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Eine Person am Tablet bedeckt von grünen Pflanzen

Wo bitte geht’s zur Green IT?

Mit der IT-Modernisierung können Unternehmen den ökologischen Fußabdruck ihrer Applikationen deutlich verkleinern

29. August 2022Thomas Rumpf

Jetzt keine Ausflüchte mehr

Wissen Sie, welchen Beitrag Ihre IT zur CO2-Reduktion leisten kann? Geht es um Nachhaltigkeit im eigenen Business, wird leider oft der positive Beitrag einer IT-Modernisierung vernachlässigt und die Chance verspielt, den ökologischen Fußabdruck der eigenen Applikationen zu senken. Jeder, der Nachhaltigkeit und Cloud-Transformation zusammendenkt und als Nachhaltigkeitsinstrument nutzt, ist auf der Zukunftsseite. Wie das gelingt, lesen Sie hier.

Green IT als Zukunftsprojekt

Zwei Seen in Form von Fußabdrücken

Unternehmen stehen unter Druck: Sie müssen möglichst schnell ihren CO2-Fußabdruck verringern – dazu zwingt sie nicht nur die Regulierung, das erwarten auch ihre Kunden, Beschäftigten und Investoren. Also durchleuchten sie alle Geschäftsbereiche und suchen nach Stellschrauben, um sich künftig nachhaltiger zu positionieren. Die meisten gehen dabei so vor wie der große Logistikdienstleister, den wir kürzlich beraten haben: Sie trimmen ihren Fuhrpark und ihre Logistik auf mehr Umweltfreundlichkeit, sanieren ihre Gebäude, reduzieren die Zahl der Geschäftsreisen. Auf die Idee, bei der Cloud-Migration die eigene IT auch mit Blick auf Nachhaltigkeit zu optimieren, kam unser Kunde erst einmal nicht. Das ist weder ein Einzelfall noch ein Wunder: Der ökologische Fußabdruck von Rechenzentren, Servern und Applikationen ist für die Unternehmen selten transparent.

Insgesamt spart Digitalisierung bis zu zehn Mal mehr Energie ein, als sie verbraucht. Sie ist darum ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, Klimaziele nicht nur zu verabreden, sondern auch einzuhalten.“

Timotheus Höttges, Deutsche Telekom

Warum CIO und CSO mehr miteinander reden sollten

Mein Tipp: Falls Sie einen Chief Sustainability Officer (CSO) im Unternehmen haben, dann sorgen Sie dafür, dass er sich regelmäßig mit Ihrem CIO austauscht. Denn auch der Betrieb Ihrer Applikationslandschaften muss Klima und Umwelt schonen, wenn sich Ihr Unternehmen nachhaltiger positionieren möchte. Und falls Sie gerade eine Cloud-Transformation planen, spannen sie doch bitte beide Experten für die Umsetzung ein. Wie man den Hebel an der richtigen Stelle ansetzt, hat jüngst auch mein Kollege Peter Lenz, Managing Director für T-Systems Schweiz und Österreich anschaulich beschrieben.

Unser Ziel: Sustainability-by-Design

Pandemie, gerissene Lieferketten, geopolitische Krisen: Viele Unternehmen haben in den vergangenen beiden Jahren erlebt, dass ihre IT zu starr ist, um auf solche Unwägbarkeiten flexibel zu reagieren. Sie wollen agiler und effizienter werden, flexibler und schneller auf Marktveränderungen reagieren und das Kundenerlebnis verbessern. Die Lösung? Ganz klar: die Cloud. Aber Achtung: Wer bei der Cloud-Transformation das Thema Nachhaltigkeit unberücksichtigt lässt, riskiert, dass er später mit erheblichem Aufwand und Kosten nachjustieren muss. Ich bin davon überzeugt, dass Unternehmen nur dann zukunftsfähig bleiben, wenn sie sich bei ihrer digitalen Transformation für Sustainability-by-Design entscheiden. Nachhaltigkeit wird in naher Zukunft zu einem wesentlichen Differenzierungsmerkmal. Kein Unternehmen kann es sich noch leisten, den ökologischen Fußabdruck der IT zu vernachlässigen. Mein dringender Appell: Nutzen Sie Ihre Cloud-Transformation unbedingt als Nachhaltigkeitsinstrument.

91 Prozent

der befragten Executives gehen davon aus, dass sich ihre Unternehmen mit moderner Technologie nachhaltiger aufstellen können.1

44 Prozent

der Befragten sagen, dass moderne Technologie für mehr Nachhaltigkeit bei der Produktentwicklung sorgt.2

Um 87 Prozent

würde der Energieverbrauch sinken, wenn häufig genutzte Softwarenanwendungen in die Cloud verlagert würden.3

Um 90 Prozent

lassen sich die CO2-Emissionen durch Cloud und Storage reduzieren.4

  • 1 

    Google

  • 2 

    Google

  • 3 

    Google

  • 4 

    ISG

Wo bitte bleibt die Transparenz?

