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Skyline von Shanghai in der Abendsonne

Eine Stufe näher zu Chinas „Blue Skies“

Erfahren Sie mehr wie T-Systems eine chinesische Boomtown unterstützt hat, ihre CO₂-Emissionen um mehr als 5 Megatonnen pro Jahr zu senken.

Mehr als 2.000 Jahre führte Huainan, 500 km westlich von Shanghai, das Leben eines kleinen, von der lokalen Landwirtschaft geprägten Städtchens. Doch mit der Entdeckung reicher Kohlevorkommen Anfang vergangenen Jahrhunderts, der nachfolgenden Ansiedlung chemischer und petrochemischer Anlagen, der Schwerindustrie und Einrichtungen der Energieversorgung änderte sich das gewaltig. Von wenigen Zehntausend stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf mehr als 1,2 Millionen. Wandelte sich die ehemalige Kornkammer der Provinz Anhui Mitte der 1950er Jahre in ein Zentrum des Bergbaus, ist sie heute mit ihren fünf Hochschulen ein regionales Oberzentrum für Bildung, Forschung und Kultur. So schnell geht Wandel auf Chinesisch.

Kurskorrektur

Skyline einer Stadt mit viel befahrenen Autobahnen

Doch mit der Entwicklung einher ging auch eine explosionsartige Verstädterung, ein rasanter Anstieg des Verkehrsaufkommens und eine signifikante Verschlechterung der Luftqualität. Zwar muss auch Huainan dazu beitragen, dass China seine globalen CO2-Ziele erreicht - China will bis 2060 klimaneutral werden. Und selbst für chinesische Verhältnisse ist die Stadt eine veritable Boomtown. Doch Millionenstädte gibt es im Reich der Mitte weit mehr als 100. Als so genannte Dritte-Reihe- Stadt hatte Huainan keine Chance, sich bei Peking um ein neues Verkehrssystem zu bewerben. Stattdessen entwickelte die Stadtverwaltung selbst einen Masterplan für den Aufbau eines intelligenten Verkehrssystems und stützte sich dabei auf vier Säulen: Steigerung der Betriebseffizienz des städtischen Verkehrs, Verringerung von Staus und Unfällen, Verbesserung des öffentlichen Transportwesens und Förderung eines kohlenstoffarmen Verkehrs mit geringerer Umweltbelastung. 

Die Provinzregierung von Anhui brachte die Stadt in Kontakt mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das gemeinsam mit T-Systems ein dreijähriges Pilotprojekt auf die Beine stellte. Kern des gemeinsamen Projekts war der Aufbau einer intelligenten Verkehrsinfrastruktur mit dem Ziel eines dynamischen Verkehrsmanagements, der gezielten Reduzierung von Emissionen und Kraftstoffverbräuchen bis zu 15 % sowie die Sensibilisierung von Verkehrsteilnehmern für eine umweltverträgliche Fahrweise. 

Letzteres richtet sich unter anderem an die Fahrer der mehr als 3.000 Busse in der Stadt sowie deren überbordenden Taxiverkehr. Schätzungen zufolge hat Huainan heute mehr Taxis als noch vor 100 Jahren Einwohner. Eine Schlüsselfunktion des Services und damit quasi das Herzstück der Implementierung bildet eine Lösung von T-Systems – das Low Carbon Mobility Management (LCMM). Ein Algorithmus der Applikation macht das Fahrverhalten der Menschen am Steuer messbar und berechnet permanent den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen – und alles erstmals auf Basis der Norm ISO/DIS-23795. 

Die T-Systems Lösung

Schaubild der Systemfunktionen

De facto misst die Lösung von T-Systems die Beschleunigung und Bremsvorgänge der Fahrzeuge über GPS-Module der Busse und eine auf den Smartphones der Taxifahrer installierte App. Ferner erstellt sie Geschwindigkeitsprofile und gibt den Fahrern ein unmittelbares Feedback zu ihrem Fahrstil (siehe Grafik).

Das Ergebnis

Für den Diplom-Physiker und Mathematiker Ralf Willenbrock, T-Systems-Experte für Transportlogistik und Connected Mobility, „profitieren Fahrer, Logistikdienstleister und Transportmanager praktisch vom ersten Tag an in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen von unserer Lösung“. So konnten die Fahrer beispielsweise über die LCMM-App direktes Feedback zu ihrem Fahrverhalten erhalten - einschließlich Tipps, wie sie ihren CO2-Fußabdruck verringern können. Darüber hinaus konnten die Informationen über das Fahrerverhalten auch in Trainingssessions für die Fahrer verwendet werden. 
Durch die Einsparung von Kraftstoff konnten auch die Betriebskosten der Logistikdienstleister gesenkt und die Rentabilität verbessert werden. Geringere Emissionen halfen beim Abbau der Kohlenstoffschuld.

Für die Verkehrsmanager bedeutete dies mehr Transparenz und Kontrolle über den Verkehr. So konnten sie beispielsweise den Schwerlastverkehr auf andere Routen umleiten, damit der Busverkehr reibungslos ablaufen konnte. Gleichzeitig war der öffentliche Verkehr nun zielführender planbar. 

Alexander Sohr, Teamleiter am DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik in Berlin, sagt über das Projekt: „Dank der Low Carbon Mobility Management Lösung von T-Systems konnten wir im Rahmen eines gemeinsamen Projekts den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen der Taxis um zehn Prozent senken. Im Jahr 2020 haben wir auch das Low Carbon Mobility Management  in Bussen in der chinesischen Stadt Huainan eingeführt. Das Einsparpotenzial liegt bei mehr als 5 Megatonnen CO₂-Emissionen pro Jahr.“

Fazit ist, dass die Verringerung der Schadstoffemissionen zu einer besseren Luftqualität und damit zu einer höheren Lebensqualität in der Stadt sowie zu nachhaltigen Umweltschutzbemühungen führte - ein Schritt voraus zur Erreichung der Ziele von Chinas „Blue Sky“-Richtlinie.

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Über die Autorin

Durga Godbole ist Content Spezialistin bei T-Systems. Sie verfügt über 16 Jahre Erfahrung im Verlagswesen (Zeitungs- und Internetmedien) und im Marketing.

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