Suchen
Eine blaue Deutschlandkarte, dargestellt wie eine Platine, mit einem Speicherbaustein in den deutschen Farben

Deutschlands digitale Zukunft beginnt jetzt

Warum die gemeinsame KI-Plattform für Bund, Länder und Kommunen zum Fundament eines modernen Staates wird

28. Mai 2026Dr. Gottfried Ludewig

Paradigmenwechsel eingeleitet

97 Prozent aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Deutschland sind überzeugt, dass Digitalisierung entscheidend für die Zukunft ihrer Kommune ist. Gleichzeitig bewerten viele den aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung lediglich mit „ausreichend“. 78 Prozent sehen regulatorische Hürden als eines der größten Hindernisse. Mehr als die Hälfte beklagt fehlende Finanzierung und fehlendes Fachpersonal. Und obwohl die Budgets vielerorts gestiegen sind, kommen digitale Projekte häufig nur schleppend voran.

Das digitale Fundament für den Staat von morgen

Diese Zahlen aus dem aktuellen Datenbericht „Digitalisierung in Deutschlands Kommunen 2025“1 sind mehr als eine Bestandsaufnahme. Sie sind ein Weckruf. Denn sie machen sichtbar, worum es jetzt geht: nicht um ein weiteres Bekenntnis zur Digitalisierung, sondern um die Fähigkeit, sie endlich konsequent in die Fläche zu bringen. Klar ist: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem mehr. Deutschland hat ein Umsetzungsproblem.

Die entscheidende Frage lautet deshalb auch nicht, ob Deutschland digitalisieren muss. Die entscheidende Frage lautet: Wie schaffen wir Strukturen, die Digitalisierung über Bund, Länder und Kommunen hinweg skalierbar machen?

Genau an diesem Punkt beginnt eine neue Phase der Verwaltungsmodernisierung. Mit der KI-Plattform, bei der die Deutsche Telekom und SAP eine führende Rolle einnehmen, entsteht weit mehr als eine technologische Lösung für die öffentliche Verwaltung. Es entsteht eine digitale Grundlage für einen modernen, souveränen und leistungsfähigen Staat. Erstmals wird eine gemeinsame Infrastruktur geschaffen, auf der Bund, Länder und Kommunen KI-Anwendungen entwickeln, betreiben und skalieren können.

Das ist ein echter Paradigmenwechsel. Über viele Jahre hinweg wurde Digitalisierung in Deutschland zu häufig in Silos gedacht. Behörden entwickelten eigene Lösungen. Kommunen bauten parallele Systeme auf. Länder definierten unterschiedliche Standards. Das Ergebnis war eine fragmentierte IT-Landschaft mit hohen Kosten, komplexen Schnittstellen und begrenzter Skalierbarkeit.

IM-Ludewig-Gottfried

Der Staat muss seine digitale Handlungsfähigkeit stärken, um auch künftig souverän, wettbewerbsfähig und resilient zu bleiben. Genau deshalb markiert die KI-Plattform, die Bund, Ländern und Kommunen erstmals eine gemeinsame Infrastruktur bietet, einen wichtigen Wendepunkt.

Gottfried Ludewig, Senior Vice President / Leader Public Sector und Health, Deutsche Telekom AG und T-Systems

Wichtiger Wendepunkt

Doch moderne Verwaltung braucht keine weiteren Insellösungen. Sie braucht gemeinsame Standards, offene Schnittstellen, sichere Plattformen und eine Infrastruktur, die Zusammenarbeit ermöglicht, statt Fragmentierung zu verstärken. Genau darum geht es beim Deutschland-Stack: um ein digitales Fundament, auf dem Verwaltung schneller, effizienter und bürgerfreundlicher werden kann.

Die neue KI-Plattform ist dabei ein zentraler Baustein. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass Künstliche Intelligenz nicht punktuell in einzelnen Pilotprojekten stecken bleibt, sondern strukturell nutzbar wird – sicher, skalierbar und souverän. Damit kann Verwaltung Prozesse automatisieren, Mitarbeitende entlasten, Entscheidungen besser vorbereiten und digitale Services schneller bereitstellen.

