgefressen. Im Ergebnis ist der Energiebedarf für den Transport ungeheurer Datenmengen und weltumspannende Netze einfach immens. Auf allen Kontinenten wird für dessen Bereitstellung heute mehr CO2 freigesetzt als – vor Corona – beim gesamten Flugverkehr weltweit. 

Autor: Thomas van Zütphen
Fotos: Palmer Hargreaves

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