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Öfter mal was anderes: Co-Innovation


16. August 2019 Hermann Hänle

„Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet“. Soll Einstein gesagt haben. Stimmt aber nicht. Ist im Kern aber richtig. Wieso also nicht mal die eingefahrenen Bahnen verlassen und Probleme mit neuen Ansätzen wie Co-Innovation lösen? Was manch einem als neue Form des Wahnsinns erscheinen mag, ist die Zukunft der Beratung. 

Die Geburt der Beratung

Der Jahresrückblick 1886 bescherte der Welt nicht nur Carl Benz‘ Patent-Motorwagen Nummer 1,  das erste Auto mit Verbrennungsmotor, sondern mit Griffin & Little Chemical Engineers das erste Beratungsunternehmen der Welt. Ab 1909 bekam es seinen offiziellen Namen „Arthur D. Little“. Seither haben Beratungsunternehmen im Wesentlichen nach denselben Prozessen gearbeitet. Aber auch diese Stabilität bekommt durch die Digitalisierung Risse. 

Beratung im Umbruch

Dabei erwarten die Kunden von Beratern Fähigkeiten, die sich von den bisherigen unterschieden. Gesucht werden weniger die Theoretiker im Anzug, die in durchwachten Nächten umfangreiche (virtuelle) Papiermengen erzeugen, sondern Praktiker, die die Ärmel hochkrempeln und in kurzer Zeit Innovationen anfassbar machen. Umsetzungsexpertise statt Berater-Bullshit-Bingo. Dazu gehören Technologie- und Transformationskompetenz, Fähigkeiten zur Datenanalyse, die Kenntnis von Plattformen und Ökosystemen sowie kreativer Schwung für den Blick auf Business-Innovationen.

Das Beratungsprojekt endet also nicht mit einer Folienpräsentation, sondern mit einem ausprobierbaren Produkt oder Service. Eben Digitalisierung. So weit der schöne Traum. In der Realität dauern selbst kleinere Digitalisierungsprojekte Monate. Und das obwohl alle Tools, Methoden, Technologien aus dem Baukasten verfügt werden können. Typischer Bremsklotz ist die Komplexität vor allem großer Unternehmen. 

Raus aus dem vertrauten Umfeld, rein ins Abenteuer

Ein erfolgversprechender Ansatz ist es, „aus dem Unternehmen herauszugehen“ – zeitlich befristet neue Regeln aufzustellen, Prozesse und Limitationen zu ignorieren, konsequent in den Bedürfnissen der Adressaten/Kunden einer Lösung zu denken.  Im Idealfall hilft es Menschen dabei, an einem anderen Ort zu arbeiten. Das ist der Grund dafür, warum derzeit allerorten Innovation Hubs wie Pilze aus dem feuchten Waldboden sprießen. In Innovation Hubs können kollaborative Innovationsprozesse in neuen Methoden wie Design Thinking gelebt werden. Auftraggeber und Berater arbeiten Hand in Hand – ausgerüstet mit allen notwendigen Materialien und Tools, die sie brauchen. 

Ohne Co geht’s nicht

Eine kleine Silbe spielt für den erfolgreichen Einsatz eines Innovation Hubs aber eine essenzielle Rolle: Co.

Co-Innovation öffnet ein Unternehmen für andere Organisationen und Unternehmen. Die Partner steuern Ideen von jenseits des Tellerrands bei, die nicht nur technologischer Natur sind, sondern im Idealfall alle relevanten Aspekte für das Innovationsprojekt abbilden. Co-Innovation setzt auf die Kombination agiler Ansätze für Strategie, Design, Entwicklung und Implementierung. Mit allen Partnern auf dem Tisch entsteht so ein schneller Prototyp, der eine komplette Problemlösung oder ein neues Geschäftsmodell realisiert.

Zum Autor
Porträt von Hermann Hänle, Senior Manager, Sales Marketing Automotive, T-Systems

Hermann Hänle

Senior Manager Sales Marketing Automotive, T-Systems International

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