Deutschland steht damit an einem entscheidenden Punkt seiner digitalen Transformation. Bürgerinnen und Bürger erwarten einfache digitale Services. Unternehmen brauchen schnellere und effizientere Verwaltungsprozesse. Und der Staat muss seine digitale Handlungsfähigkeit stärken, um auch künftig souverän, wettbewerbsfähig und resilient zu bleiben. Genau deshalb markiert die KI-Plattform, die Bund, Ländern und Kommunen erstmals eine gemeinsame Infrastruktur bietet, einen wichtigen Wendepunkt.

Als erstplatzierter Bieter haben die Deutsche Telekom und SAP den Zuschlag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung für die Ausschreibung zur Bereitstellung von PaaS-Diensten für KI-Anwendungen auf einer leistungsfähigen, sicheren und souveränen Cloud-Plattform erhalten. Diese Plattform wird erstmals eine souveräne digitale Infrastruktur für moderne Verwaltung schaffen – sicher, skalierbar und anschlussfähig. Dabei geht es nicht nur um Technologie. Es geht um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Digitalminister Karsten Wildberger beschreibt diese Plattform treffend als „das Rückgrat einer souveränen, digitalen und KI-fähigen Verwaltung in Deutschland“. Und genau das ist sie: eine technologische Basis, auf der digitale Verwaltung erstmals wirklich skalierbar wird.

Staatliche Handlungsfähigkeit gewährleisten

Dabei geht es nicht nur um Technologie. Es geht um staatliche Handlungsfähigkeit. Denn ein moderner Staat muss heute in der Lage sein, Daten sicher zu verarbeiten, Verwaltungsprozesse intelligent zu automatisieren und digitale Dienste effizient bereitzustellen. Wer das nicht kann, verliert nicht nur an Effizienz, sondern langfristig auch an Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb ist digitale Souveränität keine abstrakte Debatte mehr. Sie ist eine strategische Notwendigkeit.

Mit unserer T Cloud Public stärken wir diese digitale Handlungsfähigkeit des deutschen Staates. Als europäischer Cloud-Anbieter verbindet die Telekom souveräne Infrastruktur mit der Leistungsfähigkeit moderner Cloud-Technologien. Die Plattform erfüllt höchste Sicherheitsstandards wie BSI C5:2020, ISO 27001 und DSGVO-Konformität. Daten und Betrieb bleiben unter europäischer Kontrolle. Kein Vendor Lock-in. Keine Abhängigkeit von außereuropäischen Rechtssystemen. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Denn Vertrauen ist die Grundlage jeder digitalen Verwaltung. Bürgerinnen und Bürger müssen sicher sein können, dass ihre Daten geschützt sind. Behörden müssen sich darauf verlassen können, dass kritische Infrastrukturen stabil und souverän betrieben werden. Und Staaten müssen die Kontrolle über ihre digitale Infrastruktur behalten.

Deshalb ist die neue KI-Plattform weit mehr als ein IT-Projekt. Sie ist ein strategisches Infrastrukturprojekt für Deutschland und Europa. Oder, wie es Telekom-CEO Tim Höttges formuliert hat: „Zusammen sorgen wir dafür, dass Deutschland und Europa die digitale Zukunft selbst in der Hand haben.“ Genau darum geht es jetzt. Digitale Souveränität entsteht nicht durch Diskussionen oder Positionspapiere. Sie entsteht durch konsequente Umsetzung. Einfach machen.

Umsetzung beginnt jetzt

KI-generiertes Bild - Souveräne KI-Infrastruktur für die digitale Verwaltung in Deutschland

Die KI-Plattform ist als zentrale Schaltstelle für die gesamte öffentliche Verwaltung konzipiert: skalierbar, modular und anschlussfähig an bestehende Fachverfahren. Was heute als Infrastruktur startet, wird morgen zur Entwicklungsumgebung für neue KI-gestützte Verwaltungsdienste. Besonders wichtig dabei: Die Technologie soll nicht zusätzliche Komplexität schaffen, sondern konkrete Probleme lösen.