Damit renne ich bei vielen Unternehmen offene Türen ein. Viele fragen bei ihren Service-Providern vermehrt nachhaltige IT-Lösungen nach. Sie prüfen, ob deren Sustainability-Profil zu ihrer Cloud-Strategie passt. Allerdings fehlt ihnen der Überblick, wie sie den ökologischen Umbau konkret einleiten sollen. Mich überrascht es nicht, dass laut Google etwa zwei Drittel der Führungskräfte die Nachhaltigkeitsbemühungen vorantreiben möchten, aber nicht wissen, wie sie es angehen sollen. Noch mangelt es an Transparenz, an einfachen Tools und innovativen Technologien sowie an Daten zur Nachhaltigkeit der IT. Das Management kann meist nur erahnen, wie sich seine Nachhaltigkeitsinitiativen auf die Umwelt und den ökologischen Fußabdruck seines Unternehmens auswirken werden. Deshalb haben wir unsere SaaS-Lösung Syrah Sustainability entwickelt, mit der Unternehmen alle Nachhaltigkeitsindikatoren im Blick haben. Auf einem Dashboard lassen sich alle relevanten Daten erfassen und auswerten.

Großer Hebel: das richtige Rechenzentrum

Eine Microsoft-Studie stellte fest, dass Cloud-Plattformen wie Microsoft Azure um 93 Prozent energieeffizienter und um 98 Prozent CO₂-effizienter als lokale Lösungen genutzt werden können. Unsere eigene Analyse, für die wir SAP-Anwendungen aus den kundeneigenen Rechenzentren in unsere Private Cloud migriert haben, geht in dieselbe Richtung: Wir konnten mehr als 70 Prozent an CO2 einsparen. Allerdings geht die Rechnung nur auf, wenn wir die Cloud-Transformation richtig anpacken. In Cloud-Umgebungen lassen sich Infrastruktur- und Applikationsebene nicht voneinander trennen. Das bedeutet, dass wir auf allen Ebenen ansetzen müssen, wenn wir die Kohlendioxid-Emissionen drosseln möchten. Nachhaltige Softwaremodernisierung beginnt bei der IT-Hardware und daher immer auch mit der Wahl des richtigen Rechenzentrums. Dieses geht dank nachhaltiger IT-Infrastruktur pfleglich mit den Ressourcen um, senkt den Energieverbrauch kontinuierlich und kann diese Bemühungen auch nachweisen.

Grün, grüner, Biere

Laut einer IDC-Studie steigt der weltweite jährliche Datenverkehr bis 2025 auf 175 Zettabyte an. Das ist eine Zahl mit 21 Nullen! Und dieses Wachstum speist sich vor allem aus Cloud-Computing-Anwendungen. Die großen Cloud-Provider trimmen ihre Rechenzentren seit einiger Zeit konsequent auf Nachhaltigkeit. Ich habe darüber kürzlich berichtet. Welche ihrer Rechenzentren besonders „grün“ sind, verdeutlichen Provider wie Google in ihren Cloud-Konsolen. In welcher Region ein Rechenzentrum angesiedelt ist, wirkt sich beispielsweise auf dessen Nachhaltigkeit aus. Sustainable IT ist auch der Vorteil von T-Systems. Wir stellen unsere Rechenzentren konsequent auf klimaneutralen Betrieb um; unsere Datacenter in Magdeburg und Biere beispielsweise sind mit der internationalen LEED-Zertifizierung in Gold (Leadership in Energy and Environmental Design) ausgezeichnet und zählen zu den zehn grünsten Einrichtungen weltweit.

Welche Cloud passt am besten?

Mir ist klar, dass auch in Zukunft kein Unternehmen die Rechenzentren der Cloud-Anbieter allein unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten auswählen dürfte. In die Entscheidungen fließen eine große Zahl an Parametern ein – etwa Preis, Datenschutzrichtlinien oder Latenzen. Unser Cloud Readiness Assessment unterstützt Unternehmen schon seit längerer Zeit, damit sie bei ihrer Analyse der Rechenzentren den bestmöglichen Kompromiss finden. Wir machen ihnen klar, dass sie das Thema Nachhaltigkeit keinesfalls als Nebensache abhaken dürfen. Denn das wird sich rächen: Nicht nur weil Beschäftigte, Kunden und Investoren auf Nachhaltigkeit großen Wert legen. Sondern weil die Regulierung auch die Rechenzentren nicht ausspart: So setzt sich der EU-Klimaplan „Fit for 55“ beispielsweise das Ziel, den CO2-Ausstoß auf dem Kontinent bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken und einen Nachhaltigkeitsindex für Rechenzentren zu entwickeln.