Eine der ersten Anwendungen, die auf die KI PaaS Plattform migriert werden soll, ist deshalb KIPITZ – ein KI-Assistent für die öffentliche Verwaltung. KIPITZ unterstützt Verwaltungsmitarbeitende bei intelligenter Dokumentenverarbeitung, Wissensmanagement, Übersetzungen und Textzusammenfassungen.

Das klingt zunächst technisch. Die Auswirkungen sind jedoch sehr konkret: Wenn Anträge automatisiert verarbeitet werden können, verkürzen sich Bearbeitungszeiten. Wenn Informationen schneller auffindbar sind, steigt die Effizienz. Wenn repetitive Aufgaben automatisiert werden, gewinnen Mitarbeitende Zeit für komplexe und bürgernahe Tätigkeiten.

Genau darin liegt die eigentliche Stärke von KI in der Verwaltung: nicht im Ersetzen von Menschen, sondern im Entlasten von Menschen. Denn die Herausforderungen in den Behörden sind enorm. Fachkräftemangel, steigende Anforderungen und wachsende Komplexität treffen auf häufig veraltete Prozesse und heterogene Systemlandschaften. Gleichzeitig erwarten Bürgerinnen und Bürger heute dieselbe digitale Einfachheit, die sie aus anderen Lebensbereichen gewohnt sind.
 

Neue Perspektive

Niemand versteht mehr, dass ein Paket innerhalb eines Tages digital nachverfolgt werden kann, während Verwaltungsverfahren Wochen oder Monate dauern. Genau hier zeigt sich der Kern der Herausforderung: Verwaltung wird nicht mehr nur an gesetzlichen Fristen gemessen, sondern an den digitalen Alltagserfahrungen der Menschen – und dazu gehören auch die Mitarbeitenden einer Verwaltung und ihre Lebenswirklichkeit außerhalb des Jobs.

Deshalb braucht Verwaltung einen grundlegenden Perspektivwechsel. Digitalisierung bedeutet nicht, analoge Prozesse einfach zu digitalisieren. Digitalisierung bedeutet, Prozesse neu zu denken. Bürokratie zu vereinfachen. Medienbrüche zu beseitigen. Daten intelligent nutzbar zu machen. Und Verwaltungsleistungen konsequent vom Nutzer aus zu entwickeln.

Die geplante Bürger-App, oder besser gesagt Deutschland-App, zeigt genau diese Richtung. Ziel ist ein zentraler digitaler Zugang zu staatlichen Leistungen – von Kindergeldanträgen über Wohnsitzanmeldungen bis hin zur Unternehmensgründung. Den Prototypen entwickeln wir ebenfalls gemeinsam mit SAP.

Bürgerinnen und Bürger sollen damit künftig Anträge stellen, Termine buchen, Identitäten verifizieren und Informationen abrufen können – einfach, sicher und medienbruchfrei. Das ist mehr als ein digitales Frontend. Es ist ein neuer Ansatz staatlicher Servicearchitektur.

Dabei wird auch deutlich: Moderne Verwaltung funktioniert nur noch als Plattformökonomie. Nicht jede Behörde muss jede Funktion selbst entwickeln. Entscheidend ist vielmehr eine gemeinsame Infrastruktur, auf der Lösungen standardisiert bereitgestellt und wiederverwendet werden können. Genau dadurch entstehen Skaleneffekte, Geschwindigkeit und Effizienz.
 

Differenzierte Herausforderungen

Die Studie zur Digitalisierung in Deutschlands Kommunen macht außerdem klar, dass die Herausforderungen je nach Größe der Kommunen unterschiedlich ausfallen. Größere Städte sind häufig digital weiter fortgeschritten. Kleinere Kommunen kämpfen oft stärker mit Ressourcenmangel, fehlendem Fachwissen und begrenzten IT-Kapazitäten.

Gerade deshalb brauchen wir Plattformen, die Komplexität reduzieren und digitale Teilhabe ermöglichen – unabhängig von Größe, Budget oder technischer Ausgangslage einer Kommune. Digitale Verwaltung darf kein Privileg einzelner Vorreiter sein. Sie muss überall funktionieren: in der Großstadt ebenso wie in der kleinen Gemeinde. Und sie muss für Bund, Länder und Kommunen einfach zugänglich sein.

Der richtige Weg dorthin ist nicht der große Wurf am Reißbrett, sondern ein pragmatischer, skalierbarer Einstieg. Wir starten bewusst mit wenigen Kommunen und ausgewählten Verfahren. In kleinen, beherrschbaren Schritten zeigen wir, was funktioniert, lernen aus der Praxis und bauen die Lösungen so auf, dass sie anschließend auf weitere Kommunen, Verfahren und föderale Ebenen übertragen werden können. Skalierung entsteht nicht durch abstrakte Konzepte, sondern durch erprobte Lösungen, die sich im Alltag bewähren.

Wichtig zudem: Nicht Infrastruktur allein entscheidet über die Zukunftsfähigkeit. Wirkung entsteht dort, wo sichere Cloud-Umgebungen, vertrauenswürdige KI, belastbare Prozesse und tiefes Branchenwissen ineinandergreifen. Genau hier setzt die Telekom mit ihrem Partnernetzwerk an: mit sicheren Rechenzentren in Deutschland, Cloud-Kompetenz, Cybersecurity, Plattformbetrieb und Erfahrung mit kritischen Infrastrukturen. Ergänzt wird dies durch starke Technologiepartner, die Prozess-, Daten- und KI-Kompetenz einbringen. So entsteht ein digitales Ökosystem, das Verwaltung, Wirtschaft und Industrie befähigt, KI souverän, sicher und skalierbar zu nutzen – zunächst in kleinen Schritten, aber mit dem klaren Anspruch, daraus eine tragfähige Grundlage für die digitale Verwaltung von morgen zu schaffen.

Hier zeigt sich die eigentliche Bedeutung der KI-Plattform: Wir bauen keine singuläre Anwendung. Wir bauen die Infrastruktur für die Verwaltung der Zukunft. Eine Verwaltung, die schneller arbeitet. Die einfacher erreichbar ist. Die Mitarbeitende entlastet. Die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt. Und die gleichzeitig souverän, sicher und europäisch anschlussfähig bleibt. Oder anders gesagt: Wir legen heute die Schienen, auf denen morgen Innovation fährt.
 

Chance ergreifen

Deutschland hat jetzt die Chance, bei digitaler Verwaltung und souveräner KI-Infrastruktur eine führende Rolle in Europa einzunehmen. Diese Chance sollten wir nutzen – entschlossen, partnerschaftlich und mit klarem Fokus auf Umsetzung.

Denn die Zukunft unseres Staates entscheidet sich nicht in Strategiepapieren, Reden oder Vorträgen. Sie entscheidet sich dort, wo Digitalisierung konkret funktioniert: in Rathäusern, Behörden, Bürgerdiensten und auf den digitalen Plattformen unseres Landes. Damit beginnen wir genau jetzt. Schritt für Schritt. Mit ersten Kommunen und ersten Verfahren. Aber immer mit dem klaren Ziel und der Technologie dahinter, dies in der Fläche skalierbar zu machen. Wir freuen uns darauf, Teil des Teams für ein digitales, souveränes und leistungsfähiges Deutschland zu sein. Mit Optimismus und Pragmatismus: Made for Germany. Auf geht‘s!

Das könnte Sie auch interessieren

Special

Zur Person
IM-Ludewig-Gottfried

Dr. Gottfried Ludewig

Senior Vice President / Leader Public Sector und Health, Deutsche Telekom AG und T-Systems

Profil und alle Artikel ansehen

Teilen Sie Ihre Gedanken mit uns!

Haben Sie Ideen, Vorschläge oder Fragen zu diesem Thema? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Quelle

1 Digitalisierung in Deutschlands Kommunen 2025: Datenbericht von MeisterTask 

Besuchen Sie t-systems.com außerhalb von Germany? Besuchen Sie die lokale Website für weiterführende Informationen und Angebote für Ihr Land.