Machen Sie nicht alles selbst

Eine nachhaltige IT-Transformation schließt die Modernisierung der Applikationslandschaft ein. Dafür bietet die Cloud verschiedene Lösungen.

  • Nutzen Sie Software-as-a-Service (SaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS): Je mehr Leistungen Ihr Unternehmen als Cloud-Dienst bezieht, umso nachhaltiger fällt das Ergebnis aus. Denn gute Dienstleister besitzen das nötige Know-how und die Möglichkeiten, um ihre Cloud-Services unter nachhaltigen Gesichtspunkten zu optimieren.
  • Beschäftigen Sie sich mit Serverless Computing: Bei Serverless-Architekturen wird die nötige Infrastruktur nur dann „hochgefahren“, wenn Sie eine Funktion oder Applikation ausführen. Der Vorteil: Sie nutzen die Ressourcen nur dann, wenn Sie sie wirklich brauchen. Das erhöht die Effizienz und reduziert den Verbrauch. Damit unterstützt Serverless Computing Ihre Nachhaltigkeitsinitiativen.

Grünere Software: So funktioniert‘s

  • Steigen Sie ins Green Coding ein: Entwerfen Sie Software modular, dann lassen sich Module und Microservices herunterfahren, wenn Sie sie nicht brauchen. Entfernen Sie redundante Code-Abschnitte. Sie sind nutzlos und verschlingen unnötig Energie. Nutzen Sie sparsame Dateiformate und komprimieren Sie Bilder. Vermeiden Sie lange Ladezeiten und lasten Sie bitte Ihre Hardware optimal aus.
  • Nutzen Sie die Vorteile der Cloud: Wer mit einem Redesign der Applikationen den Energieverbrauch optimieren möchte, sollte die Plattform an den aktuellen und künftigen Bedarf anpassen. Nutzen Sie die Transformation daher, um Sizing und Architektur von Applikationen und Infrastruktur zu überprüfen und anzupassen. Vermutlich haben Sie Ihre Systeme im On-Premise-Betrieb auf Spitzenlasten ausgelegt. Das ist im Cloudbetrieb nicht nötig. Mit Autoscaling lassen sich die genutzten IT-Ressourcen beispielsweise in Echtzeit an die Lastsituation anpassen.

Auf dem Weg zu Netto-Null

Mann im Anzug steht in einer großen Tür, neben ihn befinden sich Pflanzen

Viele unserer Kunden schaffen mit der Modernisierung ihrer IT gerade die Basis, um ambitionierte Ziele wie „Null-Emission“ oder „Netto-Null-Emission“ zu erreichen. Und gar nicht so selten können wir uns dabei gegenseitig unterstützen. Shell ist nicht nur ein Cloud-Kunde, wir bauen für den Mineralölkonzern momentan auch 10.000 Ladestationen für E-Autos in Deutschland auf. Im Gegenzug haben wir gemeinsam mit Shell in einem unserer Rechenzentren in Amsterdam die Immersionskühlungstechnologie für mehr Rechenleistung und Energieeffizienz installiert. Nachhaltigkeit ist immer Gemeinschaftssache. Allein auf sich gestellt kann kein Unternehmen die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen. Muss es auch nicht: Beim Cloud Computing greifen professionelle Provider unter die Arme. Sie können die Ressourcen in ihren Rechenzentren besser managen und auslasten – schließlich ist das ihr Kerngeschäft.

IT-Betrieb mit neuen Aufgaben

Aber dieses Kerngeschäft verändert sich: Weil die Anforderungen an den nachhaltigen IT-Betrieb in Deutschland, der EU und weltweit immer strenger werden, muss die Optimierung des CO2-Ausstoßes zu einer zusätzlichen Disziplin der IT werden. Ich bin mir sicher, dass wir die Emissionen der IT bald in Echtzeit messen können und auch messen müssen. Für uns Cloud-Provider bedeutet dies, dass wir massiv in neue Technologien und nachhaltige Angebote investieren werden, um die Regler immer weiter Richtung Nachhaltigkeit zu verschieben. KI und Machine Learning werden uns dabei unterstützen. Wenn Sie sich in die Thematik weiter vertiefen möchten, empfehle ich ihnen zwei weitere Texte von mir: Sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit vereinbar? und Grün sein oder nicht mehr sein?

Ich lege Ihnen aber besonders den Beitrag meines Kollegen Christian Till Roga ans Herz. Denn er weiß, wie man auf grüne Worte grüne Taten folgen lässt. Bis bald, Ihr Thomas Rumpf.

Trendbook: Transformation zu Nachhaltigkeit

Wie profitiert Ihr Unternehmen von einer nachhaltigen Transformation? Praxistipps und Expertenwissen auf den Punkt gebracht.

Zum Autor
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Thomas Rumpf

Chief Technology Officer (CTO) for Managed Infrastructure Services, T-Systems International GmbH

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